Attentat in Toulouse vereitelt

Genau ein Jahr nach den Anschlägen von Toulouse hat die Polizei Islamisten festgenommen, die dem Attentäter offenbar nacheifern wollten. Das Bombenmaterial lag bereit. In Toulouse fand unterdessen eine Gedenkfeier für die Opfer statt.

Angehörige hinter dem Leichenwagen.

Bildlegende: Den Angehörigen bleibt weiter nur die Trauer. Keystone

Radikale Islamisten haben in Frankreich einen Bombenanschlag geplant. Bei drei festgenommen Männern wurden eine Sprengstoffwerkstatt und Waffen entdeckt. Die Gruppe sei in der Lage gewesen, kurzfristig zuzuschlagen, so der Staatsanwalt. Laut Ermittlungen hätten die Männer den Toulouse-Attentäter Mohamed Merah glorifiziert.

Antisemitisch und antifranzösisch

Merah hatte vor genau einem Jahr eine Mordserie begonnen und sieben Menschen erschossen. Unter ihnen waren drei Kinder und ein Lehrer einer jüdischen Schule. Der Islamist wurde bei einer Schiesserei getötet. Er hatte sich als Al-Kaida-Anhänger und Gotteskrieger bezeichnet.

Als Motiv hatte Merah vor seinem eigenen Tod den Hass auf die in Afghanistan kämpfende französische Armee genannt. Den Anschlag auf die jüdische Schule bezeichnete er als Vergeltung für den Tod von palästinensischen Kindern im Nahost-Konflikt.

Bei einer Gedenkfeier in Toulouse wurde das erste Opfer posthum mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet. Der Soldat Imad Ibn Ziaten sei Opfer eines grausamen und feigen Anschlags auf das «Herz der Nation» geworden, sagte Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian.