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Aufsichtsräte in Unternehmen Parlament in Niederlande will Frauenquote auf Chefetagen

  • Das Parlament der Niederlande hat grünes Licht für eine gesetzlich verbindliche Frauenquote in den Führungsetagen grosser Unternehmen gegeben.
  • Demnach sollen börsenkotierte Unternehmen zu einem Frauenanteil von mindestens 30 Prozent in den Verwaltungsräten verpflichtet werden.
  • Auch in der Schweiz sind Geschlechter-Vorgaben auf den Chefetagen grosser Unternehmen ein Thema.
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Archiv: Umfrage – wie Frauen an die Spitze kommen ... könnten
Aus SRF News vom 08.06.2018.
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«Wir schreiben Geschichte», sagte die zuständige Ministerin für Bildung, Kultur und Wissenschaft, Ingrid van Engelshoven, nach dem Beschluss. «Wir durchbrechen damit die «Old Boys»-Netzwerke und gehen einen grossen Schritt in Richtung Gleichheit», fügte sie hinzu. Eine entsprechende gesetzliche Vorschrift werde zügig erarbeitet und solle 2021 in Kraft treten.

Künftig sollen Firmen, welche die gesetzlich verbindliche Frauenquote nicht erfüllen, frei werdende Sitze im Verwaltungsrat zwingend mit Frauen besetzen – oder leer lassen.

Bisher freiwillig

Bereits seit 2013 gilt für börsennotierte Unternehmen des Landes eine freiwillige Richtlinie für einen Frauenanteil von 30 Prozent in den Leitungsgremien. Doch bislang sind nur 18 Prozent der Aufsichtsratsmitglieder und 12 Prozent der Vorstandsmitglieder grosser Unternehmen Frauen.

Der niederländische Arbeitgeberverband (VNO-NCW) hatte sich im September bereit erklärt, doch eine gesetzlich festgelegte Quote zu akzeptieren.

«Weiche» Quoten in der Schweiz

Auch in der Schweiz fand der «Frauenmangel» auf Chefetagen den Weg in die Politik. Im Juni beschloss das Parlament, dass sich börsenkotierte Firmen künftig rechtfertigen müssen, wenn sie weniger als 20 bis 30 Prozent Frauen auf den obersten Chefetagen haben. Im Detail soll der Frauenanteil im Verwaltungsrat 30 Prozent betragen, in der Geschäftsleitung 20 Prozent. Betroffen wären rund 200 Firmen.

Erreichen die Firmen die 30 Prozent nicht, so drohen ihnen zwar keine Sanktionen, doch sie müssten dies öffentlich begründen und Massnahmen aufzeigen, um den Frauenanteil zu erhöhen.

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Aus dem Archiv: Ständerat will mehr Frauen in Machtpositionen
Aus Tagesschau vom 19.06.2019.
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9 Kommentare

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  • Kommentar von Chris Jäger  (stine)
    Als Frau möchte ich nicht als Quote zählen - das finde ich beleidigend.
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  • Kommentar von Reto Derungs  (rede)
    Na ja, aus meiner Siche haben Frauenquoten in einer freien Gesellschaft nichts verloren. Überzeugende Arbeit sollte das einzige Kriterium sein, um einen solchen Job zu bekommen. Frauenquoten gehen bereits in Richtung von Planwirtschaft und das hat, wenn wir aus der Geschicht lernen, noch nie zu guten Ergebnissen geführt. Und in der Schweiz haben sich gute Frauen bis jetzt immer durchgestzt und brauchten keine Quote......
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Was hatten denn wir die letzten paar Hundert Jahre Herr Derungs? Quoten aller Art. Mann, weiss, wohlhabend und unausgesprochen Hetero..der Klassiker in Europa, UK mit seinem Commonwealth und den USA... Also bitte etwas mehr Genauigkeit diesbezüglich.
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    2. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Lieber Herr Derungs, lassen Sie mich Goethe zitieren: Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.
      Überzeugende Arbeit sollte das einzige Kriterim sein. Ok, vielleicht auch noch Teamfähigkeit und ein paar andere Dinge. Fakt ist aber leider, dass die allermeisten Jobs - insbesondere in Teppichetagen - über Vitamin B, Beziehungen, Seilschaften und gegenseitige Gefälligkeiten vergeben werden.
      Sie wissen gar nicht, wie viele gute Frauen sich nicht durchgesetzt haben, die kennt keiner.
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  • Kommentar von Mihai Löchli  (Siebenbürgen)
    Weg von Leistungsgesellschaft, hin zu Quotengesellschaft.
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Ach wo, Herr Löchli, einfach hin Richtung Demoratie. Es gab Zeiten, da war es nur bestimmten Herren erlaubt zu Wählen. Später konnten dann auch andere Gruppen der Männer Wählen und stimmen ... und immer lief es unter dem Label Demokratie.... USA ist da beispielhaft und zählt sich immer noch zu den "Vorzeige-Demokratien" par ex­cel­lence. Eigentlich sind alle aktuellen Demokratien in den Kinderschuhen oder Vorpubertät ....
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