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Kurzfristiger Empfang Annäherung zwischen den USA und Russland

Legende: Video «Donald Trump empfängt Sergej Lawrow» abspielen. Laufzeit 0:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.05.2017.
  • Die Beziehungen zwischen den USA und Russland sollen sich normalisieren, heisst es von beiden Seiten nach einem Treffen in Washington.
  • Russlands Aussenminister Lawrow sieht eine neue Ära kommen – mit weniger ideologischer Belastung.
  • Syrien und Ukraine belasten die Beziehung am stärksten.

US-Präsident Donald Trump hat den russischen Aussenminister Sergej Lawrow empfangen. Das Weisse Haus bestätigte den geplanten Besuch am frühen Morgen. Vom Treffen gibt es nur ein Foto.

Nach Angaben aus dem Weissen Haus bezeichnete Trump das Gespräch als «sehr, sehr gut». Themen waren der Konflikt in der Ukraine und der Krieg in Syrien, was das Verhältnis zwischen Washington und Moskau seit Jahren schwer belastet. Trump habe auch den Wunsch nach «einer besseren Beziehung» zwischen beiden Staaten zum Ausdruck gebracht.

Syrien und Ukraine belasten Beziehung

Trump habe sich zuversichtlich geäussert, dass eine Annäherung in der Syrien-Frage möglich sei: «Ich denke, wir werden sehr gute Dinge hinsichtlich Syriens tun. Die Dinge bewegen sich, das ist sehr positiv.» Aber Trump habe Russland aufgefordert, der syrischen Regierung und dem verbündeten Iran «Zügel anzulegen».

Weiter habe Trump an Moskau appelliert, zur Beilegung des Konflikts in der Ostukraine das Abkommen von Minsk durch einen totalen Waffenstillstand «vollständig umzusetzen».

Nur Lawrow äussert sich vor den Medien

Nach dem Besuch sprach nur Lawrow selber in der russischen Botschaft in Washington an einer Medienkonferenz. Nun breche eine neue Ära an, so Lawrow. Sie sei nicht ideologisch geprägt wie bei Barack Obama. Trump sei an «pragmatischen Beziehungen» zum gegenseitigen Nutzen beider Länder interessiert.

Lawrow betonte zudem, eine Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf habe es nie gegeben: «Ich denke, dass Politiker dem US-System grossen Schaden zufügen, wenn sie behaupten, dass jemand von aussen die USA kontrolliert.»

Nächste Station ist der G20-Gipfel

Der Aussenminister war das bislang höchste russische Regierungsmitglied, das Trump seit Amtsantritt traf. Mit Präsident Wladimir Putin hat er bislang nur telefoniert.

Nächste Gelegenheit, die russisch-amerikanischen Beziehungen aufzufrischen, gibt es laut Lawrow Anfang Juli. Dann wollen sich Trump und Putin am Rande des G20-Gipfels in Hamburg treffen.

Das Weisse Haus hat bislang nur bestätigt, dass es «Bestrebungen für ein solches Treffen» gebe.

23 Kommentare

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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Hier geht es um's Geschäft. Seit den dummen Ukraine-Sanktionen bauten die USA ihr Geschäftsvolumen mit RU aus, während Europa schön brav ist. Offiziell gibt man sich zwar zurückhaltend, doch wenn die US-Wirtschaft gute Deals wittert, gibt's kein Halten. Bald mischt auch China in noch grösserem Stil mit. Wer zu spät kommt, bestraft das Leben. Zwischen der US-Superreich-Elite und den russischen Oligarchen (sind im Grunde der gleiche Schlag Menschen) gibt es immens viele Kontakte und Geschäfte.
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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    "Sehr,sehr gut", das heisst bei Supertrump dem Phrasendrescher überhaupt nichts!
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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Da speien die Gutmenschen richtig Feuer, wenn die zusehen müssen, dass Amerika mit Russland nicht Streit sondern normale, möglichst friedliche Beziehungen aufbauen will.
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