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International Assad: Giftgas in den USA vernichten

Die Zerstörung syrischer Kampfstoffe kann auch in den USA erfolgen. Machthaber Baschar al-Assad zeigte sich in einem Interview einverstanden, dass Washington die Waffen zur Vernichtung in die USA bringe, wenn man dort bereit sei, «das Geld zu bezahlen».

Legende: Video Assad äussert sich zu Chemiewaffen-Plan. abspielen. Laufzeit 0:42 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 19.09.2013.

Gegenüber dem Sender Fox News sicherte Assad persönlich zu, die Chemiewaffen seines Landes zerstören zu lassen. Dies werde jedoch ein Jahr dauern und eine Milliarde Dollar kosten, sagte Assad weiter. «Ich denke, dass es technisch eine komplizierte Operation ist», erklärte er.

Assad bekräftigte, dass seine Regierung nicht für den Giftgaseinsatz am 21. August nahe Damaskus verantwortlich sei. Dies sei vielmehr das Werk der Aufständischen. Damaskus hatte einen russischen Vorschlag angenommen, sein Chemiewaffenarsenal unter internationale Kontrolle zu stellen und vernichten zu lassen.

Keine Kapitulation vor US-Drohung

Assad bestritt, dass ihn die Drohung mit einem militärischen Eingreifen dazu gebracht habe, der Vernichtung der Chemiewaffen zuzustimmen. Die sei «ein Missverständnis», sagte er. «Syrien würde sich nie einer Drohung beugen.» Der syrische Machthaber forderte US-Präsident Barack Obama aber gleichzeitig auf, seinem Land nicht mehr mit einem Militärschlag zu drohen. Er solle vielmehr «auf den gesunden Menschenverstand» seines Volkes hören.

Ein Grossteil der US-Bürger ist gegen ein militärisches Eingreifen in den Syrien-Konflikt oder sieht dieses skeptisch.

Assad macht Al-Kaida verantwortlich

«Wir befinden uns nicht in einem Bürgerkrieg», sagte Assad weiter. «Wir haben einen Krieg.» Es sei «eine neue Art von Krieg», in dem islamistische Rebellen aus mehr als 80 Ländern gegen seine Regierung kämpften. «Wir wissen, dass es zehntausende Dschihadisten gibt.» 80 bis 90 Prozent der «Untergrund-Terroristen» gehörten «zu Al-Kaida oder seinen Ablegern».

Assad räumte ein, dass für den Beginn des Aufstands im Jahr 2011 syrische Rebellen ohne Verbindung zu Dschihadisten verantwortlich waren. Seit Ende 2012 seien die islamistischen Extremisten aber in der Überzahl - gefördert durch finanzielle und politische Unterstützung aus dem Ausland.

UNO-Sicherheitsrat ringt um Details

Laut UNO-Inspekteuren wurde bei dem Angriff am 21. August Sarin-Gas eingesetzt. Washington geht von rund 1400 Toten aus. Die USA und weitere westliche Staaten machen Assads Führung für den Chemiewaffenangriff verantwortlich. Washington und Paris haben deshalb mit einem Militärschlag gedroht.

Damaskus hatte darauf einen russischen Vorschlag angenommen, sein Chemiewaffenarsenal unter internationale Kontrolle zu stellen und vernichten zu lassen. Derzeit wird im UNO-Sicherheitsrat um die Details eines Plans für die Umsetzung gerungen.

«Angriff soll Option bleiben»

«Angriff soll Option bleiben»

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen will an der Drohung eines US-Militärschlags gegen Syrien festhalten. «Es ist wichtig, dass die militärische Option weiter auf dem Tisch liegt.» Rasmussen begrüsst aber die Einigung zwischen den USA und Russland. Er glaubt an eine politische Lösung des Konflikts.

24 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    @H. Girschweiler: Wer etwas von militärischen Dingen versteht, erkennt bald, dass Syrien nicht so leicht zu knacken wäre wie der Irak oder Libyen, schon allein wegen des Geländes. Ich kannte einst jemanden, der 1967 bei der Eroberung der Golan-Höhen dabei war. Diese konnten nur von unten eingenommen werden, Graben für Graben sowie mit Leitern und Seilen, weil Luftangriffe nichts nützten, derart tief waren die Syrer eingegraben. Zudem kämpften diese genauso zäh wie die Jordanier.
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    1. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @J. Stump: Völlig richtig. Ein Mitarbeiter von mir in Argentinien war in diesem Krieg Gefechtsfeld-Sanitäter in der Golani-Brig. und hat mir das selbe erzählt. Ausserdem sind diese Kämpfe auch im Buch ...und sie siegten am 7. Tag von Winston Churchill jun. anschaulich beschrieben. Ich habe sogar noch Fotos von meinem Freund über diese Kampagne.
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  • Kommentar von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
    Es ist erstaunlich, dass viele Blog-Schreiber nicht verstehen, weshalb gegen Assad nicht schlussendlich militärisch durchgegriffen wird. Es ist logisch, da grosse Kreise auch in der CH die eigene Armee abschaffen wollen, weil sie scheinbar sinnlos ist. Genauso wenig wollen die Bürger der Nato-Staten ihre Söhne in einen Krieg ziehen lassen, für etwas, was das Sterben nicht lohnt. Diese Bolgschreiber hier sind die wirklichen Rosinenpicker
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Soll das ein plumper Versuch sein, die Assad-Kritiker in die GSOA-Ecke zu stellen? Eine Armee ist leider auch hier nötig.
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    2. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Albert Planta: Ich will niemanden in eine Ecke mit GSOA stellen. Lesen Sie meinen Beitrag noch einmal - Genau so wie er geschrieben ist, habe ich es gemeint: Es will auch in den anderen Nationen niemanden in einen sinnlosen Krieg in Syrien schicken, welcher ausser Särgen nichts bringt. Es ist aber in der Tat erstaunlich dass Kommentare für einen solchen Einsatz kommen u. zwar von den selben Blog-Schreibern welche die GSOA unterstützen. Was ist nun daran plump?
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    3. Antwort von Albert Planta, Chur
      Harald Girschweiler, 9500 Wil SG Der GSOA nahestehende Leute sind in der Regel gegen alle bewaffneten Konflikte und sicher nicht für die Syrien-Politik der USA. Befürworter für ein Eingreifen der USA sehen durchaus deren Nachteile, wissen aber auch, dass unter dem Strich weniger Menschen sterben werden als unter einem mörderischen Regime. Was sie da schreiben ist nicht Massgebend.
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    4. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @A. Planta: Gestern gab es schwere Kämpfe zwischen Al Nursa/Djiahdisten einerseits und der Syrischen Freien Armee andererseits mit mehr als 100 toten Kämpfern auf beiden Seiten und zwar nördlich von Aleppo. Nun sagen Sie mir klipp und klar was in diesem Bürgerkrieg die USA, und diverse NATO Staaten zu suchen haben. Gar nichts und die Bevölkerungen dieser Länder sind nicht dumm u. werden einen allfälligen Einsatz ihrer Truppen nicht goutieren.
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    5. Antwort von Albert Planta, Chur
      Harald Girschweiler, 9500 Wil SG Gerechterweise müssten sie auch die Hunderdtausenden erwähnen, die der Assad-Clan bereits abgeschlachtet hat. Ein Nichteingreifen wäre auch ein falsches Signal an die anderen Schurkenstaaten. Freiheit und Menschenrechte wie wir sie kennen sind keine Selbstverständlichkeit und mussten hart erkämpft werden und können auch wieder zumindest relativiert werden.
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    6. Antwort von Harald Girschweiler, 9500 Wil SG
      @Albert Planta: Im Grundsatz gebe ich Ihrer Duplik auf meine letzte Antwort recht. Leider ticken die Machthaber, aber dann schlussendlich auch die Bevölkerung in diesen Staaten des Orients anders und zwar sehr stark beeinflusst durch den Islam. Ich empfehle Ihnen dazu das Buch "Machtpyramiden und Gottesstaaten" v. Arnold Hottinger.
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  • Kommentar von M Jaeger, Wildwil
    Diktatur unter Assad war äusserst hart, Irak unter Hussein war schlimm, Libyen unter Gaddafi für einige die Hölle. Im Vergleich zu dem was in all diesen Ländern heute abläuft waren es aber geradezu paradiesische Zustände. Geopolitisch sind die USA die Profiteure davon dass diese ölreichen Gegenden nur noch wenig fördern. Das hält den Ölpreis hoch und die USA Fracking-Förderung bleibt rentabel. US-Armee und -Politik kämpfen dafür und der US-Präsident erhält den Friedensnobelpreis. Pervers.
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    1. Antwort von T. Bischofberger, Brugg
      Treffender könnte man es nicht schreiben. Die Welt ist seit es Menschen gibt pervers, das ist und bleibt nun mal so............
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    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      "Diktatur unter Assad war äusserst hart"--> Diese Diktatur IST immer noch brutal. Deshalb gehört der Baschar Al-Assad auf den Müllhaufen der Geschichte - USA hin oder her.
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    3. Antwort von T. Bischofberger, Brugg
      Ja das stimmt, pervers bleibt es aber so oder so..........................
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    4. Antwort von A.Käser, Zürich
      @A.Planta/Es kann doch nicht sein,dass man ein äusserst hartes Regime mit Toten(Blutzoll)und Vernichtung aus den Angeln hebt.Assad hatte bereit einen "Vorläufer"(sein Vater/Clan).Wenn man schon von Führungspersonen spricht,so sollte ihnen auch eine Individualität zugestanden werden.Prozesse aller Art benötigen ein Zeitvolumen(Kulturgeschichte).Ob es sich nun um die Errichtung einer Demokratie oder Diktatur handelt.Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.
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    5. Antwort von T. Bischofberger, Brugg
      Alle reden von Menschenleben und Völkerrecht aber keiner tut was dagegen. Das ist ja gerade das PERVERSE daran. Es geht um zu viel Geld, zu viel Macht und zu viel Ruhm, das war schon in Rom so und da floss auch sehr viel Blut.......................
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    6. Antwort von Albert Planta, Chur
      A.Käser, Zürich Es hat sich noch nie gelohnt mit Kriminellen zu verhandeln. Irgendwann werden es auch die Russen einsehen - Geopolitik hin oder her.
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