Argentinischer Vize-Präsident wegen Korruption vor Gericht

Argentinien wird mit starkem Tobak konfrontiert – erstmals in der Geschichte des Landes ist ein amtierender Vize-Präsident wegen Korruption angeklagt worden. Amado Boudou wird Vorteilsnahme vorgeworfen. Er gilt als rechte Hand von Staatspräsidentin Cristina Kirchner.

Boudou und Kirchner

Bildlegende: Boudou ist nach Staatschefin Cristina Kirchner (rechts) die Nummer Zwei im Staat. Keystone

Argentiniens Vize-Präsident Amado Boudou muss wegen des Verdachts auf Korruption vor Gericht. Der Stellvertreter von Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner wird passive Vorteilsgewährung im Amt und unerlaubte Bereicherung vorgeworfen.

Boudou soll nach Dafürhalten der Anklage in seinem vorherigem Amt als Wirtschaftsminister den Verkauf einer Banknoten-Druckerei an Geschäftsfreunde gefördert haben. Das Unternehmen wurde 2010 mittels einer vom damaligen Wirtschaftsminister befürworteten Steuerbegünstigung vor dem Konkurs gerettet. Die Druckerei erhielt 2012 von der Regierung den Auftrag zum Druck neuer Geldscheine.

Affäre um Banknoten-Druckerei

Der Richter setzte für Boudou eine Kaution von 200'000 Pesos (18'000 Euro) fest. Neben Boudou wurden ein Geschäftsfreund des Vize-Präsidenten, ein mutmasslicher Käufer der Druckerei, zwei der vorherigen Inhaber des Unternehmens und ein ehemaliger Beamter des Finanzamtes angeklagt.

Die Opposition hat bereits während des Ermittlungsverfahrens den Rücktritt Boudous oder seine Beurlaubung bis zum Urteilsspruch gefordert. Der Vize-Präsident kritisiert das Verfahren als eine politische Verfolgung. Boudou befindet sich auf einem offiziellen Besuch in Kuba und soll am Dienstag der Amtsübernahme des neuen Präsidenten Panamas, Juan Carlos Varela, beiwohnen.

Argentinien pokert

Argentinien wehrt sich derweil gegen die Pleite – und gegen Hedgefonds, die mit allen Mitteln ihr Geld eintreiben wollen. Lesen Sie hier mehr.