Amnesty: Waffenlieferungen in den Irak ermöglichten IS-Gräuel

In einem Bericht kritisiert die Menschenrechtsorganisation den rücksichtslosen Waffenhandel von zahlreichen Staaten, darunter jenen der fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats. Die Waffen hätten die Grausamkeiten des IS erst möglich gemacht.

Der IS fährt während einer Siegesparade mit Panzern vor.

Bildlegende: Der IS fährt während einer Siegesparade mit Panzern vor. Viele der Waffen sind aus dem eroberten Mossul. Keystone

Jahrzehntelange Waffenlieferungen aus der vielen Teilen der Welt in den Irak haben die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in dem Land begangenen Grausamkeiten laut Menschenrechtsaktivisten erst möglich gemacht. Das berichtet Amnesty International.

Die vom IS genutzten zahlreichen und verschiedenartigen Waffen seien «ein Lehrbeispiel dafür, wie rücksichtsloser Waffenhandel Gräueltaten im grossen Stil befördert», erklärte die Menschenrechtsorganisation. Wegen fehlender Regulierung und Überwachung der Bestände im Land habe der IS einen «beispiellosen Zugang zu Waffen».

Bei Eroberung von Mossul erbeutet

Dem Bericht zufolge nutzte der IS grosse Mengen von Waffen aus zahlreichen Ländern weltweit, die ihm bei der Eroberung der Stadt Mossul im Juni 2014 in die Hände fielen, zur Eroberung weiterer Gebiete des Landes und beging damit Gräueltaten an Zivilisten. Auch bei der Eroberung von Armee- und Polizeistützpunkten in Falludscha, Tikrit und Ramadi habe der IS viele Waffen erbeutet.

Auf Waffenlieferungen an den ehemaligen Machthaber Saddam Hussein in den 1970er und 1980er Jahren folgten nach dessen Sturz 2003 weitere umfangreiche Waffendeals.

Nach Angaben von Amnesty kämpfen die Dschihadisten mit Erzeugnissen aus mindestens 25 verschiedenen Staaten, darunter alle fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats. So seien etwa Sturmgewehre aus Belgien, Russland, China, Deutschland und den USA im Einsatz. Als Konsequenz aus der Entwicklung forderte die Organisation unter anderem schärfere Kontrollen der Waffenbestände im Irak.