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International Angespannte Lage in Nahost – Israel verlegt Truppen

Im Osten Jerusalems ist es nach dem Tod eines 16-Jährigen zu Ausschreitungen zwischen Palästinensern und der Polizei gekommen. Mit zahlreichen Angriffen der Luftwaffe auf den Gazastreifen reagiert Israel auf den Tod dreier Jugendlicher. Die Armee verlegt Truppen in die Nähe des Gazastreifens.

Panzer vor einer Stadt.
Legende: Die israelische Armee steht an der Grenze zum Gazastreifen bereit. Keystone

Die Lage in Nahost spitzt sich gefährlich zu. Nach dauernden Raketenangriffen aus Gaza verlegte die israelische Armee zusätzliche Bodentruppen in Richtung Süden an die Grenze zu den palästinensischen Gebieten.

Legende: Video Gewalt im Gazastreifen abspielen. Laufzeit 1:11 Minuten.
Aus 10vor10 vom 03.07.2014.

«Wir bewegen Truppen», bestätigte ein Armeesprecher. Es sei auch eine begrenzte Zahl von Reservisten mobilisiert worden. Nach Medienberichten handelt es sich um Fusstruppen und gepanzerte Fahrzeuge.

Der Armeesprecher betonte jedoch mehrfach, Israel sei nicht an einer Offensive im Gazastreifen interessiert. Er rief die dort herrschende Hamas auf, den fortwährenden Raketenbeschuss israelischer Grenzorte zu unterbinden, um eine weitere Verschärfung der Situation zu verhindern. «Wir streben eine Deeskalation an, aber wir müssen trotzdem für alles bereit sein», sagte der Sprecher weiter.

Auch Hamas bricht die Waffenruhe

Binnen 24 Stunden hätten militante Palästinenser mehr als 30 Raketen auf Israel abgefeuert. Zwei davon schlugen in Häusern in der Grenzstadt Sderot ein. Wie die israelischen Streitkräfte mitteilten, wurden nach dem Beschuss Israels mit mehr als 20 Raketen in der vergangenen Nacht 15 Ziele der radikalislamischen Hamas angegriffen. Darunter seien versteckte Raketenabschusseinrichtungen und Waffenlager gewesen. Augenzeugen berichteten von heftigen Explosionen und mehr als zehn Luftangriffen. Etwa zehn Verletzte seien in Spitäler gebracht worden.

Auch Hamas-Kämpfer seien an einigen der Angriffe beteiligt gewesen, hiess es weiter. Dies sei ein Bruch der Waffenruhe-Vereinbarungen, die Israel und die Hamas nach dem letzten grossen Schlagabtausch im Gazastreifen im November 2012 unter ägyptischer Vermittlung getroffen hatten.

Hamas bekannte sich allerdings nicht zu den Raketenangriffen. Auch von israelischer Seite gab es schon zahlreiche Verstösse gegen die Vereinbarung.

Kampfjets fliegen Angriffe

Der israelische Aussenminister Avigdor Lieberman hatte nach dem Mord an drei jüdischen Jugendlichen eine breite Militäroffensive im Gazastreifen gefordert. Andere Minister warnten jedoch vor einem solchen Einsatz.

In der Nacht zum Donnerstag tagte zum dritten Mal in dieser Woche das israelische Sicherheitskabinett. Es ist vorerst unklar, ob dabei Entscheidungen getroffen wurden. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte harte Schritte gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas angekündigt.

Krawalle in Jerusalem

Legende: Video Krawalle in Jerusalem (unkommentiert) abspielen. Laufzeit 0:35 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.07.2014.

Nach dem Mord an einem palästinensischen Jugendlichen waren in der Nacht zum Donnerstag die Krawalle in Jerusalem weitergegangen. Im Stadtteil Silwan warfen Demonstranten Molotow-Cocktails auf die Häuser jüdischer Bewohner, wie die Zeitung «Haaretz» berichtet.

Am Mittwoch war in einem Wald bei Jerusalem die Leiche des 16-jährigen Mohammed Abu Chedair gefunden worden. Danach kam es im arabischen Ostteil Jerusalems zu schweren Ausschreitungen.

Israelische Medien sprachen von möglicher Rache rechtsgerichteter Israelis für den gewaltsamen Tod von drei verschleppten und getöteten jüdischen Jugendlichen. Auch ein krimineller Hintergrund wird jedoch nicht ausgeschlossen.

Kritik aus Bern

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) verurteilte in einer Mitteilung die Tötung des jungen Palästinensers. Das Aussendepartement rief die israelische und die palästinensische Regierung zur Zusammenarbeit für einen längerfristigen Frieden und Sicherheit auf.

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19 Kommentare

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  • Kommentar von S. Bolliger, Kirchleerau
    @ Brügger: Nehmen Sie doch bitte mal eine Bibel zur Hand und lesen Sie, was oder wer das jüdische Volk ist - wozu es bestimmt ist und was von ihm verlangt wird. Das auserwählte Volk zu sein ist nämlich nicht einfach ein Wohlfühlprogramm!
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  • Kommentar von O. Toneatti, Bern
    Bolliger,Kerzenmacher@ Gegen die Toparmee der Israelis, die noch jährlich von den Amis und Saudiarabien mit Milliarden $ unterstützt werden, haben alle Israel umgebenden Staaten nicht den Hauch einer Chance, einen Krieg zu gewinnen. Zudem besitzen die Israelis verbotenerweise über hundert Atomsprengköpfe. Auch ihre Schutzmacht USA stand Israel bei über 30 Verurteilungen durch die UNO mit ihrem Veto bei. Und eroberte Gebiete darf man nicht mit Siedlungen überbauen. Haben Sie das alles vergessen?
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    1. Antwort von Björn Christen, Bern
      "Und eroberte Gebiete darf man nicht mit Siedlungen überbauen." - Erzählen Sie mal den Polen und Russen, sie dürften in Ostpreussen nicht bauen - das ist auch erobertes Gebiet. - Dieses dumm-ignorante Herumhacken auf Israel ist absurd. Israel hätte nach dem 67er Krieg in der West Bank das tun sollen, was die Jordanier nach der '48 Landnahme mit den dortigen Juden gemacht haben: Alle Araber räumen und das ganze Gebiet jüdisch besiedeln. Stattdessen beisst sie ihre Humanität jetzt in den Hintern.
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  • Kommentar von S. Bolliger, Kirchleerau
    @ Jens Brügger: Ich staune, Sie wissen, was Ihnen unbekannte Menschen denken! Von keinem einzigen Siedler habe ich je das Wort Dreck im Zusammenhang mit einem Palästinenser gehört - diese Verbindung haben alleine Sie zustande gebracht. Nun, ich kann natürlich auch nicht Gedanken lesen... Mal ehrlich, warum formulieren Sie solche Anschuldigungen?
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