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Anschlag in Berlin jährt sich Pannen bei Ermittlungen zu Weihnachtsmarkt-Attentäter

Vor einem Jahr raste ein IS-Terrorist mit einem LKW in den Weihnachtsmarkt – obwohl der Täter im Visier der Polizei war.

Legende: Video Terroranschlag von Berlin – ein Jahr danach abspielen. Laufzeit 2:02 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.12.2017.

Eine besondere Schwere liegt heute über Westberlin. Es ist die traurige Erinnerung an den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt vor genau einem Jahr. Es ist aber auch die quälende Frage, ob diese Tat hätte verhindert werden können.

Der Hintergrund

  • Am Abend des 19. Dezember 2016 rast ein Attentäter mit einem gekaperten Laster in den Berliner Weihnachtsmarkt. Es ist der bislang schwerste islamistische Anschlag in Deutschland.
  • Elf Menschen sterben. Den polnischen Lastwagenfahrer hatte der Terrorist zuvor erschossen. Annähernd 100 Menschen wurden verletzt.
  • Der mutmassliche Terrorist wurde wenige Tage später auf der Flucht in Mailand von italienischen Polizisten erschossen.

Ein Jahr nach dem Anschlag sind die Behörden immer noch mit der Aufklärung des Falls beschäftigt. Dabei kommen immer mehr Ermittlungspannen der deutschen Sicherheitsbehörden ans Licht.

Polizei hört bei verdächtigem Gespräch mit

Die Behörden hatten den Täter nämlich lange vorher im Visier. Im Februar 2016 – 10 Monate vor dem Attentat – hörten sie sein Telefon ab. Ein Gespräch mit einem IS-Kämpfer. Dabei benutzt er das Wort «Dougma». «Dougma» ist das in der Islamisten- und Dschihadszene verwendete Synonym für Selbstmordattentat.

Die Auswertung der Chatprotokolle ergibt, dass er «direkt und persönlich instruiert wird, einen nicht bekannten Tatplan in Deutschland in die Tat umzusetzen.» Doch die Behörden liessen ihn laufen. Auch Fotos auf seinem Mobiltelefon werteten sie nicht aus.

Bundestag plant Untersuchungsausschuss

Der ehemalige Bundesanwalt Bruno Jost untersuchte die Arbeit der Sicherheitsbehörden. Er schreibt in seinem Bericht von entscheidenden Fehlern und Pannen: «Es gab hier grobe Fehler. Dazu zähle ich zum Beispiel insbesondere den Verlauf der Observation. Die hätten nicht vorkommen dürfen.»

Warum stellte das Berliner Landeskriminalamt die Beschattung ein? Wie war der Bundesnachrichtendienst informiert? Das will nun auch der deutsche Bundestag wissen – und plant einen Untersuchungsausschuss.

Der stark beschädigte LKW, mit dem das Attentat verübt wurde.
Legende: Der Jahrestag des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt spült schlimme Erinnerungen hoch. Im Bild: Das Tatfahrzeug. Keystone

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf Ammann (ächtjetzt?)
    Obwohl der Täter im Visier der Polizei war. Immer derselbe klägliche Versuch, der Polizei die Schuld zuzuschieben. In der Schweiz hat das fedpol vielleicht 100 mögliche Terroristen im Visier, sie müsste aber weitere mindestens 4900 im Auge behalten. Unmöglich. Und solange sie nix tun, sind hierzulande die Hürden für eine Inhaftierung nun mal bewusst hoch gehalten. Schliesslich sind wir alle lieb. Piep Piep Piep. Wir werden damit leben müssen.
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  • Kommentar von Sebastian Mallmann (mallmann)
    "... rast ein Attentäter mit einem gekaperten Laster in den Berliner Weihnachtsmarkt." Zur Geschwindigkeit des Lasters herrscht Unklarheit bzw. gibt es diverse Meldungen. www.zeit.de spricht am 7. April in einem Artikel von 15 km/h. Nur eine von vielen Ungereimtheiten zu diesem Fall. Der Verdacht drängt sich auf, dass es sich um einen von staatlichen Stellen geduldeten Terror-Anschlag handelte. Motive? Angst erzeugen, Spalten der Bevölkerung, Legitimation von Sicherheitsverschärfungen etc.
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  • Kommentar von Winston Smith (Satiere für Demokratie)
    Jetzt kann ich euch beim SRF entlich mal Loben. Ihr schreibt vom Mutmasslichen Attentäter, dies ist Korrekt. Denn seine Schuld ist bis heute nicht nachgewiesen! Da mann ihn erschossen hat wird es auch schwierig werden seine Schuld zu beweisen! Es gibt immer noch die möglichkeit dass eine art Tifenstaat dafür verantwortlich ist. Der Verdacht erhärtet sich immer mehr wie mehr darüber bekannt wird. Amir war womöglich nur ein instrument, ein Bauernopfer des Verfassungschutzes!
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    1. Antwort von Patrik Schaub (Kripta)
      Sie haben recht, Mr Smith. Denn die wahren Schuldigen, die sind im Deutschen Bundestag zu finden.
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    2. Antwort von Rudolf Ammann (ächtjetzt?)
      Nine Eleven war wohl auch so ein Regierungsding. Vielleicht aber auch von der Prieuré de Sion. Wer weiss...Ich verstehe sie, jaja.
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