Athen nimmt das Steuerabkommen mit Bern in Angriff

Lange tat sich nichts – nun kommt plötzlich Hektik auf: Griechenlands Regierung will das seit langem hängige Steuerabkommen mit der Schweiz zu einem Abschluss bringen. Bereits nächste Woche reist Staatssekretär Jacques de Watteville zu Gesprächen nach Athen.

Monatelang sah es danach aus, als hätte das finanziell klamme Griechenland keinerlei Interesse an den schätzungsweise zwei Milliarden Euro an griechischen Geldern, die unversteuert auf Schweizer Bankkonten liegen. Jetzt kommt aber Bewegung in die Sache: Die Regierung unter Alexis Tsipras will das geplante Abkommen für eine Abgeltungssteuer mit der Schweiz offenbar rasch unter Dach und Fach bringen. Damit würde griechisches Schwarzgeld besteuert und legalisiert.

Gespräche zu einem solchen Abkommen begannen bereits im Herbst 2011. Ein Jahr später, im November 2012, verabschiedete der Bundesrat das Verhandlungsmandat.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras spricht an einem Mikrofon.

Bildlegende: Die Regierung unter Alexis Tsipras will das bereits 2011 aufgegleiste Abkommen endlich abschliessen. Keystone

Gesprächstermin noch unklar

Auf höchster Ebene hatte zuletzt im Mai 2014 der damalige griechische Präsident Karolos Papoulias in Bern mit Mitgliedern des Bundesrates unter anderem auch über das geplante Steuerabkommen gesprochen – danach passierte aber lange nichts mehr.

Am EU-Gipfel in Brüssel stellte der seit Januar amtierende Regierungschef Alexis Tsipras schliesslich baldige Gespräche mit der Schweiz in Aussicht. Das Ziel sei «ein Abkommen über die griechischen Gelder in der Schweiz», wurde er am Freitag zitiert.

Nun reist Jacques de Watteville, Leiter des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF), kommende Woche nach Athen. Roland Meier, Sprecher des Eidg. Finanzdepartements (EFD), bestätigte einen Bericht des «Tagesanzeiger». Über den genauen Termin machte das EFD keine Angaben.