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International Air-Asia-Maschine: Die erste Spur war kalt

Die Suche nach der vermissten Maschine geht weiter. Gefundene Gegenstände konnten nicht dem Flugzeug zugeordnet werden. Allerdings ist eine Ölspur im Gebiet der vermuteten Absturzstelle gesichtet worden.

Legende: Video Air-Asia-Flugzeug weiter verschollen abspielen. Laufzeit 1:04 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.12.2014.

Erste Hoffnungen auf einen raschen Fund der vermissten Air-Asia-Maschine haben sich zerschlagen. Zuvor hatte ein Offizier der indonesischen Luftwaffe die Sichtung möglicher Flugzeugteile gemeldet. Indonesiens Vizepräsident Jusuf Kalla teilte unterdessen mit, dass die Teile nicht der Maschine zugeordnet werden können.

Grafik der verschiedenen Inseln mit dem ungefähren Absturzort der Maschine.
Legende: Die Maschine verschwand etwa auf halben Weg nach Singapur von den Radarschirmen. SRF

Die Suchmannschaften entdeckten aber eine Ölspur. «Wir prüfen, ob es sich um Flugbenzin handelt», sagte ein Sprecher der Luftwaffe. Die Ölspur befindet sich in dem Suchgebiet, wo die Maschine nach bisherigen Annahmen am Sonntag abgestürzt ist – etwa 100 Seemeilen vor der Insel Belitung. Anlass zu Hoffnung gab kurzzeitig ein Signal, das ein australisches Flugzeug in der Region aufgefangen hatte. Doch sei an der entsprechenden Stelle nichts gefunden worden, wie die Luftwaffe mitteilte.

Suche in der Nacht unterbrochen

Die indonesischen Behörden suchen seit Anbruch des Tages wieder nach dem Flugzeug. Sie hatten die Aktion zuvor wegen Dunkelheit abgebrochen. Der Airbus A320 mit 162 Menschen an Bord war gestern früh rund eine Stunde nach dem Start von den Radarbildschirmen verschwunden.

Laut der indonesischen Luftfahrtbehörde hatte der Pilot kurz vor dem Verschwinden der Maschine darum gebeten, auf eine Höhe von 38'000 Fuss steigen zu dürfen, um dichten Wolken auszuweichen. Eine Änderung der Flugroute wurde ihm aber verweigert. Kurz darauf sei der Kontakt abgebrochen. Es sei kein Notsignal abgesetzt worden.

Die Maschine der Billigairline Air Asia sollte von Surabaya auf der indonesischen Hauptinsel Java nach Singapur fliegen. Bisher fehlt von dem Flugzeug jede Spur.

Behörden vermuten Sturz ins Meer

Drei Schiffe und drei Flugzeuge aus Malaysia sowie ein Aufklärungsflugzeug der australischen Luftwaffe sollen die Suchaktion nun unterstützen. Unter Verweis auf die verfügbaren Informationen gab der Direktor der indonesischen Such- und Rettungsbehörde auf einer Pressekonferenz bekannt, dass sich das vermisste Flugzeug wahrscheinlich «auf dem Meeresgrund» befinde.

Der Chef der Air Asia ist inzwischen auf den Flughafen von Surabaya gereist. Dort warten mehr als 100 Angehörige der Passagiere der Maschine auf Neuigkeiten.

Maschine kürzlich noch gewartet

Der Pilot hatte nach Angaben der Airline 6100 Flugstunden Erfahrung. Der Hersteller Airbus erklärte, die vermisste Maschine sei im Oktober 2008 an Air Asia ausgeliefert worden und habe seitdem bei etwa 13'600 Flügen rund 23'000 Flugstunden gesammelt. Die Maschine sei am 16. November noch gewartet worden.

Air Asia ist eine der grössten Billigfluglinien der Welt. Sie gehört dem malaysischen Unternehmer Tony Fernandes, der die marode Firma nach der Übernahme 2001 auf einen aggressiven Wachstumskurs führte. Die Fluggesellschaft fliegt mit mehr als 150 Maschinen vor allem Ziele in Asien an. Sie hatte bislang noch nie einen Unfall. Ihr grösster malaysischer Konkurrent, Malaysia Airlines, ist nach zwei Flugzeugunglücken hintereinander stark angeschlagen.

Kurseinbruch an Börse

Infolge des Unglücks sackte der Aktienkurs von Air Asia zu Wochenbeginn deutlich ab. Zur Eröffnung der Börse in Kuala Lumpur brach der Börsenwert der malaysischen Billigfluglinie um zwölf Prozent ein, erholte sich später etwas.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Das fehlende Mayday aus dem Cockpit gibt zu denken. Es muss ein sehr plötzliches Ereignis stattgefunden haben, welches den Piloten dazu keine Zeit liess. Mit einem Gewitter vor sich, hatte das nichts zu tun. So schnell fallen Flugzeuge darin auch nicht vom Himmel. Erlebte solche selber schon. Hoffe es gibt keine Parallelen zu Flug MH17 oder den noch mysteriösen MH370. Was ich nicht begreife, jeder blöde LKW hierzulande, verfügt über GPS-Ortung und funktioniert sogar. Und in Flugzeugen???
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  • Kommentar von Markus bach, Basel
    Hört doch ma auf immer diese "vermutlicht, eventuell, vielleicht" wurde was entdeckt. Wieviele male mussten wir von angeblichen Spuren des Malaysian Airline Flugzeugs lesen? Alles nur Quatsch! Wenn nichts gefunden wurde dann hört doch auf den Leuten unnötige Hoffnungen zu machen!
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @M. Bach: Es darf nicht wundern, wenn man bedenkt, wie viel Druck betreffend Aufklärung & Gewissheit den Ermittlern der verschwundenen Malaysia Airline gemacht worden ist. Wie viele Vorwürfe seitens der Angehörigen es gegeben hat, weil diese nicht schnellere Ergebnisse haben liefern können. Jetzt will man es eben besser machen. Angehörige hoffen bis zur endgültigen Gewissheit sowieso immer darauf, dass nichts schlimmes passiert ist. Egal welche Meldungen es gibt.
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  • Kommentar von Oliver Maier, Luzern
    Wieso fliegt man in eine Gewitterfront hinein? Die Erlaubnis zum Aufsteigen wurde nicht gegeben, wieso wendet man dann nicht nach links oder rechts oder kehr um? Es heißt immer die Fluggesellschaften umgehen immer gefährliches Wetter, dem kann ich wohl nicht mehr trauen? Sind unsere Wettervorhersagen noch zu schlecht oder werden sie ignoriert? Ich bin schockiert, mein Beileid an alle Angehörigen.
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    1. Antwort von markus berner, bern
      Die erlaubnis zum Steigen wurde gegeben! Aber nicht Erlaubnis zur Kursaenderung Herr maier. Sie sind gestiegen aber die Gewitter war nach angaben Noch hoeher.
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    2. Antwort von Simom Schenker, Zürich
      Falsch. Die Höhe von 34000 fuss war besetzt. Man konnte ihm diese Erlaubnis noch nicht erteilen umd als.man konnte war der Kontakt weg. Alle Handys haben Live Navigation. Scheinbar kann das bei Flugzeugen nicht eingerichtet werden dass diese Information in kurzen Intervallen ständig übermittelt wird. Wir fliegen zum Mond, Mars, Komet und wissen immer wo das Teil steckt. Bedenklich.
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    3. Antwort von Hans Knecht, Torny
      Es gibt Religionen, bei denen ist es verboten Prophezeiungen zu äussern oder solchen zu glauben. Und Wettervorhersagen zählen wohl auch zu den verbotenen Prophezeiungen. Folglich hört man als "Gläubiger" besser nicht auf diesen "Teufelsdienst".
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    4. Antwort von markus berner, bern
      Herr schenker der Indonesische Transport Minister hat das gesagt komischerweise glaube ich ihm Mehr Als ihnen.Wie auch immer hoffen wir es wird bald was gefunden. Fuer Rettung ist es Leider zu Spaet. Und Die verschworungs theorien sind hier Fehl am Platz.
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    5. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @H. Knecht: Für die Menschen war auch nicht vorgesehen, dass sie fliegen sollen, sonst wären ihnen nämlich Flügel gewachsen. Auch nicht dass sie sich mittels fahrbarem Untersatz fortbewegen, sonst hätten sie statt Füsse & Hände vier Reifen. So betrachtet sind alle diese neuen Errungenschaften, welcher sich der heutige Mensch bedient "Teufelszeug"???
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