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Le Pen sorgt für Empörung
Aus Tagesschau vom 09.06.2014.
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International Antisemitismus: Front gegen Front-National-Gründer

Es ist nicht das erste Mal, dass der Gründer der rechtsextremen französischen Front National (FN) unter Druck gerät. Diesmal aber hat Jean-Marie Le Pen mit antisemitischen Äusserungen den Bogen klar überspannt, meinen Beobachter.

In einem Video auf der Webseite der Partei äusserte sich Le Pen abfällig über Kritiker des FN. Als er darin darauf angesprochen wird, dass zu den Kritikern auch der jüdische Sänger Patrick Bruel gehört, sagt der 85-Jährige: «Das wundert mich nicht. Sehen Sie, da machen wir das nächste Mal eine Ofenladung.» Das wurde allgemein als Verweis auf Öfen verstanden, die in Konzentrationslagern während des Holocaust verwendet wurden.

Tochter spricht von «politischem Fehler»

Jean-Marie Le Pen benutzte bei dem kritisierten Satz das Wort «fournée», das auch in Backbüchern benutzt wird und ursprünglich «Ofenladung» bedeutet. Der FN-Gründer ist bekannt dafür, eine antisemitische Sicht mit subtilen Worten auszudrücken.

Kritik an den Äusserungen von Le Pen kam von jüdischen Organisationen und aus den Reihen der eigenen Partei. Der FN-Abgeordnete Gilbert Collard empfahl dem Ex-Parteichef, «in Rente» zu gehen.

FN-Parteiführerin Marine Le Pen bedauerte den «politischen Fehler» ihres Vaters, wie es auf der Webseite der Zeitung «Le Figaro» hiess. Ihr Vater hätte wissen müssen, «wie seine Phrase interpretiert werden würde». Diesen Fehler müsse die Partei nun ausbaden, klagte Le Pen, die bestrebt ist, ihrer Partei einen moderneren und gemässigten Anstrich zu geben. Zu meinen, die Worte ihres Vaters seien antisemitisch, sei aber eine «böswillige Interpretation», erklärte sie.

Le Pen wies auch die Kritik seiner Tochter an seinen Äusserungen zurück. Es sei vielmehr ein «politischer Fehler», sich an das «Einheitsdenken» anpassen zu wollen, sagte Le Pen dem Radiosender RMC. In der FN gebe es einige Anführer, die versuchten, sich anderen Parteien anzunähern.

«Ekelhaft»

Die Organisation SOS Racisme erklärte, die Äusserung sei «ekelhaft» und kein «Ausrutscher», sondern zeuge von einem «vollkommen haarsträubenden antisemitischen Programm». Die Anti-Rassismusbewegung MRAP bezeichnete Le Pen als «echten Antisemiten» und kündigte gleichfalls eine Klage an.

Kritik kam auch von der Ministerin für Frauenrechte, Najat Vallaud-Belkacem: Sie forderte den Front National auf, Le Pen auszuschliessen.

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Reiser , Rudolfstetten AG
    Es spricht nicht unbedingt für die Sprachkenntnisse auf der SRF Redaktion und lässt auch sonst recht tief blicken, wenn sie offensichtlich nicht einmal fähig ist, den Begriff, um den sich die ganze Hysterie dreht, korrekt wiederzugeben; "fournée" schreibt sich mit einem accent aigu.
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    1. Antwort von SRF News (SRF)
      Besten Dank für Ihren Hinweis – nun ist auch das «accent aigu» montiert.
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    2. Antwort von Lorik S. , Olten
      Es spricht nicht unbedingt für Sie, dass Sie den hier durch das SRF publizierte Artikel in seinem Kern verstanden haben. Es gibt immer wieder Leute wie Sie, die vom eigentlichen Thema ablenken und stattdessen bei anderen in der Suppe rumwühlen. Fakt ist: Ein Rechtsextremer hat sich derart im Ton vergriffen, dass es auch Konsequenzen für ihn nach sich ziehen muss. Bleiben Sie also beim Thema.
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  • Kommentar von Fadri Pitsch , 8004 Zürich
    Es nützt nichts, diese grauenvollen Aussagen eines Le Pen zu verteidigen. Einer muss immer Schuld sein. Seit es Menschen gibt, wurde ein Volk ausgegrenzt. 2000 Jahre musste dieses Volk in allen Länder der Welt leben, bis Sie nach dem Krieg endlich eine Bleibe in Ihrem Land erhielten. Wehret den Anfängen, ist sicher angesagt. Dass Millionen Menschen im 2.Weltkr. umgebracht wurden, haben diese Rechtsextremen Parteien wohl vergessen. Grauenhaft. Abscheusslich wer diese Geschichte vedreht.
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    1. Antwort von A.Käser , Zürich
      F.P./Es geht nicht darum die Geschichte zu verdrehen.Millionen und Abermillionen haben mitbekommen,darunter gelitten,was die"Gehirnvernebelung"Einiger angerichtet hat.Alle kennen die Abläufe und die Resultate.Ungezählte Bücher,Dokus nehmen Stellung dazu.Niemand,gar niemand,will das erlittene Elend schönreden.Aber es sollte auch nicht dafür herhalten,um auf dessen Gluten,neues Elend zu entfachen.Die verschiedenen Religionen haben aussen vor zu bleiben.Sie sind Privatsache und dadurch zweitrangig!
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  • Kommentar von W. Helfer , Zürich
    Hätte die jetzige Politik nicht sooooo versagt, wäre es ja gar nicht soweit gekommen. Klar geben das die Verlierer nicht gerne zu und daher muss alles Mögliche herhalten, um vom eigenen Versagen abzulenken.
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    1. Antwort von Lucas Kunz , Sallneck
      Die Logik ist einfach umwerfend! Also da die derzeitige Politik "soooo" versagt, habe nun dieser Mensch das legitime Recht, seine widerlichen Nazisprüche vom Stapel zu lassen?
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    2. Antwort von W. Helfer , Zürich
      Natürlich meinte ich nicht den dummen Spruch von J.M. Le Pen sondern, dass die rechten Parteien immer mehr Zuspruch bekommen. Und es fällt mir einfach auf, dass die selben Leute, welche sich über Worte aus der rechten Politik so empören, gleichzeitig aber Terror-Aktionen mit Waffen unterstützen, welche ganz klar von den Rechtsextremisten kommen.
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