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International Amnesty: Arbeiter in Katar skrupellos ausgebeutet

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat in Doha einen Bericht zu den Lebensbedingungen der Gastarbeiter in Katar veröffentlicht – er spricht von systematischer Ausbeutung bis hin zu Zwangsarbeit auf WM-Baustellen.

Gastarbeiter arbeitet bei einer brütenden Hitze
Legende: Die Baustellenarbeit in Katar ist unmenschlich – oft wird bei 50 Grad Hitze und ohne Sicherheitsvorkehrungen gearbeitet. Keystone

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Arbeitsbedingungen für Migranten bei der Vorbereitung für die Fussball-WM 2022 im Emirat Katar heftig kritisiert. Die Organisation spricht von einem alarmierenden Ausmass an Ausbeutung bis hin zu Zwangsarbeit.

Legende: Video Fussball-WM: Ausbeutung in Katar abspielen. Laufzeit 2:07 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 17.11.2013.

Über eine Million Gastarbeiter

Viele Arbeiter erhielten monatelang keinen Lohn und würden zur Arbeit gezwungen, indem ihnen mit Abschiebung oder einem kompletten Lohnausfall gedroht werde, sagte Amnesty-Expertin Regina Spöttl anlässlich der Präsentation des jüngsten Berichts zu den Arbeitsbedingungen in Katar.

Seitdem Katar den Zuschlag für die Fussball-WM 2022 bekommen hat, werden mehr als eine Million Gastarbeiter angeheuert, um Stadien und Hotels aus dem Boden zu stampfen.

Kritik der UNO

Der UNO-Sonderberichterstatter François Crépeau hatte vor einer Woche bereits kritisiert, bei vielen Einwanderern in Katar würden an ihren Arbeitsplätzen die Menschenrechte verletzt, manche erhielten ihren Lohn nicht oder ihnen werde weniger gezahlt als vereinbart.

Ähnliche Missstände dokumentierte nun auch Amnesty. In einem Fall beobachteten Amnesty-Beauftragte demnach, «wie elf Männer erpresst wurden, im Beisein von Regierungsbeamten fälschlich ihren Lohnerhalt zu quittieren, damit sie ihren Pass zurückbekamen».

Fragwürdiges «Sponsorengesetz»

Zudem kritisierte Amnesty, die schlechten Arbeits- und Wohnbedingungen gefährdeten Leben und Gesundheit der Arbeiter auf den WM-Baustellen in dem Emirat. Häufig würden ihnen keine Schutzhelme und nicht genügend Trinkwasser zur Verfügung gestellt. In überfüllten Unterkünften lebten die Arbeiter zum Teil ohne fliessendes Wasser, sanitäre Anlagen oder Strom.

Die Fehlentwicklungen sind laut Amnesty zum Teil auf das sogenannte «Sponsorengesetz» von 2009 zurückzuführen, das ausländische Arbeiter dazu verpflichtet, die Genehmigung ihres Arbeitgebers einzuholen, wenn sie diesen wechseln oder Katar verlassen möchten.

10 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Diese unhaltbaren Zustände für Migranten in den Golfstaaten sind allerdings seit Jahren bestens bekannt und kommen nun durch die WM 2022 in Katar etwas ans Licht. Und dabei wird es auch dieses Mal bleiben. Nach wie vor sind offenbar keine Änderungen erwünscht. http://www.zeit.de/1997/12/Sarahs_Story
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Das ist in allen Golfstaaten so - dort sind schwarze und asiatische Arbeiter schlicht Sklaven, denen bei der Einreise alle Papiere abgenommen werden. Die Sklaverei wurde in diesen Ländern offiziell erst vor 50 Jahren abgeschafft, aber sie exisitiert noch fast genauso wie früher. Die Araber haben eh einen koranisch bedingten Herrenmenschen-Komplex - das passt alles. Eine Schande, dass eine Fussball-WM in diesen Teil der Welt vergeben wird. Sepp Blatter sollte sich in Grund und Boden schämen.
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    1. Antwort von Marcel Chauvet, Weißenstadt
      Wieso sollte sich Sepp Blatter schämen ? Sein Fifa-Kumpan, "Kaiser" Franz "von und zu" Beckenbauer setzt noch einen drauf und hat lauthals kund getan, "dass er keine Sklaven in Katar gesehen habe. Die Menschen würden frei herumlaufen." Wie käme man dazu ausgerechnet Franz Beckenbauer als ignoranten Dummkopf zu betiteln ?
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    2. Antwort von Björn Christen, Bern
      Blatter..... Beckenbauer..... Platini - alles dieselbe skrupellose, geldgeile Fussball-Exekutiven-Elite. Widerlich wie man die Menschenrechtsverletzungen von/in Katar einfach schön redet, weil man nicht zugeben will, mit dieser WM-Vergabe einen Reisenfehler gemacht zu haben. Jetzt heisst das Motto einfach: "Augen zu und durch!"
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  • Kommentar von Joech, Basel
    Was haben Sotschi 2014 und Katar 22 gemeinsam? Richtig, da wird Infrastruktur retortenmässig aus dem Boden gestampft, die vor dem Event nicht benötigt wurde und nachher niemand braucht. Tja. Da hätte man doch lieber bewährte Wintersportorte bzw. Orte an denen Fussball auf einem gewissen Niveau gespielt wird berücksichtigt. Aber unter den aufgezwungenen Bdingungen will die ja niemand mehr haben (Kosten und Risiko den Austragungsorten, Gewinne und Rechte der FIFA/UEFA/IOC).
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