Aufatmen an US-Ostküste nach Schneesturm «Nemo»

Wintersturm «Nemo» ist über die US-Ostküste hinweggefegt und hat eine dicke Schneedecke hinterlassen. Hunderttausende waren zeitweise ohne Strom und Heizung – die schlimmsten Befürchtungen aber sind nicht eingetroffen. Der Blizzard forderte mehrere Todesopfer.

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Schneesturm «Nemo» hinterlässt riesige Schneemassen

1:17 min, aus Tagesschau vom 10.2.2013

Über die genaue Anzahl der Opfer gibt es widersprüchliche Angaben. Medien berichten inzwischen von zehn Toten. Ein elfähriger Junge und ein 20jähriger Mann starben in Boston an Kohlenmonoxidvergiftungen, weil sie sich in Autos wärmen wollten, deren Auspuffe mit Schnee verstopft waren.

In Danbury in Connecticut rutschte ein Mann auf seiner verschneiten Veranda aus und wurde tot gefunden. Im Bundesstaat New York verunglückte ein Mann tödlich bei einem Unfall mit seiner Räummaschine. Zwei weitere Menschen in Connecticut starben ebenfalls beim Schneeräumen und ein Mann wurde tot unter einem Schneehaufen vor seinem Haus gefunden.

Grössere Probleme in ländlichen Gebieten

Im Bundesstaat New York wurde ein 74jähriger Fussgänger von einer Autofahrerin tödlich überrollt, die in dem Blizzard die Kontrolle über ihren Wagen verlor. In Auburn im Bundesstaat New Hampshire rammte ein Autofahrer einen Baum und starb.

Trotz der tragischen Unfälle atmeten die Menschen an der US-Ostküste nach dem Durchzug von «Nemo» auf: Der Wintersturm hat zwar eine dicke Schneedecke über die gesamte Region zwischen Maine und New Jersey gelegt, aber die schlimmsten Vorhersagen sind nicht eingetroffen.

Metropolen wie Boston und New York kamen glimpflich davon. Schlimmer traf es ländliche Regionen besonders in Massachusetts und Connecticut, wo mehr als 650'000 Haushalte und Betriebe zeitweise ohne Strom und Heizung waren. Einige Küstenregionen in Massachusetts mussten wegen Überschwemmungen evakuiert werden.

Chaos auf Strassen und Schienen

Meteorologen hatten im Vorfeld gewarnt, der Sturm könne möglicherweise historische Ausmasse haben, sehr viele Menschenleben kosten und das öffentliche Leben über Tage lahmlegen. Doch schon am Samstag zeigte sich vielerorts wieder die Sonne, nachdem «Nemo» auf den Atlantik hinausgezogen war.

Flughäfen nahmen den Betrieb wieder auf, Räumtrupps nahmen Strassen und Autobahnen in Angriff. «Wir haben Glück gehabt», sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg. Sein Kollege aus Boston, Thomas Menino, sah das ähnlich. «Ich bin froh, berichten zu können, dass die Stadt den Sturm bislang gut überstanden hat.»

Der Wintersturm «Nemo» war in der Nacht zum Samstag mit heftigen Schneefällen und starken Windböen über den Nordosten der USA hinweggerollt. Mehr als 5000 Flüge und alle Zug- und Busverbindungen mussten gestrichen werden. Auch der Strassenverkehr war vielerorts lahmgelegt.