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International Assad im Herbsthoch

Ein kleiner Nebensatz mit grosser Wirkung: In einem Radiointerview schliesst der französische Aussenminister den Einbezug Assads im Kampf gegen die Terrormiliz IS nicht mehr aus. Für den syrischen Diktator Baschar al-Assad ist das nach dem Besuch bei Putin eine weitere internationale Bestätigung.

Legende: Video Kooperiert Frankreich mit Assads Truppen? abspielen. Laufzeit 1:53 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.11.2015.

Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius hat erstmals eine Einbeziehung der syrischen Regierungstruppen in den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ins Gespräch gebracht. Bei der Bekämpfung der Extremisten gebe es «zwei Massnahmen: Bombardierungen und Truppen am Boden», sagte Fabius im Radiosender RTL.

(...) und warum nicht auch von Regierungstruppen?
Autor: Laurent FabiusFranzösischer Aussenminister

Die Bodentruppen könnten nicht von Frankreich gestellt werden, aber von Einheiten der oppositionellen Freien Syrischen Armee, von sunnitischen arabischen Truppen, «und warum nicht auch von Regierungstruppen», sagte Fabius.

Legende: Video SRF-Korrespondent Gerber: «Bevölkerung ist gespalten» abspielen. Laufzeit 2:30 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 27.11.2015.

Zukunftsplanung ohne Assad

Er führte die Äusserungen allerdings nicht näher aus. «Wir wollen ein freies, geeintes Syrien», fügte er hinzu. «Assad kann nicht die Zukunft seines Volkes sein.»

Diplomaten sagten, Fabius habe bereits in der Vergangenheit angedeutet, dass syrische Regierungstruppen in den Anti-IS-Kampf eingebunden werden können, nachdem eine Regierung der nationalen Einheit gebildet worden sei.

Assad-Gegner kritisieren Frankreich

Die von Frankreich angedachte Kooperation mit Streitkräften der syrischen Regierung stösst bei den Gegnern des Regimes auf scharfe Ablehnung.

«Dieser Schritt wird nur den Interessen des grössten Terroristen Baschar Al-Assad dienen», sagte Ahmed Ramadan, Führungsmitglied des in Istanbul ansässigen Oppositionsbündnisses Nationale Syrische Koalition.

Eine von den USA angeführte internationale Militärkoalition fliegt in Syrien seit mehr als einem Jahr Luftangriffe gegen den IS, an denen auch Frankreich beteiligt ist. Eine Zusammenarbeit mit Assad wurde von den westlichen Staaten bislang ausgeschlossen.

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Zurück zur Realpolitik, ohne Assad wird man wohl diese IS-Terroristen nicht erfolgreich bekämpfen können. Wohl eine Kröte, die "der Westen" noch schlucken muss.
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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotha)
    Die subjektiven Einschätzungen von D.Schmidel betreffend feigster Armee der Welt zeigen, dass Verschwörungstheorien immer noch Hochkonjunktur haben; bleiben wir doch lieber mal bei den Fakten: Massaker von Nogeun - ri, 32357 Tonnen Napalm und 300000 tote Zivilisten, Massaker von My Lai und 2000000 tote Zivilisten, völkerrechtswidrige Invasion Iraks, Massaker von Hathida und 115000 - 600000 getötete Zivilisten; aus dieser Ecke kommt dann die Anweisung was das syrische Volk gefälligst zu tun hat.
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  • Kommentar von W. Helfer (W. Helfer)
    Der franz. Aussenminister "Wir wollen ein freies, geeintes Syrien". "Assad kann nicht die Zukunft seines Volkes sein". Was für eine unglaubliche Arroganz. Dass eine solche Arroganz in unserer (sollte man meinen) aufgeklärten Bevölkerung noch Zustimmung findet ist mir schleierhaft. Es kann ja gar nicht gut gehen, wenn man ständig ungefragt fremde Länder überfällt und die Lebensgrundlagen der Bevölkerung zerstört, nur weil sie nicht so ticken wie es der Westen gerne möchte.
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