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Trumps Sprecher tritt zurück Angezählt seit dem ersten Tag

Legende: Audio Sean Spicer verlässt das Weisse Haus abspielen.
1:29 min, aus HeuteMorgen vom 22.07.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sean Spicer, der Pressesprecher von US-Präsident Donald Trump, gibt sein Amt auf.
  • Auslöser dürfte eine andere Personalie im Weissen Haus sein: Trump ernannte den Banker Anthony Scaramuccci zum neuen Kommunikationschef. Auch Spicer soll ein Auge auf dieses Amt geworfen haben.
Legende: Video Spicers Fehltritte bleiben unvergessen abspielen. Laufzeit 1:24 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 22.07.2017.

Sean Spicer als Pressesprecher war schon seit dem ersten Tag im Amt angezählt. Damals verlangte sein Boss, Präsident Donald Trump, dass er vor der Presse erklärt, die Besucherzahl bei der Amtsvereidigung von Trump sei die grösste aller Zeiten gewesen. Auch wenn Bilder das Gegenteil belegten.

Spicer machte sich zum Narren vor dem Pressecorps des Weissen Hauses. Nach einem halben Jahr gibt Sean Spicer nun auf.

«Eine Ehre, dem Präsidenten und dem Land gedient zu haben»

Das Vertrauen von Trump hatte Spicer schon lange nicht mehr, die Entscheidung des Präsidenten, den Banker Anthony Scaramucci zum neuen Kommunikationschef zu machen, war für den Pressesprecher endgültig das Zeichen zum Aufhören.

Spicer selbst wollte den Job, der seit Mai unbesetzt war, doch Trump überging ihn. An der Pressekonferenz nahm Spicer schon gar nicht mehr teil, Scaramucci selbst erklärte, er akzeptiere Spicers Entscheidung, liebe ihn sogar dafür. Man kenne sich gut und die Spekulationen, wonach beide sich spinnefeind seien, stimmten nicht.

Der neue Kommunikationschef Anthony Scaramucci und Spicers bisherige Stellvertreterin Sarah Sanders
Legende: Der neue Kommunikationschef Anthony Scaramucci und Spicers bisherige Stellvertreterin Sarah Sanders Reuters

Ein alter Bekannter

Der 53-jährige Anthony Scaramucci ist schon lange hinter den Kulissen aktiv im Politzirkus. Erst sammelte er für Barack Obama Gelder, dann überwarf er sich mit dem Demokraten, wechselte zu den Republikanern und unterstützte im Wahlkampf erst Scott Walker, dann Jeb Bush und schliesslich Donald Trump.

Der Präsident mag die direkte Art Scaramuccis und wollte ihn unbedingt für sein Team. Auch wenn der keine Vorerfahrungen in der Politik und in seinem Job als Kommunikationschef hat.

Die neue Pressesprecherin des Weissen Hauses wird ab sofort die bisherige Stellvertreterin von Sean Spicer, Sarah Huckabee Sanders, sein. Sie wird schon bald im Rampenlicht stehen, denn der Justizminister Jeff Sessions ist mehr als angezählt. Am Freitag wurde bekannt, dass er mehrmals mit dem russischen Botschafter auch über den Trump Wahlkampf gesprochen hatte, was er bislang verneinte.

Arndt Peltner

Arndt Peltner
Legende: zvg

Der freischaffende USA-Korrespondent ist für mehrere deutschsprachige Zeitungen und Radiostationen tätig, unter anderem auch für SRF. Der gebürtige Nürnberger lebt in der Nähe von San Francisco.

9 Kommentare

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  • Kommentar von Severin Heck (Selber denken und prüfen)
    Und die ganze 'Russland' Verschwörungstheorie... Absurd. Den ganzen kalten Krieg hinweg wurde darauf gehofft, dass Russland und die USA miteinander 'reden' statt Militärisch Wettrüsten. Und jetzt passiert genau das... So schlimm.... Ich bim unendlich froh, dass Obama und Clinton weg sind. Und der Konfrontationskurs beendet ist. Alle Russen und Russinen die ich kennen lernte, waren ganz nett. Ich habe Null Bock auf Krieg mit denen wegen paar Linken Kriegshetzern. ...
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    1. Antwort von Henri Jendly (Henri Jendly)
      Realitätssinn ist oft Glücksache. Verdrängung eine psychologische.
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    2. Antwort von Benjamin Kuderer (Benjamin Kuderer)
      Was haben illegale Wahlkampfabsprachen zwischen dem Team Trump und Russischen Quellen die zur Gewinnung kompromitierender Informationen im Bezug auf die Präsidentschaftsgegenkadidatin Clinton dienen sollten mit der Realpolitik zutun? Denken Sie wirklich das verhindert Konflikte zwischen den USA und Russland? LINKE Kriegstreiber? Wurden nicht die letzten Kriege der USA durch republikanische, RECHTE, Präsidenten begonnen? Stichwort: Bush. Einfach mal selber denken und prüfen Herr Heck!
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    3. Antwort von Jana Vilim (Jana Vilim)
      Die USA werden nicht von der offiziellen Regierung geführt. Das sagt der Regisseur Oliver Stone. Zu dieser „echten Führung“ sollen die riesige Rüstungsindustrie, Konzerne und auch Geheimdienste gehören. Dem US-Filmemacher zufolge schaffen sie mit Absicht viele Probleme mit Russland für den US-Präsidenten und drückten Trump an die Wand. Das ist nicht nur in den USA so. Diese Leute regieren die ganze Welt, Politiker sind nur noch deren Marionetten, ebenso die Justiz, die gesamte Administration.
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  • Kommentar von Tim Buesser (TimBue)
    Wieder mal ein Journalistenbeitrag auf SRF, der alles Geschriebene sicher bis ins letzte Detail akribisch recherchiert hat…
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  • Kommentar von Severin Heck (Selber denken und prüfen)
    Das mit den wenigen Besuchern ist ein Hoax. Eine Lüge. Wenn Sie die Video Aufnahmen vergleichen sehen Sie das. Die Aufnahme die als 'Beweis' diente, wurde 2.5 h vor der Inaugoration gemacht. (Amtseinführung). Zum einen war es Regnerisch und der Zugang wurde von gewaltätigen Protesten blockiert. Bei Obama war es perfektes Wetter. Die Leute kamen bei Trump relativ spät. (aus welchem Grund auch immer)... Das zeigen die Überwachungskameras. Die Aufnahmen auf die Menge zeigen Full House.
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    1. Antwort von Henri Jendly (Henri Jendly)
      Ihre Probleme möchte ich haben...
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