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International Anschlagsserie in Ägypten fordert mindestens 26 Tote

Seit dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi häufen sich Anschläge islamistischer Kämpfer im Nordsinai auf die Sicherheitskräfte. Bei Angriffen auf Militärstützpunkte und Posten der Polizei töteten IS-Anhänger mindestens 26 Menschen, darunter auch Zivilisten.

Legende: Video «Serie von Terroranschlägen auf dem Sinai» abspielen. Laufzeit 0:55 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 30.01.2015.

Bei einer Serie von Anschlägen radikaler Islamisten auf die ägyptischen Sicherheitskräfte sind am Donnerstagabend auf der Halbinsel Sinai mindestens 26 Menschen getötet worden, darunter auch Zivilisten.

Dutzende weitere Menschen seien bei den Angriffen im Raum Al-Arisch schwer verletzt worden, berichtete ein Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden dem ägyptischen Staatsfernsehen.

Zu den Angriffen hat sich die Terrorgruppe Ansar Beit Al-Makdis bekannt. Sie steht der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nahe. Auf Twitter meldete sie, sie habe «umfassende, simultane Attacken» an mindestens drei Orten auf der Sinai-Halbinsel durchgeführt.

Angriffe auf Militär und Polizei

Die Täter feuerten Granaten, zündeten Autobomben und schossen mit Gewehren. Ein Sicherheitsbeamter sagte, Unbekannte hätten einen Militärstützpunkt vor Al-Arisch mit drei Mörsergranaten beschossen. Im Anschluss waren Schusswechsel zu hören. Angegriffen wurden auch das regionale Hauptquartier der Sicherheitskräfte in Al-Arisch, mehrere Polizeiwachen, Kontrollposten der Armee sowie ein Hotel.

Suchtrupps des Militärs durchkämmten die Stadt, in der seit Oktober ein nächtliches Ausgehverbot herrscht, auf der Suche nach Verdächtigen. Bei einem Angriff auf einen Kontrollposten in Scheich Suwaid im Nordsinai wurden zudem zwei Soldaten verwundet. Das berichtete die Nachrichtensite ahramonline.

Mehr Anschläge durch IS-Sympathisanten

Die Küstenstadt Al-Arisch liegt nahe der Grenze zu Israel in einem Gebiet, in dem Islamisten, die dem IS Treue geschworen haben, aktiv sind. Seit dem Sturz des Präsidenten Mohammed Mursi vor anderthalb Jahren durch das Militär haben Angriffe islamistischer Kämpfer im Nordsinai auf die Sicherheitskräfte stark zugenommen. Im vergangenen Sommer hatte der IS zu Anschlägen auf ägyptischen Boden aufgerufen.

7 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Warum nimmt eigentlich der Islam solche Formen an? Warum verbreitet sich diese Religion so rasant auf der ganzen Welt wie keine andere? Warum arten einige Gruppen dieser Religion in einen derartigen, mörderischen Extremismus aus, der die ganze Welt in Gefahr bringt? Warum verhalten sich andere, hier niedergelassene Religionen wie Buddhismus, Hinduismus etc. ruhig und leben, ohne extremistisch zu werden, mit uns friedlich zusammen und praktizieren einfach normal ihre Religion?
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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Eine Reise nach und in Ägypten, wie wir sie seinerzeit unternahmen und Dinge erlebten, die einem auf einer geführten Reise vorenthalten bleiben, wird man heutzutage kaum mehr durchführen können. Zum Glück habe ich Land und Leute in Ägypten hautneu und in allen Facetten kennen und lieben gelernt und möchte keinen Tag missen.
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  • Kommentar von W.Ineichen, Luzern
    Wenn Islamismus wirklich nichts mit dem Islam zu tun hat, warum heisst denn diese Ideologie immer noch Islamismus? Schafft doch endlich mal einen neuen Begriff, der die Verwechslungsgefahr ausschliesst. Aber eben, das ist sehr schwierig. Welcher Begriff liesse sich für Alkoholismus finden, welcher keinen Bezug zum Alkohol hat?
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      Islamisten sind Muslime, die den politischen Islam durchsetzen wollen. Die Muslimbrüder gehören auch dazu. Es gibt in einem Teil der Sharia ganze Gesetzessammlungen, v.a. für Familien- und Erbrecht, Sachenrecht, aber auch Strafrecht. Die Islamisten wollen diese Gesetze etablieren, also dei Macht ergreifen. Deshalb ist ihr Kampf kein religiöser, sondern ein Machtpolitischer - genauso wie überall auf der Welt.
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    2. Antwort von W.Ineichen, Luzern
      @mitulla: Ihre Ausführungen zeigen, dass Islamismus mit dem Islam eben doch verwandt ist. Ohne Islam gäbe es den Islamismus gar nicht.
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    3. Antwort von m.mitulla, wil
      @W.Ineichen. Das stimmtn Nur gilt es zu bedenken, dass eine grosse Mehrheit der schweizer Muslime ganz normale, friedliebende Bürger sind. Diesen Muslimen sollten wir mehr Gewicht geben, beispielsweise mit der Förderung von Weiterentwicklung des Islam, eines "europäischen Islam". Die Trennung von Religion und Politik ist erforderlich für ein friedliches Zusammenleben. Eine allfällige Reformation könnte weltweit Vorbild sein.
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    4. Antwort von Tamer Aboalenin, Bern
      @Ineichen, Danke für Ihre interessante Frage, der Begriff Islamismus ist ein westliches Produkt oder Entwicklung, der gar nicht mit Terror zu tun hat, aber die westliche Medien können nicht ohne ein Feindbild und Stereotypen leben, deshalb verwenden die ungebildeten Medienschafenden solcher Begriff für alles, was ihnen nicht passt.
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