Zum Inhalt springen

International Assad fordert Mitgefühl für Syrien und kritisiert den Westen

Der syrische Diktator Baschar al-Assad verurteilt in einem Interview die Anschläge von Paris. Von Mitverantwortung und eigenen Gräueltaten will er jedoch nichts wissen – ganz zum Ärger des türkischen Präsidenten Erdogan.

Legende: Video Assad: Westen ist mit verantwortlich abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.11.2015.
Ein Journalist interviewt Baschar al-Assad
Legende: Baschar al-Assad macht die Amerikaner für den IS verantwortlich. Keystone

Der syrische Diktator Baschar al-Assad hat vor dem Hintergrund der Pariser Anschläge dem italienischen TV-Sender «RAI» ein Interview gegeben. In diesem verurteilt er zunächst die Anschläge.

«Es ist ein schreckliches Verbrechen. Es ist traurig, wenn man hört, dass Unschuldige grundlos getötet werden... für nichts. Aber fühlt die Welt, der Westen, nur mit den Franzosen mit? Oder hat man dort auch Mitgefühl für die Syrer, die seit fünf Jahren unter demselben Terror leiden? Mitgefühl darf nicht politisiert werden. Es geht um die Menschen.»

«Der IS stammt aus dem Irak, nicht aus Syrien»

Dann aber weist er den Westen darauf hin, dass nicht zuletzt eben dieser Westen für den Erfolg des IS verantwortlich sei. Vom italienischen Journalisten darauf angesprochen, dass Assad zu Beginn des Bürgerkriegs in Syrien den IS zwecks Spaltung der Opposition unterstützt habe, verweist er auf die Ursprünge des IS.

«Was den IS angeht: Der wurde 2006 im Irak ausgerufen. Sein erster Anführer – Zarkawi – wurde von den Amerikanern getötet. Aber der IS entstand unter den Augen der Amerikaner. Und der jetzige IS-Anführer – Al Baghdadi – der sass in amerikanischen Gefängnissen, wurde dort vollständig radikalisiert und dann entlassen. Der IS stammt aus dem Irak, nicht aus Syrien. Und davor hat alles in Afghanistan angefangen.»

Erdogan ärgert's

Assad spricht im Interview schliesslich auch die Flüchtlinge an, die aus Syrien wegen des IS-Terrors fliehen. Dass Syrer auch vor seinen Regierungstruppen flüchten, dagegen nicht. Auf diese Unterlassung reagiert der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Istanbul.

«Der Grund für Tragik und Terror im Nahen Osten ist Assad: Er hat 380'000 seiner Leute umgebracht. Er ist der Verantwortliche für die humanitäre Katastrophe und Akte des Terrors», so der türkische Präsident.

Obama will Assad weg haben

US-Präsident Barack Obama glaubt nicht, dass der IS beseitigt werden kann, solange der syische Präsident Baschar al-Assad an der Macht bleibt. Obama machte damit Gerüchten ein Ende, wonach Assad an künftigen Wahlen in Syrien teilnehmen könnte: «Ich kann mir keine Situation vorstellen, in welcher wir den Krieg beenden und Assad an der Macht bleibt.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

14 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von S. Buso (S. Buso)
    Da hat er nicht unrecht, seit dem Sturz von Saddam und Ghaddafi breitet sich der IS extrem aus in diesen Gebieten - und seit Assad bedroht wird, überflutet der IS auch Syrien! Der Westen trägt ganz klar die Hauptschuld!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Udo Gerschler (UG)
    Was soll das Geschwafel von Obama.Man brauch bloß Rambo 1 und andere anschauen und sieht wie die Amerikaner AlKaida,IS und andere verherrlichen.IS ist ein Kind der Amerikaner.Europa und die Arabischen Völker müssen nun -Fuck the EU- ausbaden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christa lohmann (Saleve2)
    Es ist ein schreckliches Verbrechen , wenn Unschuldige getötet werden. Und das aus dem Mund von Assad. Der grosse Teile seiner eigenen Bevölkerung hingerichtet oder vertrieben hat. Zynischer und verlogener geht es fast nicht mehr. Und völlig unverständlich, dass man diesen Menschen zitiert.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Wissen Sie, dass vor dem Bürgerkrieg eine Mehrheit der Syrier sich klar für Assad ausgesprochen haben? Man sollte nicht alle Geschichten über angeblich brutalste Diktatoren in den Medien für bare Münze nehmen. Meist sind solche Geschichten nämlich vor allem Vorwand für Krieg und Regierungsumsturz durch die USA. Warum z.B. werden die Herrscher von Saudi-Arabien in de Medien vergleichsweise so geschont?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Viele Geschichten beruhen auf Gerüchten, wie beispielsweise der Giftgaseinsatz Assads. Er wurde zwar beschuldigt, allerdings führten die Spuren zu Rebellengruppen. Die Untersuchungen wurden bis heute nicht abgeschlossen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen