Zum Inhalt springen

Präsidentenwahl in Österreich Alexander Van der Bellen setzt sich durch

Der rechtspopulistische Gegenkandidat Norbert Hofer hat seine Niederlage eingestanden.

Legende: Video Der neue Bundespräsident in Österreich abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 04.12.2016.
  • Der ehemalige Grünen-Chef Alexander Van der Bellen setzt sich bei den Präsidentschaftswahlen durch.
  • Über 95 Prozent der Stimmen sind ausgezählt, Van der Bellen erhält 53,3 Prozent.
  • Der rechtspopulistische Gegenkandidat Hofer hat seine Niederlage eingestanden. Dieses Mal schliesst die FPÖ eine Anfechtung der Wahl aus.

Die Österreicher waren zum dritten Mal aufgerufen, ihren Bundespräsidenten zu wählen. Das Votum ist laut Hochrechnung zugunsten des 72-jährigen Alexander Van der Bellen ausgefallen.

Aufgrund der Hochrechnung hat der Gegenkandidat, der 45-jährige Norbert Hofer, seine Niederlage eingestanden: «Ich bin unendlich traurig, dass es nicht geklappt hat. Ich hätte gerne auf unser Österreich aufgepasst», schrieb er auf Facebook.

Die Wahl

Der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer wäre der erste Rechtspopulist an der Spitze eines Staates in Westeuropa geworden. Van der Bellen ist ein Befürworter der EU.

Rund 6,4 Millionen Bürger waren aufgerufen, ihre Stimme abgeben. Nach aktueller Hochrechnung haben 2,057 Millionen der Wähler für Van der Bellen, und 1,923 Millionen für Hofer gestimmt. Die 700'000 Stimmen, die per Briefwahl abgegeben wurden, werden erst im Verlaufe des Montags ausgezählt sein. Nach Angaben von ORF können die brieflichen Stimmen das Resultat aber nicht mehr entscheidend verändern. Die Wahlbeteiligung lag mit rund 74 Prozent nochmal etwas höher als im ersten Durchgang der Stichwahl im Mai (72,8 Prozent).

Nach Angaben des österreichischen Innenministeriums war das internationale Medieninteresse riesig: 765 Journalisten, Fotografen und TV-Teams aus aller Welt hätten sich zur Berichterstattung angemeldet.

Das Amt

Der Bundespräsident kann in Österreich zumindest auf dem Papier einen erheblichen Einfluss auch auf die Tagespolitik nehmen. So kann er die Regierung entlassen und die Vereidigung eines Kabinetts oder einzelner Minister verweigern.

Die Wahl gilt dementsprechend als Weichenstellung für eine künftige Regierungsbeteiligung der zuwanderungs- und EU-kritischen FPÖ. Sie ist die aktuell populärste politische Kraft in Österreich.

Die Vorgeschichte

Briefwahlstimmen

Einen Tag nach der Wahl hat auch die Auszählung der Briefwahlstimmen begonnen. Dabei werden rund 700'000 Stimmen den beiden Kandidaten zugeordnet. Der Vorgang wird aber keinen Einfluss mehr auf das Ergebnis haben. Die Hochrechnungen vom Sonntag haben die Briefwahlstimmen bereits berücksichtigt.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

182 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Linkspopulisten und Rechtspopulisten... Weshalb kann die Berichterstattung sich nicht einfach auf Inhalte beschränken anstatt mit Schlagwörtern herumzuschlagen? Die "Färbungen" kann sich jeder Leser selber ausmalen - dafür braucht es keine Kampfbegriffe. Schliesslich sind alle Kandidaten nur Menschen. NB sind "Populisten" diejenigen, die sich nach dem Willen des Volkes richten... Das muss ja etwas gaaanz Schlimmes sein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Vermute mal, dass die allgemeine Euphorie unserer braven linken EU-Soldaten bei den nächsten Wahlen in Österreich einer gewaltigen Ernüchterung weichen wird. Und dann schauen wir auch noch kurz nach Italien und Frankreich. Das Weltuntergangsszenario ist bereits eingeläutet.......
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
    Das einzige was wir bekommen, wenn in Europa Rechtspopulisten an der Macht sind ist Krieg.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      T. Steiner sind Sie so sicher? Weshalb könnte es denn, dass es zu Krieg kommen könnte durch "Rechtspopulisten". Denke eher, dass es zu Krieg kommen könnte, wenn man die Rechten verweigern will und Ihre Anliegen nicht ernst nimmt. So entsteht eine Unzufriedenheit, die sich ausartet in Unruhen und Aggressivität, darum nützt es nichts nur mit Schuldzuweisungen zu Handeln, sondern eher mit Verständigung zu agieren um Kriege zu verhindern.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      m.artho, die Rechten präsentieren sich heute schon bei jedem Erfolg in einem Machtrausch. Der wird nicht an den eigenen Landesgrenzen Halt machen; ein freiwilliges und konfliktfreies Abgeben persönlicher Macht halte ich für unwahrscheinlich. Die Nationalisten werden untereinander zu Konkurrenten werden, sobald sie im eigenen Garten genug umgegraben und gesät haben. Spätestens dann realisieren sie, dass Früchte nicht in der proklamierten Zeit zu ernten sind; ihnen bleibt nichts anderes als...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      ...der Griff in Nachbars Garten!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Herr Selvä (Liberal)
      T. Steiner dies ist eine absolut unwahre provokative Behauptung. DAnn sage ich einfach, dass das einzige was wir bekommen wenn Linkspopulisten (Wie von ihm gegen alle rechten Parteien gestellt sind dies für mich alle Linken Parteien) an die Macht kommen ist Krieg. Genau so absurd unwahr.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Herr Selvä (Liberal)
      ", die Rechten präsentieren sich heute schon bei jedem Erfolg in einem Machtrausch" Ach die Linken nicht oder was`? Jede politische Partei welche teils massiv zulegen kann befindet sich in einem Machtrausch. Die Linken bedienen sch dann auch gerne den linken Wutbürgern um diese gegen Andersdenkende aufzuetzen. Auch eine gefährliche Entwicklung
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    6. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      N.Dudle ob man mit solchen Argumenten wirklich richtig liegt, denn es sind einfach Vermutungen die man mit einigen Punkten verschlimmert, als es wirklich ist, mit Misstrauen.Der Machtrausch kommt doch bei allen Parteien vor nicht nur bei den Rechten.Einfach auf einer anderen Stufe. Zu Konkurrenten wird man,weil man glaubt man habe die Wahrheit gepachtet, dies gilt wiederum für alle. Denn Vollkommen sind alle Menschen nicht, auch diejenigen die glauben gutes zu tun und andere dafür unterdrücken.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen