Anschlags-Prozess wird Staatsanwältin zum Verhängnis

2010 verübten Anhänger der islamistischen Shabaab-Miliz in der ugandischen Hauptstadt Kampala während einem WM-Spiel verheerende Selbstmordanschläge. Dafür stehen 13 Männer vor Gericht. Eine, die für deren Bestrafung gekämpft hat, musste nun ihr Leben lassen: Die zuständige Staatsanwältin.

Ein Lokal, dessen Aussenbereich zerstört ist.

Bildlegende: Einer der Doppelanschläge vom Juli 2010 traf Besucher eines Restaurants. Insgesamt starben an dem Tag 76 Menschen. Keystone/Archivbild

In Uganda haben Unbekannte die leitende Staatsanwältin im Prozess gegen 13 mutmassliche Attentäter der somalischen al-Shabaab-Miliz getötet. Joan Kagezi wurde auf dem Weg zu ihrem Haus bei Kampala von Männern auf einem Motorrad erschossen. Die Details zu dem Fall sind noch dürftig. Die getötete Staatsanwältin Kagezi leitete die Anti-Terror-Abteilung der Staatsanwaltschaft.

Anschlag während Fussball-WM-Finale

In dem Mitte März begonnenen Prozess wird den 13 Angeklagten die Verwicklung in die Selbstmordanschläge am 11. Juli 2010 im Kampala vorgeworfen. Der Prozess hätte am Dienstag fortgesetzt werden sollen.

Bei den Anschlägen in einer Sportbar und in einem Restaurant, in dem Besucher das Finale der Fussball-Weltmeisterschaft schauten, wurden insgesamt 76 Menschen getötet. Bei den Angeklagten handelt es sich um sieben Kenianer, fünf Ugander und einen Tansanier. Alle bis auf einen Angeklagten werden beschuldigt, der Shabaab-Miliz anzugehören.

Die islamistische Shabaab-Miliz aus Somalia verübt immer wieder Anschläge in Ostafrika. Der Anschlag von Kampala 2010 zählt zu den folgenschwersten Attentaten der Gruppe.