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International Aufständische: «Kämpfen bis zum letzten Blutstropfen»

Trotz des Rückzugs aus Slawjansk – die Aufständischen in der Ostukraine geben sich nicht geschlagen. Die ukrainische Führung wittert Morgenluft und ist nach den jüngsten militärischen Erfolgen wenig an Gesprächen interessiert. Russland ist wütend.

Legende: Video Ukrainische Armee erobert Städte zurück abspielen. Laufzeit 02:33 Minuten.
Aus Tagesschau vom 06.07.2014.

«Wir werden bis zum letzten Blutstropfen kämpfen», beteuert der etwa 40 Jahre alte Stanislaw in Donezk. Er wirft den ukrainischen Einheiten vor, bei ihrem Waffengang gegen die pro-russischen Separatisten «das Volk auszurotten». Die Aufständischen hoffen auf militärische Hilfe von Kremlchef Wladimir Putin und einen Einmarsch russischer Truppen.

Aufständische unter Druck

Laut Kiew ist die militärische Operation zur Befreiung von Slajwansk und Kramtorsk beendet. Präsident Petro Poroschenko sprach von einem «Wendepunkt» und befahl die Fortsetzung der «Anti-Terror-Offensive». Die Armee rückte am Sonntag auf die Industriestadt Donezk vor, wo sich Aufständische verschanzt halten.

Poroschenko befahl, Lebensmittel in die befreiten Orte zu bringen. Bei ihrem Vormarsch auf Donezk eroberten Regierungseinheiten am Sonntag zwei weitere Städte aus der Gewalt der militanten Gruppen zurück. Auch über Artjomowsk und Druschkowka sei wieder die blau-gelbe Flagge gehisst worden, sagte Verteidigungsminister Waleri Geletej.

Die ukrainische Armee will als Nächstes die Grossstädte Donezk und Lugansk belagern und so die Separatisten zur Aufgabe zwingen. «Der Strategieplan von Präsident Petro Poroschenko sieht die völlige Blockade dieser Orte bis zur Kapitulation der Banditen vor», sagte der Vizechef des Sicherheitsrats.

Wenig Interesse an Gesprächen

Angesichts der Lage rückt eine Waffenruhe in weite Ferne. Ein von Poroschenko für Samstag vorgeschlagenes Treffen der Kontaktgruppe fand nicht statt. Russlands Aussenminister Lawrow forderte, bei einem Krisentreffen müsse eine neue Feuerpause vereinbart werden.

Die ukrainische Führung reagierte auf den Appell zu Verhandlungen zurückhaltend. «Bei den Gesprächen kann es eigentlich nur um die bedingungslose Waffenabgabe der Kämpfer sowie um die Freilassung der Gefangenen gehen», betonte Andrej Lyssenko vom Nationalen Sicherheitsrat. Die Regierung sei zudem zu Verhandlungen über eine Sicherung der Grenze durch Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bereit.

Ein pro-russischer Aufständischer sichert einen Checkpoint in Donesk.
Legende: Ein pro-russischer Aufständischer sichert einen Checkpoint in Donezk. Jetzt ist er umso wachsamer. Reuters

Aufständische bereiten sich vor

In Donezk trafen grössere Verbände der Separatisten mit gepanzerten Fahrzeugen ein. «Keine Angst, das sind nicht die Panzer, vor denen sie Angst haben müssen», versuchten Aufständische die Bevölkerung zu beruhigen.

Die Nato und Russland hielten parallel im Schwarzen Meer Manöver ab. An der Nato-Übung beteiligten sich Schiffe aus den USA und sechs weiteren Mitgliedsländern. Die Ukraine gehört nicht zum Bündnis.

Nach dem umstrittenen Anschluss der Schwarzmeerhalbinsel Krim an Russland forderte Ex-US-Aussenministerin Hillary Clinton derweil ein entschiedenes Vorgehen des Westens. «Wir können nicht zulassen, dass ein politischer Führer die Grenzen Europas nach dem Zweiten Weltkrieg neu zieht», sagte sie mit Blick auf Putin der «Bild am Sonntag». Sie fügte hinzu: «Ich glaube, er kann gefährlich sein. Ein Mann wie Putin geht immer bis an die Grenzen.»

Gesetzlose in Donezk

Das Machtvakuum in Donezk hat Kriminelle auf den Plan gerufen. Gangs plündern Geschäfte, treiben Steuern ein. Da die Separatisten der ukrainischen Polizei die Waffen abgenommen haben, kann die Polizei gegen Kriminelle nicht mehr Durchgreifen. Die selbst ernannte Regierung will allerdings nicht mit Kriminellen in Verbindung gebracht werden.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    @Dreier, Waeden & Co.: Bevor ihr euch über die Kenntnisse der Amis über Europa lustig macht, solltet ihr auch die andere Seite sehen. Ehrlich: Wer von euch kann alle 50 US-Staaten aufzählen und kennt die Namen aller US-Präsidenten? Wohl fast niemand, dagegen lernen das die Amis schon in der Volksschule, so wie wir hier alle Staaten Europas mitsamt den Hauptstädten lernen. Ob ihr es glaubt oder nicht, das US-Bildungssystem zählt noch heute weltweit zu den besten (Harvard, Yale usw.).
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    1. Antwort von Markus Guggisberg, Busswil
      @Juha Stump: ... leider ist die USA nicht das, was Sie uns in den Bilder-Büchern aus Hollywood während langen Jahren in Bezug auf den Schutz der Person, Freiheit und Gerechtigkeit vermittelt hat. Dass die USA für sich selbst zum grössten Feind geworden ist, dringt erst jetzt langsam ins Bewusstsein vieler US Bürger (Snowden, Drohnen, NSA). Die Verfolgung der eigenen Bürger durch die Steuerbehörden tut das Übrige. Die USA sollte Ihren Auftritt in der Welt noch einmal überdenken !!!
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    2. Antwort von Dimitri Wonnoque, Nischni Nowgorod, RF
      @Juha Stump: Wie kann man die US-Staaten mit unabhängigen europäischen Staaten vergleichen? Klar sind einige US-Staaten sogar größer, aber die sind alle doch ein einziges Land. Genauso wohl könnte man nämlich einwenden, dass kaum jemand alle Subjekte Russlands aufzählen kann. In der CH lernt man halt alle Kantone auswendig, in De alle Bundesländer, in den USA alle US-Staaten. Daneben aber auch die Hauptstädte der meisten Länder. Ihr Vergleich hinkt ein wenig.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Eines ist inzwischen klar geworden: Es mag zutreffen, dass in der Ost-Ukraine auch wirtschaftliche Gründe mitspielen - Fracking usw., da sind die Wirtschaftsfachleute unter euch gefragt -, aber wir können auch die andere Seite sehen. Obwohl die Ukraine der NATO nicht angehört, liegt sie jetzt im Interessenbereich des Westens, und das bedeutet, dass Putin es sich nicht erlauben kann, russische Truppen einmarschieren zu lassen. Das wäre KRIEG mit der NATO, das hat auch er eingesehen.
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Wuerdet IHR Eure Kampfkraft fuer einen gemeinsamen Staat und dessen Wirtschaft einsetzen.. IHR koenntet zum Wohlstand gelangen verglichen mit Holland der CH etc!
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