Arabische Liga beschliesst Eingreiftruppe

Am Gipfeltreffen der arabischen Liga wurde die Bildung einer inter-arabischen Eingreiftruppe unter Führung von Ägypten und Saudi-Arabien beschlossen. Wann diese stehen wird, ist noch unklar. Sie soll auch gegen extremistische Milizen wie den Islamischen Staat und al-Kaida eingesetzt werden können.

Delegierte im Saal der arabischen Liga

Bildlegende: Die Delegierten der arabischen Liga an der Schlusssitzung am Gipfel im ägyptischen Scharm el-Scheich. Keystone

Eine inter-arabische Eingreiftruppe zur Friedenssicherung: Diese beschlossen Mitgliedstaaten der arabischen Liga an ihrem Gipfeltreffen im ägyptischen Scharm el-Scheich. Wie sich eine solche Truppe im Detail ausgestalten soll, ist noch unklar. Der grundsätzliche Entscheid von Saudi-Arabien, Ägypten und ihren Alliierten wird jedoch als vielsagendes Zeichen gedeutet.

Auch Zähnezeigen gegen schiitischen Iran

Mit der Eingreiftruppe soll ein schlagkräftiges Mittel gegen regionale Konflikte geschaffen werden – etwa im Kampf gegen islamistische Milizen wie dem Islamischen Staat (IS) oder al-Kaida.

Es könnte aber auch ein klares Zähnezeigen der sunnitischen Staaten gegen die Machtambitionen des schiitischen Iran sein. Der Irak, Nachbarstaat des Iran, hat bereits Bedenken angemeldet.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah el-Sissi ist jedoch schon seit geraumer Zeit starker Verfechter einer solchen Eingreiftruppe. Sie sei absolut nötig, sagte er. Voraussichtlich kommt die militärische Kraft vor allem von Ägypten. Saudi-Arabien soll als wirtschaftliche Kraft auch eine Führungsposition einnehmen.

Elitesoldaten und Kampfjets

Laut ägyptischen Militärs soll die vorgeschlagene Truppe aus bis zu 40‘000 Elitesoldaten bestehen. Hauptquartier soll Kairo oder Riad sein. Die Truppen sollen durch Kampfjets, Kriegsschiffe und Panzerfahrzeuge unterstützt werden.

Es könnte jedoch Monate dauern, bis sich die Eingreiftruppe gebildet hat – zu spät, um in der aktuellen jemenitischen Krise eine bedeutsame Rolle zu spielen. Dennoch könnte die derzeitige, von Saudi-Arabien geführte Koalition gegen die schiitischen Rebellen im Jemen als Versuchsprojekt für die ständige Eingreiftruppe gesehen werden.


Arabischer Krisengipfel zu Jemen

28 min, aus Echo der Zeit vom 28.03.2015

Die Bildung einer pan-arabischen Eingreiftruppe ist keine neue Idee: Immer mal wieder in den vergangenen Jahrzehnten wurde das Ziel definiert, aber nie in der Form umgesetzt. Dennoch haben sich die Staaten der Golf-Region unter der Schirmherrschaft des Golf-Kooperationsrates öfters militärisch zusammengetan.

Pakistaner ausgeflogen

Wegen des bewaffneten Konflikts in Jemen hat Pakistan über 500 seiner dort lebenden Bürger ausser Landes gebracht. Nach Angaben der pakistanischen Regierung befinden sich noch weitere 200 in der umkämpften Stadt Aden. Pakistan ist ein langjähriger Verbündeter von Saudi-Arabien, beteiligt sich bislang aber nicht am Militäreinsatz in Jemen.