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International Alle gegen alle in Syrien

Im Bürgerkriegsland herrscht das Chaos. Es wird immer schwieriger, den Überblick über die Ereignisse zu behalten. SRF News zeigt die wichtigsten Konfliktparteien, Fronten und Bündnisse.

Blick in eine vollständig zerstörte Strasse in Syrien
Legende: Im Chaos und der Zerstörung die der Krieg in Syrien hinterlassen hat, ist es schwierig den Überblick zu behalten. Reuters

Am Anfang des Bürgerkriegs in Syrien waren die Konfliktparteien noch relativ einfach auszumachen. Mit jedem Kriegsjahr wurde die Situation im Land jedoch komplexer. Mittlerweile gibt es hunderte bewaffnete Gruppierungen und unterschiedlichste Allianzen – teilweise auch unter Feinden. Sehen Sie, welches die wichtigsten Parteien sind und wie es um sie steht.

Unterstützer des Regimes

Syrische Armee

  • Verbündete: Assad-Regime, Hisbollah, Iran und Russland
  • Gegner: Sämtliche Oppositionskräfte

Seit dem Beginn des Bürgerkriegs hat die Syrische Armee stetig an Boden verloren. Die Kerngebiete zwischen Damaskus und der Mittelmeerküste kann sie aber noch halten. Die Truppenstärke hat sich seit Beginn des Bürgerkriegs wegen hoher Opferzahlen und vielen Überläufern fast halbiert.

Hisbollah

  • Verbündete: Assad-Regime, Iran
  • Gegner: Al-Nusra-Front, FSA, andere Rebellen

Die schiitische Miliz aus dem Libanon will das syrische Regime stärken und vor allem dafür sorgen, dass das Gebiet zwischen Damaskus und der Mittelmeerküste in den Händen Assads bleibt. Aktuell plant sie zusammen mit der Syrischen Armee und iranischen Streitkräften eine Bodenoffensive.

Iran

  • Verbündete: Assad-Regime
  • Gegner: IS, andere sunnitische Extremisten

Der Iran hat das Assad-Regime seit Ausbruch des Bürgerkriegs mit Waffen, Training und Geld unterstützt. Das Land hat die von ihm finanzierte Hisbollah in den Krieg hineingezogen. Neuerdings bereitet Teheran eine Grossoffensive mit Bodentruppen vor.

Legende: Video Kritik an russischen Militärschlägen abspielen. Laufzeit 01:32 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.10.2015.

Russland

  • Verbündete: Assad-Regime.
  • Gegner: IS, andere Rebellen

Russland hat Syrien lange mit Waffen versorgt und zuletzt 32 Kampfjets ins Land gebracht. Mit diesen werden mittlerweile Rebellenstellungen angegriffen. Dabei wurde der IS noch nicht ins Visier genommen. Experten meinen, dass das oberste Ziel Russlands der Machterhalt von Präsident Assad sei und nicht die Bekämpfung des IS.

Opposition

Freie Syrische Armee (FSA)

  • Verbündete: YPG, verschiedene Rebellen, Türkei
  • Gegner: Assad-Regime, IS, Al-Nusra-Front

Die moderate Freie Syrische Armee ist seit Beginn des Bürgerkriegs aktiv und kämpfte zuerst im ganzen Land. Später stand sie aber vor ihrer Auflösung. Neuerdings kämpft die Armee wieder erfolgreich in Südsyrien und ist eine Partnerschaft mit der kurdischen YPG eingegangen.

USA

  • Verbündete: moderate Rebellen, YPG
  • Gegner: Assad-Regime, IS

Die USA leiten eine internationale Koalition, die Luftschläge gegen den IS in Syrien und dem Irak durchführt. Das Land unterstützt Rebellen mit Waffen und Trainings. In Vergangenheit wurde eine Zusammenarbeit mit kurdischen Milizen gepflegt.

Türkei

  • Verbündete: US-Militärkoalition, FSA, andere Rebellen
  • Gegner: Assad-Regime, PKK-nahe Kurden, angeblich IS

Die Türkei hat im Juli damit begonnen, vor allem im Nordirak Luftschläge gegen PKK-nahe Milizen zu führen. Daneben stellt sie der US-geführten Koalition Armeeflugplätze zur Verfügung. Seit Beginn des Konflikts gelangen Rebellenkämpfer und Nachschub über die Türkei nach Syrien. Dem Land wird vorgeworfen, IS-Kämpfern Schutz zu bieten.

Kurden

Volksverteidigungseinheiten (YPG)

  • Verbündete: US-Militärkoalition, FSA, andere Rebellen, PKK
  • Gegner: IS, Assad-Regime, angeblich Türkei

Die YPG verteidigen bisher erfolgreich die Kurdengebiete vor einer Invasion des IS. Stellenweise werden Partnerschaften mit Rebellengruppen abgeschlossen. Gegen die Syrische Armee wurde bisher nur selten gekämpft. Unbestätigte Berichte besagen, dass YPG Stellungen von türkischen Jets angegriffen wurden.

Dschihadisten

Islamischer Staat (IS)

  • Verbündete: Gebietsweise Al-Nusra-Front, Geldgeber aus Saudi Arabien und Golfstaaten
  • Gegner: Assad-Regime, YPG, andere Rebellen, US-Militärkoalition

Der IS hat weite Teile Syriens und des Irak erobert und am 29. Juni 2014 ein sogenanntes Kalifat ausgerufen – ein brutal geführter Scharia-Staat. Dschihadisten aus dem Ausland kämpfen zu Tausenden für die Terrorgruppe.

Al-Nusra-Front

  • Verbündete: Andere Rebellen, Geldgeber aus Golfstaaten
  • Gegner: Assad-Regime, Hisbollah, IS

Das Ziel der Al-Nusra-Front ist die Errichtung eines Scharia-Staates im Stil des IS. Je nach Gebiet geht die Terrorgruppe auch Bündnisse mit dem IS ein. Die Al-Nusra-Front ist vor allem im syrisch-libanesischen Grenzgebiet und in Nordsyrien aktiv, wo Russland seine ersten Luftangriffe durchgeführt hat.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Pragmatisch gesprochen: Der "Westen" hat alles Mögliche versucht um B. al-Assad zu stürzen, aber ohne den Einsatz eigener Bodentruppen hat es nicht geklappt, nun ist man am Ende seiner Möglichkeiten. Game over! V. Putin hat da eben eine andere Agenda. Was man nun erlebt, ist, dass die Russen versuchen werden, die vom "Westen" trainierten "Rebellen" zu zermalmen. Fragt sich jetzt nur noch, was der "Westen" dagegen unternehmen will.
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  • Kommentar von Stanic Drago (Putinversteher)
    Seit 1 Stunde gibt in Netz Informationen, dass in Region Daara sich 700 Soldaten von FSA ergeben haben. Es gibt noch keine Bilder und keine neutralle Bestätigung. Aber es gibt bestätigung, dass Russland hat Ziele mit USA abgesprochen. So hatte USA Zeit ihre Soldaten und Ausbilder aus bombardierte abzuziehen. Es gibt Interwieu mit einem Komadantem von IS welche spricht von noch nie da gewesenen Bombardments. Russland meint ernst.
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  • Kommentar von Udo Gerschler (UG)
    Es ist bezeichnend das seit dieser Woche IS Kämpfer ihre Familien in Sicherheit bringen.Wohin ist klar und auch das diese nachkommen.
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