Macron empfängt Trump Auf der Suche nach Gemeinsamkeiten

Erst militärische Ehren und Touristenprogramm im Invalidendom, dann ein Arbeitstreffen im Élyséepalast. Frankreichs Präsident zeigt seinem US-Kollegen Stadt und Wertschätzung. Und sucht nach Gemeinsamkeiten.

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Trump zu Besuch bei Macron

2:18 min, aus Tagesschau am Mittag vom 14.7.2017

Das Wichtigste in Kürze

  • Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat US-Präsident Donald Trump zu einem zweitägigen Besuch in Paris empfangen.
  • Beide Politiker bemühten sich um Annäherung. So soll es im Syrien-Konflikt eine gemeinsame diplomatische Initiative geben. Beim Thema Freihandel einigten sie sich darauf, zusammen gegen Dumping vorgehen zu wollen.
  • Trump wird am Freitag Ehrengast bei der Militärparade zum französischen Nationalfeiertag sein. Anlass ist der Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren.

Trotz Meinungsverschiedenheiten: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump haben sich in Paris um Annäherung bemüht. «Die Freundschaft zwischen unseren beiden Nationen und uns selbst ist unzerbrechlich», sagte Trump. «Frankreich ist Amerikas erster und ältester Verbündeter. Viele Menschen wissen das nicht.»

Macron verwies bei einer gemeinsamen Medienkonferenz im Pariser Elysée-Palast auf die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern unter anderem im Anti-Terror-Kampf. Er sprach aber auch den Konfliktpunkt Klimaschutz an. «Wir kennen unsere Meinungsverschiedenheiten», sagte Macron.

Beide Politiker verständigten sich nach eigenen Angaben auf ein Vorgehen im Anti-Terror-Kampf und beim Syrien-Konflikt. Macron kündigte eine gemeinsame diplomatische Initiative im Syrien-Konflikt an. Die Länder strebten die Schaffung einer Kontaktgruppe an, «um einen politischen Fahrplan für die Zeit nach dem Krieg vor allem in Syrien zu schaffen», sagte er und zeigte sich dabei bereit, auch Vertreter von Staatspräsident Baschar al-Assad an den Gesprächen zu beteiligen.

Er mache aus der Absetzung Assads keine Bedingung für eine Intervention Frankreichs. «Wir haben in der Tat die französische Doktrin im Hinblick auf Syrien geändert», sagte Macron.

Trump erklärte, die im Südwesten erreichte und seit fünf Tagen haltende Waffenruhe sei ein grosser Fortschritt. Die USA arbeiteten mit ihren Partnern an einer Ausdehnung der Waffenruhe auf ein zweites, umkämpftes Gebiet.

Ein bisschen Konsens beim Freihandel

Beim Thema Freihandel verständigten sich die Staatschefs trotz teils unterschiedlicher Auffassungen darauf, gemeinsam gegen Dumping vorzugehen. Sowohl der EU als auch den USA solle es erlaubt sein, heimische Branchen und Arbeiter zu schützen, sagte Macron. «Im Rahmen eines Freihandels, aber eines gerechten Freihandels.»

Trump sieht den freien Handel in der aktuellen Form als Gefährdung für US-Interessen und hatte Handelspartnern immer wieder mit Schutzzöllen gedroht, etwa auf europäische Stahlprodukte.

Beim Klimaschutz wollte sich Trump die Tür für einen Verbleib im Pariser Abkommen weiterhin offenhalten. «Es kann noch etwas passieren bezüglich des Pariser Abkommens», sagte er. Allerdings erneuerte er damit nur seine Position, die er bereits bei der Ankündigung, das Abkommen zu verlassen, klargemacht hatte. Damals hatte er erklärt, er wolle nachverhandeln und für die USA bessere Konditionen herausholen. Deutschland und Frankreich hatten dies klar abgelehnt.

Die First Ladies auf Stadtrundfahrt

Macron hatte den Amerikaner am Nachmittag mit militärischen Ehren empfangen. Für die Frauen Brigitte Macron und Melania Trump ging es danach weiter mit der Stadtrundfahrt: Sie besichtigten die Kathedrale Notre-Dame und machten eine Bootstour auf der Seine.

Der erste Abend des Paris-Besuchs endete im Wahrzeichen der französischen Hauptstadt: im Eiffelturm. Für das Dinner der beiden Präsidenten und ihren Ehefrauen wurde das Restaurant «Jules Verne» in luftiger Höhe ausgesucht.

Am Freitag wird Trump noch als Ehrengast bei der Militärparade zum französischen Nationalfeiertag auf den Champs-Élysées dabei sein. Anlass ist der Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren. Amerikanische Truppen kämpften damals an der Seite Frankreichs gegen Deutschland.