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International Argentinien: Geld verteilen – bis keines mehr da ist

Argentinien ist ein reiches Land – oder könnte es zumindest sein. Wenn nicht peronistische Regierungen das Land mit schöner Regelmässigkeit wirtschaftspolitisch an die Wand fahren würden.

Cristina Kircher fährt sich mit den Händen durch die Haare
Legende: Zum Haareraufen: Präsidentin Kirchner verteilt gerne Geld an Arme, gleichzeitig liegt die Inflation bei 25 Prozent. Reuters

Es war der Stossseufzer eines Nachbarn: Pepe Mujica, ehemaliger Präsident Uruguays klagte: «Die Argentinier sind die Opfer ihres eigenen Reichtums. Unmöglich, dass sich die Mächtigen dort je anständig benehmen».

Mujica, ein alter Linker, reagierte damit sarkastisch auf die Launen von Argentiniens Staatspräsidentin Cristina Kirchner. Sie und ihre Peronisten wirken für die sozial Schwachen im Land. Wenn ein peronistisches Mandat zu Ende geht, dann ist Argentinien meist Pleite. Oder nahe dran. Nach einem Jahrzehnt hoher Einnahmen dank Soja-Exporten ist nichts mehr vom vielen Geld da – es ist verpufft.

Geld drucken als Lösung

«Das Problem ist, dass die Peronisten die Staatsfinanzen ruinieren und das Loch im Budget mit der Notenpresse decken», sagt der Ökonom und anerkannte Intellektuelle Roberto Lavagna. «Und wenn die Peronisten wieder mal abgewirtschaftet haben, schwingt das Pendel gewöhnlich extrem stark aus, hin zur reaktionären Rechten oder zu Diktaturen – oder zu einem Mix aus Beidem.»

Dies ist aber meist nicht von langer Dauer. «Sobald der reaktionäre Gegenentwurf zum Peronismus regiert, geht es den Leuten noch viel schlechter», sagt Lavagna. «Bei der nächsten Gelegenheit rufen sie die Peronisten wieder zurück.» Diese Pendelausschläge begleiteten Argentinien seit Jahrzenten. «Und sie sind noch viel schädlicher als die Exzesse des Geldverteilens der Peronisten.»

Gute Ernten machen schlechte Politik wett

Die Verantwortlichen selber scheinen sich an diesen Ausschlägen in die eine oder andere Richtung allerdings nicht gross zu stören. «Das Land in eine volkswirtschaftliche Krise zu stürzen, ist für unsere Politiker gar nicht so schlimm», meint Joaquin Morales Sola, der Doyen der politischen Journalisten in Buenos Aires. «Unsere Landwirtschaft ist so leistungsfähig, dass Argentinien mit zwei, drei guten Ernten immer schnell selbst aus dem grössten Schlamassel der Politik herausfindet».

Ist das Land für eine nachhaltige Wirtschaftspolitik also schlicht zu gut dran? Sicher ist: Reichtum wie in Argentinien gibt es nirgendwo in Lateinamerika. Doch versteht es dieses privilegierte Land bis heute nicht, etwas Konstruktives daraus zu machen.

Was ist der Peronismus?

Der Peronismus ist eine populistische Bewegung, welche die sozial Schwachen vertritt. Ihr Gründer ist Juan Domingo Peron, ein Armeegeneral. Der Peronismus kontrolliert die argentinischen Gewerkschaften und steht ideologisch eher rechts als links der Mitte. Die Peronisten setzen sich für einen starken Staat ein, der Reichtum an die Armen umverteilt.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Genau so oder ähnlich würde es in der Schweiz kommen, wenn man die Linken machen liesse. Zum Glück haben wir in der Schweiz auch die Rechten, die etwas zu sagen haben +so trotz allem für Ordnung schauen können. Die Linkspopulisten finden leider immer wieder genügend kurzsichtige "Arme" die ihre Stimme gerne geben für mehr Unterstützung. Ich empfehle den Linken, die Rechten etwas mehr machen zu lassen, dann wird die Sozialhilfe auch machbar. Ideen +Vorschläge sind immer willkommen..
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    1. Antwort von jean-pierre Simon (JPS)
      M. Roe, Sie erzählen unüberlegt, blöden Quatsch. Und es wäre genauer hinzusehen, wer mehr Populismus betreibt, eher dieser Wind von rechts dreht und wieder nach rechts abdreht.
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    2. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Wenn sie wüssten was dort Rechtsextreme im 20. JH. angerichtet haben würden sie das heutige Argentinien besser verstehen!
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  • Kommentar von James Klausner (Harder11)
    Die eigentliche Konstanten des 'Peronismus' ist der Populismus mit dem die Massen der Unterschicht bedient werden und der wirtschaftliche Liberalismus, mit welchem die Oberschicht verwöhnt wird. Mit klassischen politischen Ausrichtungen (links-rechts), hat dies längst nichts mehr zu tun. Das Land hat kein Steuersystem und keine Finanzplanung die den Namen verdienen, impulsiv, situativ ,nach Tagesgeschehen wird regiert, von Krise zu Krise, politische Morde gehören durchaus zu diesem Stil.
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  • Kommentar von Pavol Vojtyla (Habe Sozialismus erlebt)
    Liebe Linken. Bitte gut lesen. Die Schweiz kann ihre Reichtum mit mehreren guten Ernten nicht zurückgewinnen, besonders wenn das Ekvivalent der produktiver Landwirtschaft die Bankgeheimnis ist.
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    1. Antwort von roland goetschi (pandabiss)
      Also ich denke die Schweizer Wirtschaft hat doch ein bischen mehr zu bieten als nur das Bankgeheimnis. Desweiteren sind die Peronisten eher rechts als links einzustufen. Aber ja, auch die Schweiz muss Ihre Ausgaben im Auge behalten, zustände wie in Argentinien haben wir in der Schweiz definitiv nicht. PS Anders als in Argentinien kann eine Partei das Budget sowieso nicht alleine bestimmen.
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    2. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Hören sie doch auf mit ihrem Rechtspopulismus. Die Schweiz ist reich geworden weil ALLE politischen Strömungen an der Politik beteiligt waren, ganz im Gegensatz zu Argentinien, wo nur eine kleine Schicht die Möglichkeit hat an die Macht zu kommen. Ist dies für sie ein Vorbild für die Schweiz?
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    3. Antwort von Pavol Vojtyla (Habe Sozialismus erlebt)
      Selbstverständlich habe ich es, H. Goetschi, übertrieben. Die Schweiz hat das know how in fast allen Zweigen der Industrie und Wissenschaft und eine fuktioniernde direkte Demokratie. Auch die Schweizer Banken werden ganz gut überleben wenn das Bankgeheimnis fällt weil die Angestellten wissen wie es man machen soll. Der Peronismus ist eine Art vom populistischen Marxismus. Alle sollen das gleiche bekommen bis sie gleich sind. Gleich arm, nach der Pleite. Dort sehe ich die Paralelle mit Linken.
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