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Supermächte stecken Kurs ab Auf Tweets folgt Klartext

Noch keine 48 Stunden sind der neue US-Aussenminister und der neue US-Verteidigungsminister auf Antrittsbesuch in Europa. Doch bereits wird klar: Aus der Annäherung zwischen den USA und Russland wird vorläufig nichts.

Legende: Audio Tillerson und Lawrow suchen gemeinsame Wege in Bonn abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
01:08 min, aus HeuteMorgen vom 17.02.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die heute beginnende Sicherheitskonferenz in München findet zu einem Zeitpunkt maximaler internationaler Verunsicherung statt, meint der Chef des Treffens, Wolfgang Ischinger.
  • Nach der ersten, etwas unterkühlt verlaufenden Begegnung mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow erklärte US-Aussenminister Tillerson, dass Moskau seine Verpflichtungen gegenüber der Ukraine endlich einhalten solle.
  • US-Verteidigungsminister James Mattis hält eine militärische Zusammenarbeit mit Russland derzeit für undenkbar.

US-Präsident Donald Trumps Bewunderung für Russlands Staatschef Wladimir Putin hat vorläufig keine praktischen Konsequenzen. Das machte sowohl der neue Pentagon-Chef James Mattis bei der Nato deutlich als auch US-Aussenminister Rex Tillerson auf dem G20-Aussenministertreffen in Bonn.

Nach der ersten Begegnung mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow erklärte Tillerson, Washington verlange, dass Moskau seine Verpflichtungen gegenüber der Ukraine endlich einhalte. Eine engere Zusammenarbeit mit Russland sieht er allenfalls in gewissen Bereichen, die er nicht näher bezeichnete.

Unterkühlte Begegnung

Lawrow wiederum betonte, über die Sanktionen habe man gar nicht gesprochen. Also auch nicht über deren Aufhebung. Und ergänzte: Russland werde sich nicht in inneramerikanische Angelegenheiten einmischen – und sagte damit indirekt, die USA mischten sich in innerrussische ein. Aus Moskauer Perspektive ist die Ukraine quasi eine solche innerrussische Frage.

Freundschaftlich war das Treffen offenkundig nicht, vielmehr unterkühlt. Und auch nicht produktiv. Ähnlich frostig der Ton von Verteidigungsminister James Mattis: Eine militärische Zusammenarbeit mit Russland sei zurzeit undenkbar. Und er legte sogar noch nach: Es bestünden kaum Zweifel, dass sich Russland in Wahlen in demokratischen Ländern eingemischt habe.

Selbstsicherer Mattis und zaudernder Tillerson

Die politische Premiere von Tillerson und Mattis in Europa machte zudem deutlich, wer von den beiden mehr Gewicht hat: Eindeutig der pro-westliche Nato-Freund Mattis, der selbstsicher und kompetent auftritt. Der als pro-russisch geltende Tillerson wirkt hingegen zaudernd und überfordert im neuen Amt.

Wenn nun in den nächsten drei Tagen die führenden Sicherheits- und Aussenpolitiker aus Dutzenden von Ländern in München auf der Sicherheitskonferenz aufeinander treffen, ist für Konflikte gesorgt. Konferenzchef Wolfgang Ischinger spricht von einem Zeitpunkt maximaler internationaler Verunsicherung.

Legende: Video FOKUS: G20 – Tillersons erster Auftritt abspielen. Laufzeit 02:16 Minuten.
Aus 10vor10 vom 16.02.2017.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Die Russen warten immer erst mal ab was Sache ist und was blauer Dunst. Die Wichtigmacher aller Ortens verstehen wenig von Russland - Die USA hat jeden Einfluss in Europa vertan und soll sehen dass sie ihre eigenen 7 Sachen zusammenhalten und sich nicht überall einmischen . Den Rest der Welt werden sich die Chinesen kassieren mit Wirtschaftskrieg und Infiltration in die 3. Welt -Länder . Die Regionalmacht Russland ( Aussage Obama)wird im Schatten der Chinesen sich zur zweiten Weltmacht mausern .
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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Irgendwann wir Nordkorea der einzige Verbündete von Russland sein.
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  • Kommentar von D. Schmidel (D. Schmidel)
    Aus Moskau kommen keine Zeichen der Vernunft. Putin versucht es immer noch mit Waffen gegen fremde Geister. Trump kann auch mit Staatsfeinden wie Pussy Riot nichts anfangen. Russland ist zwar gross aber wirtschaftlich ein Zwerg.
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Also derzeit stationiert vor allem die Nato Waffen an der russischen Grenze und kämpft gegen einen selbst heraufbeschwörten Feind. Russland hat genug zu tun im eigenen Land (Kaukasus-Region, Grenzen zu China etc.) und kann keine Querelen im Westen gebrauchen.
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