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Anhaltende Konflikte Waffen boomen wieder

Nach tieferen Rüstungsausgaben Anfang der 2010er-Jahre haben die Staaten letztes Jahr wieder mehr Waffen gekauft.

Legende: Audio Weltweite Rüstungsindustrie verkauft wieder mehr abspielen.
1:41 min, aus HeuteMorgen vom 11.12.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die weltweite Rüstungsindustrie hat 2016 inflationsbereinigt knapp zwei Prozent mehr verkauft als im Vorjahr.
  • Die grösste Waffenschmiede ist der US-Konzern Lockheed Martin.
  • Regierungen rechnen mit anhaltenden Spannungen und investieren wieder mehr in die Rüstung als Anfang der 2010er-Jahre.

Für 375 Milliarden Dollar wurden im letzten Jahr Waffen verkauft – inflationsbereinigt 1,9 Prozent mehr als 2015. Dabei sind die chinesischen Rüstungsunternehmen nicht einmal mitgerechnet, weil bei diesen die Datenlage laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri zu dürftig ist.

Die Experten gehen aber davon aus, dass rund zehn chinesische Waffenschmieden zu den grössten 100 der Welt zählen dürften. Eine oder zwei könnten gar zum Kreis der Top Ten gehören, die vom US-Riesen Lockheed Martin und Boeing angeführt werden. Auf Platz vier folgt mit BAE Systems aus Grossbritannien das erste europäische Unternehmen.

Die grössten Waffenhersteller der Welt (ohne China)

Firma
Land
Verkäufe 2016 (in Mio. US-Dollar)
1. Lockhead Martin Corp.
USA
40'830
2. Boeing
USA
29'510
3. RaytheonUSA22'910
4. BAE Systems
Grossbritannien22'790
5. Northrop Grumman Corp.
USA
21'400
6. General Dynamics Corp.
USA19'230
7. Airbus Group
Europäisch
12'520
8. L-3 Communications
USA
8'890
9. Leonardo
Italien8'500
10. Thales
Frankreich8'170
11. - 86. ......
...
87. Ruag
Schweiz
820

Geschäfte haben sich erholt

2002 hatte das Sipri diese Zahlen zum ersten Mal erhoben. Verglichen mit damals nahmen die weltweiten Rüstungsverkäufe um 38 Prozent zu. Doch Anfang der 2010er-Jahre lahmten sie während mehrerer Jahre. Nun, seit dem letzten Jahr, läuft das Geschäft wieder gut.

Besonders erfolgreich sind amerikanische und russische Betriebe. Sie legten stärker zu als jene in Europa. Einen regelrechten Boom erleben zurzeit südkoreanische Hersteller, was auf den Nordkoreakonflikt zurückzuführen sein dürfte.

Legende:
Waffenverkäufe nach Ländern in Prozent Die Grafik beinhaltet die Verkäufe der grössten Waffenhersteller des jeweiligen Landes, auch ihre Zweigniederlassungen im Ausland werden miteinbezogen. Nicht aufgeführt sind die chinesischen Waffenhersteller. Stockholm International Peace Research Institute (Sipri)

Regierungen rechnen mit Spannungen

Doch längst nicht nur dort lancieren Regierungen umfangreiche neue Rüstungsprogramme. Die Weltlage scheint generell unsicherer als früher. Die künftige Entwicklung wird skeptisch beurteilt, es wird mit anhaltenden Spannungen gerechnet.

Deshalb sind es inzwischen nicht mehr nur die Schwellenländer, die kräftig aufrüsten, sondern neuerdings auch wieder die USA und europäische Staaten. Abrüstung ist nur noch in wenigen Ländern angesagt.

Schweizer Rüstungsunternehmen

Auf Platz 87 der 100 grössten Rüstungshersteller weltweit ist die Schweizer Ruag. Sie setzt aber zunehmend auf die zivile Raum- und Luftfahrt. Aus den Top 100 flogen die Pilatus-Werke. Deren Flugzeugverkäufe entwickeln sich von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich.

33 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Unter den TopTen sind sieben US Hersteller. Muss sich niemand wundern das die USA keiner Konfrontation aus dem Wege gehen. Da kommt ein Typ wie Supertrump gerade recht.
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  • Kommentar von Nanouk Zünd (Nanouk Zünd)
    ...und jetzt, dank der Entscheidung der Regierung Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, könnten die Kassen der Rüstungsunternehmen für viele zusätzliche Jahre klingeln. Ein Schelm, der Böses denkt... Skandalös, dass diese Marionette im weissen Haus Entscheidungen treffen kann, die klar im Interesse nahestehender Sponsoren (Allen voran ein gewisser Herr Adelson) stehen, und nicht dem Frieden oder der Stabilität der Region dienen. Die Rüstungsindustrie reibt sich die Hände...
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  • Kommentar von Frank Henchler (Fränki)
    Ein wenig aussagekräftiger Artikel, die man sich so hätte sparen können.... Informativer wären totale Zahlen für die einzelnen Länder gewesen. Außerdem sollte in einer solchen Statistik immer der prozentuale Vergleich, Verkäufe/ Kopf angegeben werden. Eine Sortierung nach Herstellern, macht in meinen Augen wenig Sinn.
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