Antarktis wird keine Schutzzone

Adeliepinguine leben dort, die Mikroalgen blühen, die Wale singen: Die Ostantarktis und das angrenzende Rossmeer sind in ihrer Fauna und Flora einzigartig. Trotzdem können sich die Staaten nicht zu einer Einigung durchringen, um das Gebiet zu schützen.

«Ich habe noch nie so enttäuschende Verhandlungen erlebt», sagte eine Greenpeace-Meeresexpertin. Die der Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) hat in Bremerhaven beraten – und konnte sich nicht einigen.

Es sollte das grösste Meeresschutzgebiet der Welt werden, im antarktischen Ozean, in jener Gegend, die noch weitgehend frei ist von menschlichen Einflüssen. Insgesamt rund 3,8 Millionen Quadratkilometer hätte die Zone umfasst, fast so gross sind wie die Europäische Union.

Veto aus Moskau

Grund für das Scheitern sei vor allem der Widerstand Russlands, sagte die Meeresexpertin. Sie sass als Beobachterin in der CCAMLR.

Verhandlungen der CCAMLR waren schon einmal 2012 gescheitert. Damals hatten China, Russland und die Ukraine Bedenken über mögliche Beschränkungen für die Fischerei geäussert.