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Alpenquerender Güterverkehr Dank dem Dosiersystem spürbar weniger Verkehr – aber nur im Tirol

Legende: Audio Dosiersystem für Lastwagen dämmt den Verkehr ein abspielen.
1:54 min, aus HeuteMorgen vom 04.11.2017.

Das Wichtigste

  • Um den Lastwagenverkehr kontrollieren zu können, testete Tirol ein Dosierungsregime.
  • Tirol war mit dem Ergebnis zufrieden. Die umliegenden Länder aber nicht.

2,2 Millionen Lastwagen drängen sich auf die Inntalautobahn in diesem Jahr, Tendenz weiter steigend. Manchmal kommt es zum Verkehrskollaps, Sanität oder Feuerwehr kommen nicht mehr durch. Das gefährde die Versorgungssicherheit des Tirol, die Gesundheit ohnehin, sagt die Landesregierung.

Deshalb hat sie den Versuch mit dem Dosierungsregime unternommen, bei dem pro Stunde nur noch 250 bis 300 Lastwagen verkehren dürfen. Die Folge davon ist flüssiger Verkehr in Tirol, aber ein Zehnkilometerstau von Lastwagen vor der österreichischen Grenze in Bayern und eine fast hundert Kilometer lange, nur stockend vorankommende Lastwagenkolonne auf der italienischen Seite.

Eisenbahnstrecken müssten ausgebaut werden

«Ein Erfolg», meint Landeshauptmann Günther Platter, denn nur so entstehe der nötige Druck in Deutschland und Italien, die Eisenbahn auszubauen und die Lastwagenmaut auf Schweizer Niveau zu erhöhen. «Durch die Schweiz ist es doppelt so teuer wie bei uns. In Bayern ist es so, dass die Maut um ein Fünffaches niedriger ist. Es ist eine Forderung, die ich aufstelle, dass diese Maut ebenfalls angehoben wird.»

Bayern protestierte umgehend, die Massnahme verstosse gegen den freien europäischen Warenverkehr, und will die EU-Kommission einschalten, und der Sprecher der Transportlobby, Thomas Baumgartner, will der Tiroler Bevölkerung gar noch mehr Verkehr zumuten: «Das Wichtigste wäre, dass das Nachtfahrverbot aufgehoben würde. Dann könnten wir uns verstärkt – auch an solchen Tagen – auf Nachtfahrten konzentrieren.»

Obergrenze und Solidarität

Er denke nicht daran, das Nachtfahrverbot für Lastwagen aufzuheben und die Lastwagenkolonnen gar auf 24 Stunden auszudehnen, meint da der Landeshauptmann Platter, die Transportlobby müsse umdenken. Es brauche eine Obergrenze der Fahrten und mehr Solidarität der Nachbarn. Der Aufschrei in Bayern und Italien, wenn diese einmal selbst Staus hätten, beweise ja den Handlungsbedarf deutlich.

14 Kommentare

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  • Kommentar von Ruedi Hammer (Ruedi Hammer)
    Fakt ist, dass es unsere in Bern ja nicht mal schaffen, den landesdurchquerenden Güterverkehr auf die Schiene zu befehligen, obwohl wir Steuerzahler doch genau für unsere europäischen Freunde für viele Milliarden eine schöne NEAT gebaut haben. Traurig aber wahr !
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  • Kommentar von Marlisa Schmid (Marlisa)
    Man sollte endlich anfangen, über die vielen unsinnigen Transporte innerhalb von Europa nachzudenken und diese einschränken bzw. verbieten. So werden Tomaten von Süditalien nach Holland gekarrt, die dort verarbeitet und eingetinnt werden, um wieder zurücktransportiert zu werden. Lebende Tiere werden tausende von Kilometern zum Schlachten qualvoll transportiert, dies wegen der EU-Subventionen. Die als Heilsbringer erachtete Globalisierung verursacht gigantischen Mehrverkehr.
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  • Kommentar von D. Schmidlin (Querenlife)
    Schön wenn nun der Verkehr dort hängenbleibt, wo er noch ignoriert wird.
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