Amnesty wirft Türkei Verletzung der Menschenrechte vor

Die Türkei soll die Verantwortlichen der Polizei-Gewalt gegen die Demonstrierenden vor Gericht stellen. Sie hätten «massiv» Menschenrechte verletzt, sagt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International.

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Amnesty-Sprecherin zur Polizeigewalt

0:20 min, aus Tagesschau am Mittag vom 2.10.2013

Bei den gewaltsamen Protesten der vergangenen Monate in der Türkei sind nach Angaben von Amnesty mindestens drei Demonstranten ums Leben gekommen. Während der Proteste im Juni und Juli setzte die Polizei scharfe Munition, Tränengas, Wasserwerfer und Plastikgeschosse ein. Dadurch sowie durch Schläge von Polizisten seien zudem mindestens 8000 Menschen verletzt worden, hält Amnesty International in ihrer am Mittwoch publizierten Untersuchung fest.

Auch sexuellen Missbrauch festgestellt

Demonstrierende seien massiv geschlagen worden. Ausserdem habe die Polizei Plastikgeschosse auf Köpfe und Oberkörper von Demonstrierenden geschossen. Tränengaskanister seien direkt auf Demonstranten und Schaulustige, aber auch in Wohnhäuser oder medizinische Einrichtungen geschossen worden. Ferner hätten Sicherheitskräfte Demonstrantinnen sexuell misshandelt.

Schwere Vorwürfe an die Justiz

«Der Versuch, die Proteste im Gezi-Park zu zerschlagen, führte zu einer ganzen Reihe von Menschenrechtsverletzungen. Insbesondere dokumentieren wir völlig unangemessene Gewalt gegen friedliche Demonstranten und Misshandlungen durch die Polizei», sagte die Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland. Die türkische Justiz ermittle aber nicht ernsthaft gegen die Verantwortlichen für die Polizeigewalt. Die Regierung müsse «endlich lernen, friedlichen Protest zu respektieren».

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Amnesty beklagt Menschenrechtsverletzungen in Türkei

    Aus Tagesschau vom 2.10.2013

    Die Menschenrechtsorganisation hat in einem Bericht die schlimmsten Polizeiexzesse während der Proteste im Juni und Juli im Gezi-Park in Istanbul dokumentiert. Und fordert nun die Bestrafung der Verantwortlichen.