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International Antibaby-Pille von Bayer: Nun streitet Deutschland um die Risiken

Erstmals verhandelt ein deutsches Gericht die Klage einer Frau, welche die Verhütungspille «Yasminelle» für lebensbedrohliche Erkrankungen verantwortlich macht. Der Prozess wirft grundsätzliche Fragen auf – und auch ein Schlaglicht auf einen Schweizer Fall.

Legende: Video «Bayer muss wegen Anti-Baby-Pille vor Gericht» abspielen. Laufzeit 1:40 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.12.2015.

Kaum begonnen, ist ein in Deutschland geführter Prozess um eine mögliche Gesundheitsgefahr durch die Antibaby-Pille «Yasminelle» schon wieder beendet worden.

Die Klägerin im Blitzlichgewitter: Felicitas Rohrer, die eine Lungenembolie erlitten hat.
Legende: Die Klägerin im Blitzlichgewitter: Felicitas Rohrer, die eine Lungenembolie erlitten hat. Keystone

Keine aussergrichtliche Einigung

Die Verhandlung werde im nächsten Jahr fortgesetzt, sagte der Vorsitzende Richter Johannes Daun in Waldshut-Tiengen im Bundesland Baden-Württemberg. Der Versuch, eine aussergerichtliche Einigung herbeizuführen, sei gescheitert. Nun will das Gericht mindestens zwei Sachverständige bestellen, aber erst im neuen Jahr.

Ausgangspunkt des vertagten Prozesses ist die Klage einer 31 Jahre alten Frau gegen den Chemie- und Arzneimittelkonzern Bayer mit Sitz in Leverkusen. Dieser vertreibt die Pille «Yasminelle».

Lungenembolie erlitten und fast gestorben

Die Klägerin macht die Pille mit ihrem Wirkstoff Drospirenon für gesundheitliche Probleme verantwortlich. So habe sie ein mindestens doppelt so hohes Thrombose-Risiko als andere Präparate.

Nach der Einnahme der Pille habe sie im Juni 2009 eine Lungenembolie erlitten und sei daran fast gestorben. Sie fordert von Bayer rund 200'000 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Parallelen zum Fall Céline

Der Pharmakonzern halte die Klage für unbegründet, sagte ein Sprecher. In den USA hatten mehrere tausend Frauen gegen Bayer geklagt. Bis Anfang dieses Jahres schloss der Konzern rund 9000 Vergleiche in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden US-Dollar ab, ohne jedoch eine juristisch wirksame Verantwortung anzuerkennen.

Der Fall in Deutschland weist Parallelen zum Fall Céline auf: Die junge Schweizerin hatte nach der Einnahme der Antibaby-Pille «Yasmin» im Jahr 2008 eine Lungenembolie erlitten. Der damit verbundene Sauerstoffmangel führte zu einer schweren Hirnschädigung – und einer schweren geistigen Behinderung von Céline. Ein Jahr später scheiterte ihre Mutter mit einer Schadensersatzklage am Bundesgericht.

10 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Liechti (Walimann)
    Lieber auf die Antibabypille verzichten und stattdessen mit Präservativen verhüten. Sollte eine Verhütungpanne passieren, löst eine heutzutage problemlos durchführbare Abtreibung das Problem. Das ist allemal besser, als den Körper der Frau pausenlos mit Hormonen zu schädigen.
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  • Kommentar von Andreas Keusch (Andreas Keusch)
    Nicht die Pille ist wesentliches Risiko, denn das Risiko unter unerwünschter Schwangerschaft ist stets höher als unter der Pille, weshalb die Pille bei aktuellen VTE-Risiken niemals vom Markt genommen wird, sondern die verordnungsbeeinflussenden und damit sicherheitsgefährdenden Schmier- & Bestechungsgelder der Pharma (Rabatte, Kickbacks), welche die Pharma leistet, Ärzte als Selbstverständlichkeit (indirekte Subvention) einkassieren und gemäss Willen des Parlaments legalisiert werden sollen!
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    Jederfrau kennt das Hormonrisiko und nimmt trotzdem.. da gibts nur Eines, selber Schuld! Und ausserdem ist diese Nebenwirkung im Beipackzettel erwaehnt! Selbst der verschreibende Arzt kennt das Risiko genau.. Und man merke, sogar die eigenen Hormone bergen ein Risiko.. bei Frauen ebenfalls Embolie, Korpus und Mamma-karzinom. Sehr bekannt auch nach der Geburt, die Lungenembolie.. wegen der massiven Hormonumstellung!!!
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    1. Antwort von Margot Helmers (Margot Helmers)
      Ich kenne die Beipackzettel der Pille vor 30 Jahren, da war jede erdenkliche Nebenwirkung aufgelistet um ja keine Verantwortung zu übernehmen, resp. Klagen. Es gibt sehr wohl eine Produktehaftung der Hersteller, es kann nicht sein das der Patient auch noch zum Pharmazeuten sich weiterbilden muss. Ich kann daher Ihre Haltung nicht verstehen? Die Gewinne privatisiert und die Risiken sozialisiert?
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