Anklage fordert 60 Jahre Haft für Manning

Er hatte der Enthüllungsplattform Wikileaks über 700'000 geheime US-Dokumente zugespielt: Der 25-jährige Bradley Manning. Dafür soll er nun für 60 Jahre ins Gefängnis.

60 Jahre Haft für den schuldig gesprochenen Soldaten Bradley Manning: Dieses Strafmass fordert die Anklage im Prozess um die Weitergabe geheimer US-Dokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks.

Gerichtszeichnung zeigt Bradley Manning und die Richterin

Bildlegende: Eine einzelne Richterin wird das Schicksal des 25-jährigen US-Obergefreiten Manning besiegeln. Reuters

«Er hat die USA verraten», sagte der Staatsanwalt im Militärgericht in Fort Meade. «Für diesen Verrat verdient er es, den Grossteil seines restlichen Lebens im Gefängnis zu verbringen.»

Die Verteidigung bat in ihrem Plädoyer dagegen um Milde, ohne eine spezielle Strafe zu empfehlen. Manning sei jung und könne rehabilitiert werden, sagte sein Anwalt nach Angaben der «New York Times».

Höchststrafe: 90 Jahre Haft

Ende Juli hatte das Gericht den 25-jährigen US-Obergefreiten in 20 Anklagepunkten für schuldig befunden, darunter Spionage und Diebstahl. Er hatte Wikileaks mehr als 700'000 Geheimdokumente der US-Streitkräfte und des diplomatischen Dienstes zugespielt.

Die Plädoyers im Militärverfahren in Fort Meade bildeten den Abschluss einer 13-tägigen Anhörung über das Strafmass. Festgesetzt wird es von einer einzelnen Richterin, Denise Lind. Die Höchststrafe liegt bei 90 Jahren. Die Entscheidung über das Strafmass könnte bereits in den nächsten Tagen fallen.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Wikileaks-Informant Bradley Manning verurteilt

    Aus Tagesschau vom 31.7.2013

    Der ehemalige Obergefreite der US-Armee Bradley Manning wurde in 19 Anklagepunkten für schuldig erklärt. Im schwerstwiegenden Anklagepunkt, „Unterstützung des Feindes“, wurde er aber überraschend freigesprochen. Dennoch drohen Manning über 100 Jahre Haft.