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Aufarbeitung der Geschichte Streit um Entschädigungen für südkoreanische Sexsklavinnen

Demonstrantinnen halten Schilder hoch.
Legende: Aktivistinnen bei einer Demonsttration vor dem südkoreanischen Aussenministerium in Seoul am Mittwoch. Keystone
  • Südkoreas Präsident Moon Jae-in hat sich öffentlich von einem Abkommen mit Japan distanziert.
  • Dabei geht es um Entschädigungen für Koreanerinnen, die während des Zweiten Weltkriegs zur Arbeit in Militärbordellen gezwungen wurden.

Das Abkommen könne die Frage der sogenannten «Trostfrauen» nicht lösen, sagte Moon. Es handle sich um eine politische Vereinbarung, welche die Opfer und die Öffentlichkeit ausschliesse.

Moons Vorgängerin hatte das Abkommen 2015 geschlossen. Japan entschuldigte sich darin bei den einstigen Zwangsprostituierten und zahlte umgerechnet rund 9 Millionen Franken in einen Hilfsfonds für Betroffene ein. Im Gegenzug sagte Südkorea zu, den Streit fortan als beigelegt zu behandeln.

Opfern zu wenig Gehör geschenkt

Eine südkoreanische Expertenkommission kam zum Schluss, die damalige Regierung habe vor zwei Jahren die Opfer zu wenig angehört. Gleichentags warnte Japan Südkorea davor, das Abkommen infrage zu stellen.

Nach Schätzungen von Historikern wurden im Weltkrieg bis zu 200'000 Frauen, vor allem aus Korea und China, gezwungen, Soldaten der japanischen Kaiserarmee in Frontbordellen zu Diensten zu sein.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Barbara Lampérth (Luk 12/3)
    @Nanni: Finden Sie das also richtig? Instinktverhalten ist etwa eine so schlechte Ausrede wie die Bibel dafür heranzuziehen, andere Menschen unterdrücken zu dürfen. Sogar, wenn es sich um Frauen handelt! Ich muss mich schon wundern über Ihr Männerbild! Ich glaube nicht, dass die grosse Mehrheit von Männern sich selbst als instinktgesteuerte Maschine und die Frauen als zu benutzende Objekte betrachtet. Da braucht es immer eine gehörige Gehirnwäsche, bis es soweit kommt.
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  • Kommentar von Andrea Esslinger (weiterdenken)
    Und die Amis, die Russen, die Engländer und Franzosen, haben z. B. in Berlin auch kräftig die deutschen Witwen "getröstet". Die Kinder in Vietnam und Korea, gezeugt von amerikanischen Soldaten, werden bis heute von den USA geleugnet. Im Jugoslavienkrieg wurde systematisch vergewaltigt von der serbischen Armee. Und so weiter und so fort. Und Herr NANNI, nein, es ist kein Instinktverhalten des Menschen, sondern Verrohung des Mannes durch den Krieg und seine traumatisierenden Schrecken.
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  • Kommentar von Nick Schaefer (Nick Schaefer)
    Beschämend, was sich Japan da wieder einmal leistet. Das passt so gar nicht in das so gerne hierzulande beschworene Bild des Landes der sanften und ewig lächelnden Kirschblütenkünstler. Japan musste seine Vergangenheit im Gegensatz zu Deutschland nie aufarbeiten: Die Feudalstrukturen, die Machtverhältnisse, und die sackgroben Gewohnheiten der Mächtigen überdauerten die rein vordergründige Demokratisierung.
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    1. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      Wie Blauaeugig... schon seit ewig werden Frauen eroberter Gegner Eigentum der Eroberer.. das hat sich nicht geaendert und wird sich nie aendern.. es liegt im Blut des Menschen.. es ist ein Instinktverhalten. Das zu negieren ist wie duenner Lack... geht sofort weg wenns ernst wird..
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      @ nanni: das ist alles kein Grund, die Geschichte nicht aufzuarbeiten, sich nicht anständig zu entschuldigen und nicht anständig Entschädigung zu bezahlen!
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    3. Antwort von Nick Schaefer (Nick Schaefer)
      Mitnichten, Herr Nanni. Die Genfer Konvention von 1864 und das Internationale Humanitäre Völkerrecht regeln das Verhalten der Kriegführenden gegenüber Nichtkombattanten. Mittlerweile sind 196 Signatarstaaten der Genfer Konvention beigetreten. Ihre Werthaltung lässt jeglichen zivilisatorischen und charakterlichen Fortschritt vermissen, wobei sie irrtümlich vielleicht auf Karadzic/Milosevic als neuere "Vorbilder" ihrer Theorie zurückgreifen möchten: Diese Verbrecher wurden verurteilt, trotz Nanni.
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    4. Antwort von Franz NANNI (igwena ndlovu)
      Ja, richtig, es ist beschaemend... sehr beschaemend!
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