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International Ashton: «Zerstörung in Timbuktu ist eine Tragödie»

Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton hat die Zerstörung der letzten Heiligengräber im malischen Timbuktu scharf kritisiert. «Nicht nur für die Malier, sondern für die ganze Welt ist dies eine Tragödie».

Ashton sei «zutiefst schockiert» und rufe «zum umgehenden Schutz dieses in Afrika einmaligen kulturellen und religiösen Erbes» auf, teilte ein Sprecher in Brüssel mit.

Ansar Dine: Kein anderer Gott neben Allah

Die im Norden Malis herrschende militante Islamistengruppe Ansar Dine hatte am Sonntag mit der Zerstörung der restlichen Mausoleen in Timbuktu begonnen.

Die Gruppe begründete ihr Vorgehen damit, dass die Grabstätten gegen islamische Vorschriften verstiessen, weil Gläubige nur Allah anbeten und keine Heiligen verehren dürften. Die Heiligengräber waren von der UNO-Kulturorganisation UNESCO im Jahr 1988 als Weltkulturerbe eingestuft worden.

Bereits im Juli und im Oktober hatten die Islamisten zahlreiche Mausoleen zerstört.

Legende: Video «Ansa-Dine-Anhänger zerstören im Juli 2012 ein Mausoleum» abspielen. Laufzeit 0:20 Minuten.
Vom 11.07.2012.

Die neuen Zerstörungen dürften eine Reaktion auf einen Beschluss des UNO-Sicherheitsrats sein, der am Donnerstag einem Militäreinsatz in dem westafrikanischen Land einstimmig zugestimmt hatte.

In den kommenden Monaten ist aber kein Vorgehen gegen die Islamisten im Norden Malis zu erwarten, denn die beschlossene Resolution stellt mehrere Hürden für eine endgültige Zustimmung auf. Mit einem Einsatzbeginn ist laut Diplomaten nicht vor September zu rechnen.

Die malische Regierung war im März durch einen Militärputsch gestürzt worden. Tuareg-Rebellen brachten daraufhin gemeinsam mit Ansar Dine den Norden des Landes unter ihre Kontrolle. Anschliessend vertrieben die Islamisten die Tuareg-Rebellen jedoch aus den wichtigsten Städten und riefen die Scharia aus.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Kulturell eine Katastrophe. Religiös eine Verblendung. Und rational denkend, steht man nur mit Kopfschütteln da. Wieso ging in unserer Geschichte so viele Kulturerbe verloren? Es gibt sie, die rationationale Denkweise, in allen Ideologien und Religionen. Aber man muss sie suchen. Leider überwiegt das Irrationale. MfG
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  • Kommentar von Walter Staub, Schwerzenbach
    Der Islam ist halt eine äusserst tolerante Religion und Ideologie. Man braucht keine 50 Seiten des Korans zu lesen, um das eindeutig und unmissverständlich festzustellen. Auch unser christliches Abendland war in seiner Geisteshaltung mal so ähnlich tolerant geprägt. Der grosse Unterschied liegt eigentlich nur darin, dass diese Zeiten einige hundert Jahre zurück liegen.
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  • Kommentar von Ralph Müller, Chur
    Ähnliches wird in Ägypten passieren, wenn die neue Regierung im Januar gewählt ist und ihr Programm auf der neuen Verfassung gründet, denn auch in Ägypten wird "Allah (all die) Kulturgüter nicht mögen, die mit Bildern geschmückt sind", selbst wenn sie aus Zeiten stammen, da an den Islam noch Jahrtausende lang nicht zu denken war!
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