Druck auf Katar wächst Arabische Länder verhängen Sanktionen

Ein Wegweiser zur Botschaft von Katar in Bahrain vor einer mit Palmen gesäumten Strasse.

Bildlegende: Katar wies die Anschuldigungen als substanzlos zurück. Reuters

  • Saudi-Arabien und drei weitere arabische Länder haben 59 Personen und 12 Organisationen mit Verbindungen zu Katar als Terroristen oder terroristische Netzwerke eingestuft.
  • Sie alle würden von dem Golf-Emirat finanziert oder seien dort ansässig, heisst es in einer gemeinsamen Erklärung der vier Länder.
  • Die Konten der betroffenen Personen und Organisationen werden gesperrt und ihre Auslandsgeschäfte erschwert.
  • Auf der Liste stehen 18 Personen aus Katar selbst, unter ihnen sowohl mutmassliche Terror-Finanzierer wie auch prominente Geschäftsleute, Politiker sowie Angehörige der Herrscherfamilie. Darunter ist auch ein früherer Innenminister.
  • Katar wies die Anschuldigungen als substanzlos zurück.

Die Liste zeige, dass Katar «einerseits ankündigt, Terrorismus zu bekämpfen und andererseits verschiedene Terrororganisationen unterstützt und beherbergt», teilten Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain weiter mit.

Katar wehrt sich

Katar wies die Anschuldigungen als substanzlos zurück. Das Land gehe entschlossener gegen Terrorismus vor als viele der Unterzeichner der Liste.
Am Donnerstag verwahrte sich Katars Aussenminister Scheich Mohammed al-Thani in einem Interview gegen eine Einmischung in die Aussenpolitik des Landes. «Niemand hat das Recht sich in unsere Aussenpolitik einzumischen», sagte al-Thani. «Wir sind nicht bereit, die Unabhängigkeit unserer Aussenpolitik aufzugeben.» Zugleich bekräftigte er, dass sein Land entschieden gegen den «Terrorismus» vorgehe.

Die Vorgeschichte

  • Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain hatten am Montag die diplomatischen Beziehungen zu Katar überraschend abgebrochen.
  • Sie werfen dem Emirat vor, die Terrormiliz IS zu unterstützen.
  • Zudem stören sie sich auch an seinen Beziehungen zum schiitischen Iran, das vor allem dem sunnitischen Saudi-Arabien ein Dorn im Auge ist.
  • Später schlossen die Nachbarländer Katars die Grenzen und riefen die Kataris auf, ihre Hoheitsgebiete zu verlassen.
  • Die nationalen Fluggesellschaften stoppten den Luftverkehr. Zudem wurden Handel und Verkehr massiv eingeschränkt. Das Emirat ist seither weitgehend isoliert.
  • Katar weist die Vorwürfe zurück.