Anschlag auf Pipeline – Millionen Pakistani ohne Strom

Separatisten haben in Pakistan drei wichtige Gas-Pipelines gesprengt. Nun sind Millionen Menschen von der Versorgung abgeschnitten. Die Reparaturen dauern mehrere Tage.

Arbeiter und Schaulustige stehen um zestörte Pipelines.

Bildlegende: Einer der Anschlagsorte in der Nähe der Ortschaft Rahimyar Khan, ca. 600 Kilometer südlich von der Hauptstadt Islamabad. Reuters

«Drei Pipelines mit einem Durchmesser von bis zu 90 Zentimetern sind gleichzeitig explodiert.» Dies sagte der Sprecher eines staatlich betriebenen Energiekonzerns, der vom Sabotage-Akt betroffen ist.

Pakistans bevölkerungsreichste und wohlhabendste Provinz ist vom Anschlag betroffen. Die Versorgung mit Gas sei für weite Teile Punjabs abgeschnitten.

Dies war das Ziel der Attentäter. Zu dem Anschlag bekannte sich die Republikanischen Armee Baluchistans (BRA). Ein BRA-Sprecher sagte, der Angriff sei ein Vergeltungsakt für Operationen der Sicherheitskräfte, bei denen Separatisten getötet worden seien. Die militante Organisation kämpft für eine Abspaltung der Provinz Baluchistan von Pakistan.

Kriegsschauplatz Balutschistan

Baluchistan ist die grösste und zugleich ärmste Provinz Pakistans. Die Separatisten beschuldigen die Regierung, die Bodenschätze in ihrer Region auszubeuten – und die Bevölkerung in Armut zurückzulassen.

Die Region liegt an der Grenze zu Iran und Afghanistan und ist häufig Schauplatz von Kämpfen zwischen Rebellen und Soldaten der Regierung. Menschenrechtsorganisationen beschuldigen beide Seiten, Menschenrechte aufs Übelste zu verletzen. Immer wieder käme es zu Entführungen, Folter und Tötungen von Zivilisten.

Kaum Strom

Pakistan erlebt die schlimmste Energiekrise in seiner jüngeren Geschichte. Die Bewohner in abgelegenen Gebieten haben zeitweise bis zu 20 Stunden pro Tag keinen Strom.