Zum Inhalt springen

International Angreifer von Paris lebte zuvor in deutschem Flüchtlingsheim

Der Mann, der am Donnerstag in Paris Polizisten attackierte, lebte zuvor in einer deutschen Asylunterkunft. Nach konkreten Hinweisen aus Frankreich durchsuchten deutsche Sicherheitskräfte seine Wohnung in Nordrhein-Westfalen.

Polizist mit Sturmgewehr
Legende: Sicherheitskräfte hatten den Angreifer am Donnerstag erschossen. Jetzt ist klar: Er lebte in Deutschland. Keystone

Am Donnerstag griff ein Mann Pariser Polizisten an und wurde dabei erschossen. Wie sich herausstellte, hatte er zuvor in einer deutschen Asylbewerberunterkunft gewohnt.

Zur Tatzeit hatte er eine Wohnung in Nordrhein-Westfalen, wie das Landeskriminalamt (LKA) am späten Samstagabend mitteilte. Einsatzkräfte der Polizei hätten die Wohnung in Recklinghausen am Samstag untersucht. Vorausgegangen seien konkrete Hinweise französischer Sicherheitsbehörden. Der Mitteilung zufolge ergaben sich nach bisherigen Erkenntnissen keine Hinweise auf weitere mögliche Anschläge.

Legende: Video Angriff auf Polizeistation in Paris abspielen. Laufzeit 0:31 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 07.01.2016.

Handy mit deutscher SIM-Karte

Der Mann war am ersten Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» auf zwei Polizisten zugelaufen, hatte «Allah ist gross» gerufen und ein Schlachtbeil gezogen. Die Beamten erschossen ihn.

Ermittler fanden bei ihm ein Bekenntnis zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und in seinem Handy eine deutsche SIM-Karte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordversuchs und Terrorismus.

IS-Zeichen in der Flüchtlingsunterkunft

Wie die «Welt am Sonntag» unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise schreibt, war der Mann in Deutschland unter vier Aliasnamen registriert. Asyl habe er unter dem Namen Walid Salihi beantragt. In einer Flüchtlingsunterkunft in Recklinghausen habe er im September 2015 das Zeichen des IS an die Wand gemalt.

Die in Deutschland angegebenen Staatsangehörigkeiten waren der Zeitung zufolge mal syrisch, mal marokkanisch, mal georgisch. Der Mann sei dort zudem mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten.

Spurlos verschwunden

In Frankreich hatte sich der Mann laut Staatsanwalt bei einer früheren Kontrolle als Marokkaner ausgegeben. In einem bei ihm gefundenen Schreiben nannte er dagegen einen anderen Namen und bezeichnete sich als Tunesier - als dieser soll er französischen Medien zufolge auch von seinem Umfeld erkannt worden sein. Seine tatsächliche Identität ist aber noch nicht offiziell bestätigt.

Nach Informationen des Nachrichtenportals «Spiegel Online» posierte der Mann in seiner nordrhein-westfälischen Flüchtlingsunterkunft mit einer IS-Fahne. Die Landesbehörden stuften ihn demnach als Verdachtsfall ein, doch im Dezember 2015 verschwand er spurlos aus der Flüchtlingsunterkunft.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

35 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von P Pian (P)
    Da zeigt sich Merkels willkommen Kultur, über 200000 nicht registrierte Flüchtlinge, Gewalttaten, Sexuäle Belestigung. Wieviele noch nicht bekannt sind möchte ich lieber nicht wiesen. Ich bin nicht für Selbst Justiz, aber da müsste man handeln Länder übergreifend.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Was wohl passieren würde wenn die ganze Wahrheit ans Licht kommen würde. Die Wahrheit über alle Straftaten von angeblichen Flüchtlingen. Die Wahrheit über die wirkliche Anzahle der Asylbewerber. Die Wahrheit über die Gesamtkosten etc.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Lucas Frank (Lucas)
    @m. mitulla. Ich weiss, dass sie sich von ihren Anti-Westlichen gefühlen leiten lassen, aber betrachten wir das mal objektiv, Schweizer verbrechen: wauwilermoos, unterstützung der Apartheid Südafrika, lieferung von Biochemie an Südafrika, die als Massenvernichtungswaffen benutzt werden können. Wieso verzeihen wir uns Europäern, aber nie den Amis ? John McCain ist GEGEN Foltern, genau wie Rand Paul, Ron Paul oder Chris Christie und viele mehr. Das Foltern wird derzeit nicht mehr praktiziert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Lucas Frank (Lucas)
      Korrektur: Ted Cruz, nicht Christie.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Meine Gefühle spielen in der Weltpolitik wohl kaum eine Rolle, L.Frank. Ich prangere die hemmungslose Gier der Reichsten dieser Erde an - ob in Ost oder West. Seit der angelsächsische Kapitalismus mit seinen Bankstern von der ganzen Welt Besitz ergriffen hat, mehren sich die Kriege - nicht nur diejenigen, die mit Waffen geführt werden, sondern auch die Wirtschaftskriege im grossen Stil. Selbstverständlich müssen alle Verbrechen aufgearbeitet werden, auch die Schweizerischen...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen