Zum Inhalt springen

International Atomgespräche mit Iran auf der Zielgeraden

Das Endspiel in der Wiener Hofburg ist eröffnet. Dort kommen die Atomgespräche mit dem Iran in die entscheidende Phase. Erstmals arbeiten die Verhandlungspartner, die UNO-Vetomächte plus Deutschland sowie der Iran, an einem konkreten Text für ein Schlussabkommen.

Die Atomanlage in der iranischen Stadt Arak.
Legende: Die Atomanlage in der iranischen Stadt Arak. Keystone

Seit Wochen hört man fast nichts mehr über den Fortgang der Atomgespräche mit dem Iran. Das ist ein gutes Zeichen. Verschwiegenheit ist zwingend. Denn ständig neue Lecks in der jetzigen entscheidenden Phase böten den Gegnern einer Lösung des Atomstreits, den Falken in den USA, den Hardlinern in Teheran oder der israelischen Regierung ständig neue Munition, um eine Annäherung zu torpedieren.

Diese Annäherung findet, anders als viele Beobachter erwartet hatten, tatsächlich statt. Nach unzähligen Runden mit allgemeinen Diskussionen geht es nun ans Eingemachte: an die Formulierung eines Vertragstextes, der schon im Sommer unterschriftsreif sein soll. Der Iran müsste darin engen Grenzen für sein Atomprogramm zustimmen. Im Gegenzug würden die Sanktionen aufgehoben.

Ukraine-Konflikt bringt Lösung voran

Denn interessanterweise fördert zurzeit ausgerechnet der Ukraine-Konflikt eine Lösung. Dem Westen wäre der Iran als neuer grosser Öl- und Gaslieferant anstelle Russlands lieber. Und wegen der Spannungen mit Russland, der Konfrontationen mit China und der Dauerkrise in Syrien käme es US-Präsident Barack Obama überaus gelegen, wenigstens den Konflikt mit dem Iran zu beenden. Aber auch Irans Präsident Hassan Rohani braucht dringend einen aussenpolitischen Erfolg, um die Radikalen in Teheran in die Schranken zu weisen.

In Teheran heisst es nun, ein Durchbruch sei greifbar. Die UNO-Vetomächte halten eine Lösung bis im Juli für ambitioniert, aber möglich.

Noch viele Fragen offen

Doch noch sind etliche Stolpersteine beiseite zu räumen: Wie viel Urananreicherung will man dem Iran künftig zubilligen? Wie soll der problematische Schwerwasserreaktor Arak umgebaut werden? Darf Teheran weiterhin immer bessere Zentrifugen zur Anreicherung entwickeln?

Auch die UNO-Atombehörde IAEA hat noch Fragen und verlangt noch mehr Transparenz. Einige UNO-Experten befürchten überdies, dass Teheran noch immer trickst und heimlich sein Atomprogramm vorantreibt. In all diesen Punkten muss man diese Woche vorankommen, damit das Endziel in Reichweite rückt.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jens Brügger, Schaffhausen
    Macht sich den niemand Gedanken darüber,woher gewisse Länder das Recht nehmen, andere Länder zu bevormunden. Die Menschen im Iran wollen auch nur in Frieden und ohne Sanktionen leben, die ihren Alltag einschränken. Dazu braucht man halt Energie, auch wenn ich die Kernenergie als absolut falschen Weg ansehe. Wieso dürfen Staaten, die diese Technologie schon lange benutzen (und im Fall der USA bereits militärisch genutzt haben) anderen vorschreiben, unter welchen Bedingungen es ihnen erlaubt ist.?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Susanne Lüscher, Gossau
    Den USA ist eine Annäherung sicherlich nicht recht, wenn man TPAJAX (1953) bedenkt.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen