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International Annäherung zwischen Hollande und Putin bei Anti-Terror-Koalition

Frankreich sucht im Kampf gegen den IS-Terrorismus weiter Verbündete. Nach Gesprächen in Washington und Berlin will François Hollande den Kremlchef Wladimir Putin ins Boot holen. Bei einem Besuch in Moskau sicherte Putin zu, in Zukunft die gemässigte syrische Opposition zu schonen.

Legende: Video Hollande bei Putin abspielen. Laufzeit 00:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.11.2015.

Für François Hollande war es in dieser Woche die letzte Station, um eine Anti-Terror-Allianz zu schmieden: Nach Sondierungsgesprächen in den USA, Grossbritannien, Deutschland und Italien traf sich der französische Präsident mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau.

Dabei haben die beiden die Notwendigkeit eines Bündnisses gegen den Terrorismus betont. Die jüngsten Anschläge würden beide Länder zwingen, ihre Bemühungen zu vereinigen, sagte Putin. «Wir sind bereit zu dieser Zusammenarbeit, mehr noch, wir halten sie für absolut notwendig», so der russische Präsident.

Hollande und Putin reichen sich die Hand, sehen sich dabei aber nicht an. Putin verzieht das Gesicht.
Legende: Hollande und Putin reichen sich die Hand: Doch im Umgang mit Syriens Machthaber Assad sind sich die beiden uneinig. Keystone

Keine Angriffe auf syrische Rebellen

Die beiden Präsidenten kamen überein, die Kooperation und den Austausch von Informationen zu verstärken. Angriffe auf bewaffnete Gruppen in Syrien, die ihrerseits gegen den Terror kämpfen, sollen künftig vermieden werden, sagte Putin. Dabei geht es um den Umgang mit der gemässigten syrischen Opposition. Bislang stuft Russland alle Gegner des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad als Terroristen ein.

Die Zukunft von Assad steht im Zentrum

Was hingegen Assad selber angeht, gab es zwischen Hollande und Putin keine Annäherung. Der syrische Bürgerkrieg brauche eine politische Lösung, dafür müsse Assad abtreten, sagte Hollande. Putin hingegen sagte, der Kampf gegen die IS-Terrormiliz sei nur mit Bodentruppen zu gewinnen. Dafür seien Assad und seine Armee «die natürlichen Verbündeten».

Der Westen – mit den USA an der Spitze – ist aber zum Kampf mit vereinten Kräften nur bereit, sofern Russland die Unterstützung für Machthaber Assad aufgibt und sich auf einen Machtwechsel in dem Bürgerkriegsland einlässt.

Russland hingegen will zwar nicht um jeden Preis Assad, wohl aber das syrische Regime als solches an der Macht halten. Die russische Führung betont, dass sich ihr Militäreinsatz vor allem gegen den IS richtet. Aber Experten sind überzeugt: Der IS spielt eine Nebenrolle auf der Liste mit Zielen der russischen Kampfpiloten.

Legende: Video SRF-Korrespondent Franzen: «Politische Differenzen sind zu gross» abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.11.2015.

Putin sieht Russland als Anführer

Frankreichs Präsident wolle die Gräben schliessen und Putin mit ins Boot holen, sagt SRF-Korrespondent Christof Franzen in Moskau. Hollande sehe sein Land im «Krieg» gegen den Terrorismus. Doch er wisse, ohne militärische Hilfe könne Frankreich diesen Feldzug nicht gewinnen. Eine Koordination sei möglich, meint Franzen, eine grosse Allianz hingegen kaum.

Auch die politische Eiszeit zwischen Russland und der Türkei nach dem Abschuss eines russischen Kampfjets durch das türkische Militär soll daran nichts ändern. Aber Putin sehe Russland als Führer eines breiten Bündnisses.

USA und Russland geben den Ton an

Nach den Anschlägen in Paris am 13. November hatte Putin Hollande schnell die Hand gereicht. Putin wies sein Militär an, Frankreich im Syrien-Konflikt «wie einen Verbündeten» zu behandeln.

Doch Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow machte auch klar, dass Russland Frankreich eher als Initiator sieht. Den Ton geben andere an. «Die jetzige Situation erfordert eine aktivere Zusammenarbeit vor allem der USA und Russlands, die eine besondere Verantwortung für die weltweite Sicherheit tragen», betont Uschakow.

Zumindest in Worten näherte sich Putin der bisher US-geführten Koalition an. «Wir achten diese Koalition, die von den USA geführt wird, und sind bereit, mit ihr zusammenzuarbeiten», sagte er laut russischen Nachrichtenagenturen.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Wieder mal kommen die Lügen Putins und seiner Trolle ans Licht. Bislang wurde doch stets behauptet, dass Putin einen unberbittlichen Kampf gegen den IS führe, und jetzt '"sicherte Putin zu, in Zukunft die gemäßigte syrische Opposition zu schonen". Also hat er doch in der Vergangenheit die Oppositionellen Assads schonungslos bekämpft, Leidtragende sind dabei wohl eher Zivilisten und Flüchtlinge gewesen. Allerdings ist man von Putin gewohnt, dass er dazu neigt, gegebenes Wort nicht zu halten.
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  • Kommentar von Udo Gerschler (UG)
    Es kann nicht sein das Europa wieder wie in Libyen auch in Syrien zur Destabilisierung auf kosten der Bevölkerung beiträgt.Warum wollen die USA keine Möglichkeit der Wahl? Assad wegbomben und dann IS installieren wie in Lybien oder anderen Ländern? Frankreich hat nur eine Wahl bei der Überschuldung und hohen Arbeitslosigkeit.
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  • Kommentar von Susanne Lüscher (Lol)
    Die russischen Erfolge im Kampf gegen IS und andere Terrororganisationen auf syrischem Gebiet haben die US-geführte NATO, die USA selbst und natürlich die Türkei in eine prekäre Situation gebracht. Es wird offen ausgesprochen, aber wieder einmal von den „Qualitätsmedien“ nicht aufgegriffen, dass sowohl die Türkei als auch die USA Anti-Assad-Kämpfer – also Terroristen – aktiv unterstützen. Wann wacht Europa endlich auf und lösst die NATO auf und arbeitet mit RU und China zusammen?
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    1. Antwort von Anaj Miliv (Anaj Miliv)
      Obama als Crypto Islamist oder immer noch Muslim, egal, in Wahrheit will Obama nicht den »Islamischen Staat« schwächen und zerstören, sondern den Irak und Syrien, darum wird auch Türkei unterstützt.
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    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      @A.Miliv. Das ist keine neue Strategie der USA. Bereits im 1.Golfkrieg wurde die Region durch Präsident Reagan "mit sich selbst beschäftigt" (Worte des US-Strategen George Friedman). Heute kommt noch die Schwächung Europas durch die Flüchtlingskrise hinzu. In dieser Konstellation können die USA ungehemmt ihre Handelsabkommen durchdrücken und sowohl lokales Gewerbe, als auch Bürgerrechte und Demoktatien aushebeln. Deshalb sind die USA daran interessiert, diesen Krieg nicht zu schnell zu beenden.
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    3. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Auflösung der NATO? Wer das den Osteuropäern sagt, die sowjetrussisches Joch ertragen mussten, dem werden die Augen ausgekratzt, wenn nicht noch schlimmeres passiert. Sowas sollten eigentlich nicht ausgerechnet die Leute sagen, jahrzehntelang unter dem Schutzschild der NATO gratis schmarotzt haben.
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