Angriff auf Präsidentenpalast in Mogadischu

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu haben mutmassliche Al-Shabaab-Milizionäre den Präsidentenpalast angegriffen. Augenzeugen berichteten von schweren Explosionen sowie Kämpfen innerhalb des Gebäudes.

Wrack eines Autos.

Bildlegende: Bereits am Samstag ereignete sich in Mogadischu ein Selbstmordattentat vor dem Parlament Somalias. Reuters

In der somalischen Hauptstadt Mogadischu griff die radikal-islamische Al-Schabaab-Miliz den Präsidentenpalast an. Präsident Hassan Scheich Mohamud habe sich zum Zeitpunkt der Attacke jedoch nicht auf dem Gelände aufgehalten und sei unversehrt, sagte Innenminister Abdullahi Godah Barre.

Die Sicherheitskräfte hätten die Kontrolle über das Gelände. Bis zu fünf Angreifer seien getötet worden. Der Angriff begann am frühen Abend und dauerte mindestens eine Stunde.

Die Al-Schabaab-Miliz erklärte dagegen, sie sei in den Präsidentenpalast eingedrungen. «Wir haben jetzt einige Teile des Palastes unter unserer Kontrolle, die Kämpfe dauern an», sagte ein Sprecher der der Al-Kaida nahestehenden Organisation.

In Somalia und in Kenia aktiv

Bereits im Mai hatte die Al-Schabaab-Miliz, die ihre eigene strikte Auslegung des islamischen Rechts durchsetzen will, das Parlament in Mogadischu attackiert. Die Gruppe, die vor allem im Zentrum und Süden des Landes aktiv ist, bekämpft seit Jahren die Zentralregierung in der Hauptstadt. Die somalische Regierung bemüht sich nach Jahrzehnten des Bürgerkrieges und der Anarchie, mit internationaler Hilfe das Land zu befrieden.

Auch für Attentate im Nachbarland Kenia werden die Extremisten verantwortlich gemacht. Kenia kämpft seit 2011 gegen Islamisten in Somalia und hat sich inzwischen der Schutztruppe der Afrikanischen Union (AU) angeschlossen.

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