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International Attentat greift tunesischen Lebensnerv an

Der Anschlag auf ein Hotel im Küstenort Sousse trifft den Staat Tunesien mitten ins Herz. Denn der Tourismus ist nicht nur der wichtigste Wirtschaftszweig des Landes, sondern auch dessen Achilles-Ferse. Einschätzungen zum Terror-Anschlag von SRF-Auslandredaktor Daniel Voll.

Legende: Video Reaktionen nach Anschlag in Tunesien abspielen. Laufzeit 3:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 27.06.2015.

Der Anschlag auf ein Hotel im Küstenort Sousse trifft den Staat Tunesien mitten ins Herz. Der Tourismus, in dessen Kontext der Anschlag geschah, ist nämlich einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des nordafrikanischen Landes.

Nach Einschätzung von Auslandredaktor Daniel Voll ist er aber auch der empfindlichste. Dies, weil Urlauber und Reiseveranstalter auf Vorkommnisse wie das jüngste sehr schnell reagierten.

Nach Revolution zunächst keine Touristen angegriffen

Dabei hatte Tunesien nach der Revolution vor fünf Jahren stolz darauf verwiesen, dass bisher keine Touristen angegriffen worden seien. Ein Umstand, der sich im März dieses Jahres schlagartig änderte. Beim Anschlag auf das Nationalmuseum von Bardo in der Hauptstadt Tunis liessen 24 Menschen – darunter 20 Touristen – ihr Leben. Dieses Attentat war wie der Angriff auf das Ferienresort in Sousse gezielt auf Feriengäste gerichtet.

Ein Hotel mit Krankenwagen davor.
Legende: Touristen und Reiseveranstalter reagieren sehr schnell, wenn die Sicherheit in Frage steht. Keystone

Bereits nach dem Anschlag im März patrouillierten zahlreiche Polizisten auf den Strassen. Ferner wurde damals schon die Leitung des Sicherheitsdispositivs umbesetzt. Man holte ehemalige Spitzenleute aus der Polizei von Ex-Regierungschef Ben Ali zurück. Laut Voll ist damit zu rechnen, dass nach dem jüngsten Terror-Drama der Staat seinen Sicherheitsapparat weiter ausbaut.

Beim Attentat im Küstenort Sousse südlich der Hauptstadt Tunis sind nach Angaben des Radiosenders «Mosaique FM» unter Berufung auf das Gesundheitsministerium 39 Menschen getötet und 36 Menschen verletzt worden. Nach Angaben örtlicher Behörden sind Deutsche, Briten und Belgier unter den Opfern. Es wird von einem Haupttäter ausgegangen.

Islamisten auch im Volk unbeliebt

Die Islamisten, gegen die sich die neu ergriffenen Schritte der Behörde richtet, sind gemäss Voll auch bei der tunesischen Bevölkerung nicht beliebt. Die Menschen würden sie als Gefahr für die Stabilität der Gesellschaft und Wirtschaft betrachten, wobei man dies bei den Wahlen gemerkt habe. Damals haben Gewaltaktionen radikaler Salafisten etwa der islamistischen Partei Ennahda geschadet, die sich erst spät von solchen Gewaltaktionen distanzierte.

Andererseits scheint Tunesien auch ein Rekrutierungfeld für islamistische Terroristen zu sein. Auf jeden Fall geht das Innenministerium davon aus, dass in Syrien oder auch in Libyen Tausende junge Tunesier in islamistischen Terrorgruppen aktiv sind. Namentlich der mutmassliche Täter von Sousse, ein junger Student, kommt aus einer Region, die als Hochburg radikaler Islamisten gilt.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Das Zerstoeren der Wirtschaft ist die Grundregel zur Instabilisierung eines Landes.. und wenn alles den "Bach" runter geht, kommt der "Retter" (sag IS ) und uebernimmt... so laeuft Politik, so laeuft Krieg.. so laeuft Macht...
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  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    Möchte an dieser Stelle mein tiefstes Beileid an alle Angehörigen und Bekannten der Opfer aussprechen.
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    1. Antwort von Franz NANNI, Nelspruit SA
      Mein Mitleid haelt sich in Grenzen.. "man" weis um das Risiko und geht es ein... die Menschen die dort Ferien machten sind ja nicht Blind .. die wissen was in der Welt vor sich geht. Und wenn ich Morgen in mein Flugzeug steige ist auch mir bewusst, dass MIR ein Anschlag drohen koennte..oder wenn ich uebermorgen auf dem Bundesplatz stehe Dasselbe!!!
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  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Der Tourismus in Tunesien wird sich kaum mehr erholen, was die Arbeitslosigkeit in Tunesien weiter ansteigen lässt und damit die sozialen Probleme noch verstärkt. Wie Libyen droht auch Tunesien zum failed state zu werden, genau das was die Islamisten wollen und diese erstarken lässt. Zu viele Tunesier sind rückwärts gewandt, Tunesien ist nicht reif für die Demokratie.
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