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International «Anti-Trump-Pakt ist ein Akt purer Verzweiflung»

Während der Republikaner Donald Trump im US-Wahlkampf immer weiter gewinnt, tun sich die beiden Parteikollegen Ted Cruz und John Kasich überraschend zusammen. Als Partner wollen sie eine Nominierung des Immobilien-Tycoons als Präsidentschaftsbewerber ihrer Partei verhindern.

Legende:
Ergebnisse der US-Vorwahlen bei den Republikanern Stand 24. April 2016. Bei den Republikanern (Rot) werden 1237 Delegiertenstimmen benötigt, um als Kandidat nominiert zu werden. washingtonpost.com

Bisher waren sich die beiden abgeschlagenen Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, Ted Cruz und John Kasich, im Wahlkampf nicht sehr freundlich gesonnen. Doch der Lauf von Donald Trump hat die beiden zu einem Umdenken gezwungen. Im Kampf gegen Trump werden sie nun zu Partnern. «Ein Akt der puren Verzweiflung», wie SRF-Korrespondent Peter Düggeli meint.

Legende: Video Einschätzungen von SRF-Korrespondent Peter Düggeli abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
Aus Tagesschau vom 25.04.2016.

Die Trump-Gegner hätten langsam aber sicher kein Geld mehr, so Düggeli. Sie seien verzweifelt, weil Donald Trump immer weiter gewinne – letzte Woche klar in New York, und weitere Siege würden ihm prognostiziert.

Ziel: Automatische Nominierung verhindern

Nun also haben sich Cruz und Kasich entschieden, sich bei den kommenden Wahlen nicht ins Gehege zu kommen. So wollen die beiden Politiker verhindern, dass Trump letztlich auf ausreichend Delegiertenstimmen für eine automatische Nominierung kommt.

Cruz teilte mit, sich auf den US-Bundesstaat Indiana zu konzentrieren und damit Kasich das Feld in Oregon und New Mexico zu überlassen. Kasich wird sich demnach im Gegenzug aus Indiana zurückziehen. Die Vorwahlen dort finden am 3. Mai statt, in Oregon wird am 17. Mai abgestimmt und in New Mexiko am 7. Juni.

Ted Cruz und John Kasich
Legende: Ted Cruz (links) und John Kasich werden im Kampf gegen Donald Trump zu Partnern. Keystone

Ziel des Pakts ist es, Trump noch so viele Delegiertenstimmen abzunehmen. Wenn keiner der drei verbliebenen Bewerber auf eine Mehrheit kommt, würde die automatische Nominierung wegfallen und die endgültige Entscheidung über den Kandidaten für die Präsidentschaftswahl am 8. November erst auf dem Parteitag Mitte Juli gefällt. Das Ergebnis der Vorwahlen wäre dann für einen grossen Teil der Delegierten nicht mehr bindend. Das könnte den Weg für einen anderen Kandidaten ebnen.

«Trump wird den Pakt für sich ausschlachten»

SRF-Korrespondent Düggeli sieht in dem Vorgehen jedoch auch eine gewisse Gefahr. Bei solchen Aktionen könne der Schuss immer auch nach hinten losgehen. « Ich bin überzeugt, dass Trump versuchen wird, diesen Pakt rhetorisch zu seinen eigenen Gunsten zu nutzen», so Düggeli.

Trumps spöttische Reaktion liess nicht lange auf sich warten: «Es ist traurig, dass zwei erwachsene Politiker sich gegen jemanden zusammentun müssen, der erst seit zehn Monaten Politiker ist, nur damit sie verhindern, dass dieser die Nominierung der Republikaner bekommt.» Der Immobilien-Tycoon hielt weiter fest, es sei eine Verschwörung gegen ihn im Gang. «So wird er bei seinen treuen Fans, aber auch bei potenziellen neuen Wählern für viel Applaus sorgen können», ist sich Düggeli sicher.

Trump auf dem Vormarsch

Der Multi-Milliardär und politische Quereinsteiger hat bereits 847 Delegiertenstimmen gewonnen. Für einen sofortigen Sieg bei den Republikanern benötigt er insgesamt 1237.

Trump ist der einzige Bewerber bei den Republikanern, der noch vor dem Parteitag die absolute Mehrheit der Delegierten hinter sich bringen könnte. Allerdings ist das auch bei dem Immobilien-Milliardär fraglich. Die restlichen Vorwahlen müssten für ihn sehr gut laufen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Oliver Schaub (Oliver Schaub)
    Ich dachte Cruz hätte "Gott" auf seiner Seite. Wozu braucht er jetzt noch Verstärkung von Kasich? Tststs... ist ja nicht weit her mit dem "Gottvertrauen".
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  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Cruz und Kasich röhren herum wie impotente Strandhirsche in der Brumpftzeit, denn sie wissen das ihr getue nichts mehr bringt.Ihr Dilemma ist so groß, das sie und das Establishment nichts unversucht lassen um ihre chancenlose Entschlossenheit zu demonstrieren.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Jetzt geht's "zur Sache": Alles, aber wirklich alles (mit kräftiger Mithilfe der Medien!) wird jetzt unternommen, um diesen Donald Trump unter keinen Umständen zum USA-Präsidenten zu machen! Nun, heute ist (vorallem in den westlichen Industrieländer) das Wahlvolk dermassen leicht zu manipulieren, dass dieser "Zwangs-Machtkampf" der Trump-Hasser aufgehen wird! Schadenfreude ist kaum angesagt. Bei uns läuft alles genau gleich, in Bezug gegen die wählerstärkste Partei! In der Schweiz nichts Neues!
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    1. Antwort von J. von Arx (varxj)
      Natürlich, die Trump-Versteher sind die einzigen, die der Propaganda entgehen. Sagen Sie mir, kann man nichts gegen Trump haben ohne 'eine Puppe der Medien' zu sein? Strengen Sie sich mal an, vielleicht merken Sie dann auch, dass nicht alles rosig ist, was den Kerl angeht, und es genug Grund gibt, ihn nicht in die Nähe des Oval Office lassen zu wollen. Was den Einfluss der Medien angeht: Die haben noch nicht mal angefangen, hart ranzugehen. Erst im Hauptdurchgang. Trump bedeutet näml. Quote.
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    2. Antwort von Thomas Steiner (Tom Stone)
      Da bringen Sie eine lustige Verbindung ins Spiel: Sollte es für Trump nicht zum Präsidenten reichen, kann er sich als SVP-Leader bewerben (Muss ich da jetzt "Achtung, Ironie" dazuschreiben, oder ist es verständlich?)
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    3. Antwort von Rolf Bolliger (robo)
      Oftmals frage ich mich, ob die linken "Schulmeister", die jede andere Meinung und Ansicht, die nicht ihrer Ideologie entspricht, nie sachlich zu Kenntnis nehmen, überhaupt den Inhalt lesen und verstehen, was man sagte, meinte und verglich! Herr Steiner, ich machte nicht den Vorschlag, Daniel Trump könne sich ja nach einer Nichtwahl, als SVP-Leader bewerben! Er liebt seine Heimat USA zu sehr und wird kaum in die Schweiz kommen, sich einbürgern lassen und in die SVP eintreten!
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    4. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Ist ihr "Daniel Trump" bereits der geliebten Tea Patry beigetreten?
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