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International Annäherung in Krisenzeiten

Kremlchef Putin reist zum ersten Mal seit dem umstrittenen Anschluss der Halbinsel Krim in den Westen. Am Rande der Feiern zum 70. Jahrestag des D-Days in Frankreich wird er mit einer Reihe von westlichen Staatschefs zusammentreffen.

Frankreichs Präsident Hollande (links) und Russlands Staatschef Putin in Paris
Legende: Annäherung in Krisenzeiten: Frankreichs Präsident Hollande (links) und Russlands Staatschef Putin in Paris Reuters

Erstmals seit der Eskalation in der Ukraine-Krise ist Russlands Präsident Wladimir Putin wieder mit führenden westlichen Politikern zusammengetroffen. Am Vorabend der Feiern zum 70. Jahrestag des D-Days kam er in Paris zunächst mit dem britischen Premier David Cameron zusammen, später empfing ihn Frankreichs Staatschef François Hollande.

Legende: Video Zweimal Nachtessen für den Weltfrieden abspielen. Laufzeit 4:32 Minuten.
Aus 10vor10 vom 05.06.2014.

Cameron übermittelte dem Kremlchef «einige sehr klare und sehr deutliche Botschaften». Er habe Putin mitgeteilt, dass es aus seiner Sicht «die Chance für eine erfolgreiche, friedliche und stabile Ukraine» gebe. Besonders jetzt, da es eine Präsidentschaftswahl gegeben habe, sagte Cameron nach Angaben seiner Sprecherin. «Aber der Status Quo, die Situation, wie sie heute ist, ist nicht akzeptabel und muss geändert werden.»

Hollande betonte vor seinem Treffen mit Putin, er empfange ihn als Gastgeber der Feierlichkeiten zum Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie 1944. Bei dem Treffen der beiden Präsidenten dürfte es unter anderem über den in Nato-Kreisen umstrittenen Verkauf französischer Kriegsschiffe der «Mistral»-Klasse an Russland gegangen sein. Das Waffengeschäft ist mehrere Milliarden Euro schwer, stösst aber insbesondere bei der US-Regierung auf Kritik.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will am Freitag mit Putin sprechen.
Ob es in der Normandie auch zu einem Treffen des Kremlchefs mit US-Präsident Barack Obama kommen wird, ist noch unklar.

Frankreichs Präsident Hollande (links) und Russlands Staatschef Putin in Paris
Legende: Annäherung in Krisenzeiten: Frankreichs Präsident Hollande (links) und Russlands Staatschef Putin in Paris Reuters

Putin nimmt an diesem Freitag offiziell an den Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Truppenlandung der Alliierten in der Normandie teil. Beide Seiten nutzen den Anlass, um nach ihrer schwersten Krise seit dem Ende des Kalten Krieges erstmals wieder über persönliche Treffen ins Gespräch zu kommen – und vielleicht über einen Ausweg aus dem Ukraine-Konflikt zu beraten.

Die Situation ist seit der Krim-Krise ausgesprochen verfahren. Das zeigte sich auch deutlich am G7-Treffen in Brüssel. Das Treffen war eigentlich als G8-Gipfel mit Russland geplant gewesen und hätte in Sotschi stattfinden sollen. Doch der Anlass platzte – als Strafe für den als Völkerrechtsbruch kritisierten Anschluss der Krim an Russland.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    @E. Dreier: Es ist auch mir bekannt, dass Sie hier gern provozieren und deshalb immer wieder Tatsachen verdrehen. 1. Es geht hier nicht um den 1. Weltkrieg, in ein paar Wochen haben wir für diesen genug Zeit zum Diskutieren. Zudem lassen sich die beiden Weltkriege nicht direkt miteinander vergleichen. 2. Der D-Day war DER entscheidende Tag, viel mehr als der 31.1.1943 (Stalingrad). Zu diesem Zeitpunkt war die Rote Armee noch nicht einmal auf deutsches Reichsgebiet vorgedrungen.
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    1. Antwort von N.Belg, Luzern
      Sie und noch welche verdrehen hier die Tatsachen. Stalingrad war nicht nur für Russland entscheidende Wendepunkt des Krieges, für die ganze Menschheit. Natürlich die Kriege soll man nicht vergleichen, aber die Kriegstreiber sind die selben, die immer versuchen Russland in den Krieg einbeziehen.
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  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Die Situation ist seit der Krim-Krise ausgesprochen verfahren! Ist sie, da nicht bewiesen ist, wer da was verbrochen hat - Anschuldigungen stehen im Raum. Aus der Vergangenheit sollte eigentlich jeder wissen, wer der grösste Lügner auf diesem Planeten ist. Ein Beispiel: 1954 PB Success in Guatemala von den CIA organisiert um einen demokratisch gewählten Präsidenten zu stürzen! Wer wurde da fälschlicherweise beschuldigt (gefälschte Beweise)? Die Russen!!!! 1953 Operation TP AJAX!!!
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    1. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Wollen Sie wirklich wissen, wer der grösste Lügner auf diesem Planeten ist? Lesen Sie einmal das Neue Testament! Natürlich wurde auch in Washington immer wieder gelogen, aber die in Moskau waren und sind um keinen Deut besser. Das wird nur von den "Progressiven" und den Sozialisten aller Schattierungen bestritten. Deshalb gab es früher nicht ohne Grund diesen Witz: Wenn du wissen willst, was in der Welt läuft, musst du das genaue Gegenteil von dem glauben, was in der "Prawda" steht.
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    2. Antwort von w.Helfer, Zürich
      Es gab keine Krim-Krise. Im Gegenteil! Die Menschen dort wurden von brutalen Übergriffen aus Kiew beschützt und durften SELBER bestimmen in welche Richtung sie wollen. Und zu Ihrem Beispiel. Putin hatte wohl 1953/54 noch nicht viel zu sagen und Lügen konnte er wohl auch noch nicht. Zur Erinnerung. Wir haben 2014 und wenn man Putin dauernd Lügen vorwirft, sollte man sie auch endlich mal beweisen u nicht nur immer davon reden.
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    3. Antwort von N.Belg, Luzern
      J.Stump In welcher Zeit sie leben, immer noch im "Kalten Krieg"? Wenn nicht alles veröffentlicht war in "Prawda", dann waren wir "verschont", und im Westen jetzt "verschont" und zombiert, da die "Prawda" - was die Wahrheit bedeutet ist jetzt auf russischen Seite.
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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Auch die Franzosen müssen sich langsam sagen: "Mit Putin macht man Win-Win-Geschäfte. Mit den Amis... - von den Amis wird man bedroht und erpresst."
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    1. Antwort von Trachsel Dominic, Schliern bei Köniz
      @Eddy Dreier Anscheinend haben Sie meinen untenstehenden Kommentar falsch verstanden, gerade weil der Krieg im Osten entschieden wurde, hätte man den Sieg zusammen in Moskau feiern sollen (und in den Medien breittreten) und nicht diese einzelne Operation. Es sind auch die Toten im Osten, die ich meinte. Der erste WK mit dem zweiten zu vergleichen ist schlichtweg falsch, war der Zweite mehr als ein Krieg auch ein Zusammenprall von Ideologien, die unsere Freiheit bis heute tangiert hätten...
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