Zum Inhalt springen

International Atommächte modernisieren ihre Arsenale

Die Zahl der Atomsprengköpfe ist weltweit zwar weiter zurückgegangen. Gleichzeitig haben die Atommächte aber ihre Arsenale modernisiert. Zu diesem Schluss gelangt das schwedische Friedensforschungs-Institut Sipri.

Was die Zahl ihrer Atomsprengköpfe betrifft, rüsten die Atommächte zwar ab. Weltweit werde allerdings an der Neuentwicklung von Nuklearwaffen oder an der Modernisierung der Arsenale gearbeitet. Dies schreibt das Friedensforschungs-Institut Sipri in seinem neuen Jahrbuch.

Nuklearkomplex in den USA
Legende: Der berühmt-berüchtigte US-Nuklearkomplex Hanford Site im Südosten des Bundesstaats Washington. Keystone

Die Gesamtzahl der Sprengköpfe ging im Vergleich der Jahre 2014 und 2015 erneut zurück, von 16'350 auf 15'850, wie die Forscher aus Stockholm am Montag mitteilten. Die Zahl der einsatzbereiten Atomwaffen stieg demnach aber von 4000 auf 4300. In hoher Einsatzbereitschaft befänden sich 1800 Sprengköpfe.

«Langfristige Modernisierungsprogramme»

Die meisten Atomwaffen besitzt dem Bericht zufolge weiterhin Russland. Ihre Gesamtzahl sank von 8000 auf 7500, die Zahl der einsatzbereiten Sprengköpfe stieg jedoch von 1600 auf 1780. Diese Tendenz sei auch in den USA zu beobachten – mit einem Gesamtrückgang von 7300 auf 7260, aber einem Anstieg bei den einsatzbereiten Waffen von 1900 auf 2080. Beide Staaten betrieben zudem «umfassende und teure langfristige Modernisierungsprogramme».

Auch in den weiteren Staaten mit ihren weitaus kleineren Arsenalen wird laut Sipri an der Modernisierung der Atomwaffen gearbeitet. Frankreich verfügt demnach weiter über 300 Sprengköpfe, davon 290 einsatzbereit.

Für Grossbritannien wurde ein Rückgang von 225 auf 215 Waffen registriert, davon 150 einsatzbereit. Unverändert blieben demnach die Zahlen für China mit 260, für Indien mit 90 bis 110, für Pakistan mit 110 bis 120, für Israel mit 80 und für Nordkorea mit sechs bis acht Sprengköpfen.

Mehr Friedensmissionen

In ihrem Jahrbuch beschäftigten sich die Forscher auch mit den Missionen zur Befriedung von Konflikten in der Welt. Deren Zahl lag den Angaben zufolge im vergangenen Jahr bei 62, drei mehr als noch im Vorjahr.

Zugleich sei die Zahl des eingesetzten Personals aber um rund 20 Prozent auf gut 162'000 Kräfte gesunken. Grossen Einfluss auf diese Entwicklung hatte laut Sipri das Ende des Isaf-Einsatzes in Afghanistan. In der Nachfolgemission sind seit dem Jahreswechsel wesentlich weniger Kräfte im Einsatz.

24 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Walter Wieser, St. Augustine, Florida USA
    @ Lisa Tobler. Nicht zum erstenmal haben sie hier erwaehnt dass die immer boesen Amis als erste Nuklearwaffen offensiv eigesetzt haben. Das mag zwar stimmen aber man sollte vielleicht auch einmal darauf hinweisen dass die Japaner diesen Krieg gegen die USA angefangen haben. (Pearl Harbour)! Der Einsatz von Atomwaffen hat die Industriestaedte Hiroshima & Nagasaki zwar ausgeloescht aber auch diesen Krieg beendet und trotz der hohen Opferzahlen noch schlimmeres verhindert. Geschichtsuntericht!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von C. Szabo, Thal
      Es gibt durchaus die These, dass die USA diesen "überraschenden" Angriff auf Pearl Habor zuliessen, um das US-Volk zu einem Eintritt in den 2. WK überreden zu können. Aber nein, die US-Eliten würden ja nie lügen, um einen Krieg anzuzetteln. Aber gabs da nicht den Tomkin-Zwischenfall/Vietnam, die Irak-Massenvernichtungswaffen etc.. Das waren sicher bedauerliche Ausnahmen im Reinheft der vorbildlichen USA. Wenn man sich dem Offensichtlichen verschliesst, kann man weiter an das Gute glauben.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Putin kennt die NSA - Lügen und Machenschaften der USA zur Genüge , daher ist für seine Politik, die A-Bombe die einzige Sicherheit für das Russische Volk . Hätte er diese Atomabschreckung nicht , wären schon lange die Rohstoffräuber der USA vor Ort, um Russland zu plündern . Das sind die Befürchtungen von Putin und seinen Getreuen .So sehe ich leider auch die Situation. Die ersten Bomben wurden ja mit Hilfe der Deutschen Physiker - Flüchtlinge, von den USA geworfen und nicht von den Russen .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hermann Scheuber, Reinach BL
    den 450 schlimmen AKW,s steht also die 10fache Übermacht an bereitstehenden Atomraketen z.V. Ist die Welt ohne AKW's dann sicherer? Angesichts der Tag-und Nacht laufenden Thermozentrifugen für U235 muss doch das KernwaffenArsenal stets zu- und das 5%ige AKW-Futter abnehmen. Gilt also für die Zukunft: URAN für den KRIEG & THORIUM für den FRIEDEN ? Nur, wie lange geht denn das noch?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen