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International Ambitionierte Agenda am humanitären Weltgipfel

Darin sind sich auf dem ersten UNO-Nothilfegipfel in Istanbul alle einig: Noch nie seit dem 2. Weltkrieg war die humanitäre Lage so dramatisch wie heute. Doch darüber, wie die internationale Gemeinschaft das Problem angehen soll, gibt es Differenzen zwischen Regierungen, UNO und Hilfswerken.

Ban Ki Moon vor UNO-Fahne
Legende: Hat Ban Ki-Moon das Fuder überladen, wie die Ärzte ohne Grenzen behaupten? Imago

Die Ambition von UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon für den ersten humanitären Gipfel ist hoch, vermutlich zu hoch. Nichts weniger als ein Gipfel über die Humanität schlechthin soll es werden. Klimawandel, Menschenrechte, Entwicklungshilfe – alles soll behandelt werden. Das halten wichtige humanitäre Akteure für falsch. Die Ärzte ohne Grenzen boykottieren daher sogar das Treffen, erklärt Mego Terzian.

Hat sich die UNO zu viel vorgenommen?

Es werde in Istanbul zu viel über Entwicklung und zu wenig über humanitäre Hilfe geredet werden, bemängelt Terzian. Teilnehmen wird hingegen das IKRK, mit einer sehr grossen Delegation. Auch beim Roten Kreuz fürchtet man, die UNO habe das Fuder überladen, räumt Politikdirektor Hugo Slim ein. Doch Fernbleiben bringe nichts.

Das Rote Kreuz will vielmehr erreichen, dass man in Istanbul doch noch hauptsächlich auf akute Probleme bei der humanitären Nothilfe fokussiert. Auf den Schutz humanitärer Helfer, auf die Öffnung humanitärer Korridore, auf die Durchsetzung des humanitären Völkerrechts.

Legende: Video UNO-Weltnothilfe-Gipfel in Istanbul abspielen. Laufzeit 0:41 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 23.05.2016.

Moskau fürchtet Kritik

Druck machen auf Staaten, die diese Prinzipien verletzen und humanitäre Krisen auslösen: Das verlangt auch Winnie Byanyima von Oxfam. Viele Staaten, gerade solche in Konfliktzonen, scheinen jedoch unwillig, mehr als Lippenbekenntnisse für das humanitäre Recht abzulegen. Manche würden den Istanbuler Nothilfegipfel am liebsten zu einem Geldgebergipfel umfunktionieren, der zusätzliche Milliarden spricht.

Und ganz und gar unzufrieden mit dem Treffen ist Russland, das lediglich einen Vizeminister schickt. Offiziell weil man im Vorfeld zu wenig auf russische Ideen eingegangen sei. Tatsächlich aber, weil Moskau fürchtet, selber und vor allem sein Schützling Assad in Syrien könnten in Istanbul wegen krasser Verletzungen des humanitären Völkerrechts unter Druck geraten.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Bei manchen UNO-Konferenzen wähnt man sich in einer Märchenveranstaltung. Das reale Leben und Deals findet ganz woanders statt. Das Elend der Schwachen ist selten auf der Tagesordnung. Und wenn ja, llässt es sich ökonomisch ausschlachten oder Gegner werden damit diffamiert. So funktioniert "leider" die Welt. Die UNO war von Anfang an ein Instrument, um das System der mächtigen Staaten zu schützen und Schwache zu dirigieren. Missbraucht haben die UNO viele Nationen.
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Ambitionierte Agenda am humanitären Weltgipfel ... und DAS gedacht:....was fuer ein Hohn, ausgerechnet in Istanbul... Das ist Heuchelei gigantischer Groessenordnung... ein Spottlied ueber die Ofer der Vergangenheit und Gegenwart der Tuerkey.... Und DA geht "man" hin???
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      und diesem Kommentar schliesse ich mich an, ich hätte nicht anders geschrieben. ...vielleicht noch das, man würdigt Erdogan noch mit einem humanen Gipfel. Einfach unvorstellbar.
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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Grundsätzlich sollten alle Menschen nach spätestens acht Jahren ihre Macht abgeben müssen. Die heutigen Systeme bringen keinen und werden keinen Frieden bringen. Der wird eintreten, wenn Jesus die Macht nach seinem Wiederkommen ergreifenden wird. Doch vorher werden die Menschen sich weiter bekriegen.
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