Assad-Kräfte brechen die Waffenruhe

Bei Angriffen syrischer Streitkräfte haben mindestens 33 Menschen ihr Leben verloren. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte spricht von der schwersten Verletzung des Waffenstillstands seit dessen Inkrafttreten. Unter den Todesopfern seien 12 Kinder.

Bei Luftangriffen der syrischen Streitkräfte östlich von Damaskus sind mindestens 33 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Das geht aus jüngsten Angaben von Aktivisten hervor.

Die Angriffe auf das Dorf Deir al-Assafir seien die schwerste Verletzung des Waffenstillstands in der von Aufständischen kontrollierten Region Ost-Ghuta seit dessen Inkrafttreten am 27. Februar, hiess es von der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London. Unter den Todesopfern seien auch 12 Kinder. Ost-Ghuta wird von der Rebellengruppe Dschaisch al-Islam beherrscht.

USA verurteilen Angriffe

Die USA zeigten sich «entsetzt» über die «mutmasslichen Angriffe des Assad-Regimes» auf eine Schule und ein Spital. «Wir verurteilen solche Angriffe auf Zivilisten auf das Schärfste», erklärte der Sprecher des US-Aussenministeriums, John Kirby, in Washington. Er erinnerte daran, dass sich die Regierung von Präsident Baschar al-Assad dazu verpflichtet habe, Angriffe auf Zivilisten einzustellen.

Verstoss gegen Waffenruhe

Seit Ende Februar ist eine von Moskau und Washington ausgehandelte Waffenruhe in Kraft, die trotz Verstössen im Grossen und Ganzen eingehalten wird. Die Waffenruhe gilt nicht für die Gebiete, die von der Terrormiliz «Islamischer Staat» und der mit Al-Kaida verbündeten Al-Nusra-Front kontrolliert werden. Diese entsprechen in etwa der Hälfte des syrischen Staatsgebiets.

Der syrische Bürgerkrieg ist nun bereits fünf Jahre im Gang. Er hatte im Frühjahr 2011 mit regierungskritischen Protesten begonnen und sich rasch zu einem bewaffneten Konflikt ausgeweitet. Inzwischen ist die Zahl der Toten auf mehr als 270'000 gestiegen. Millionen Syrer sind vor den Kämpfen geflohen.