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International Augenzeugen berichten aus Paris

Die französischen Zeitungen titeln «Horror» und «Krieg in Paris». Augenzeugen berichten über die erschütternden Anschläge in Paris. Einige von von ihnen befanden sich in der Konzerthalle, in die Terroristen eingedrungen waren und Geiseln genommen hatten.

Legende: Video Überlebende berichten vom Anschlag auf Konzertlokal abspielen. Laufzeit 2:34 Minuten.
Aus News-Clip vom 14.11.2015.

Der Terror hat Paris zehn Monate nach dem Anschlag auf die Satirezeitung «Charlie Hebdo» erneut ins Mark getroffen. Und der Schrecken erreicht ein neues Mass. Im Visier standen ein beliebtes Ausgehviertel im Osten der Stadt sowie das Stadion, in dem am Abend die deutsche Fussballnationalmannschaft zu einem Länderspiel aufgelaufen war.

Ein Massaker richten die Angreifer im Musikclub «Bataclan» an, wo rund hundert Menschen sterben. Die beliebte Konzerthalle mit etwa 1500 Plätzen ist für ein Konzert der US-Band «Eagles of Death Metal» ausverkauft. Mehrere Angreifer sprengen sich selbst in die Luft als Polizeikräfte die Halle stürmen.

Augenzeugen berichten von islamistischen Kampfparolen

Ein Radioreporter, der zufällig im «Bataclan» war, erzählte dem US-Sender CNN, die Männer seien schwarz gekleidet gewesen und hätten wahllos in die Menge geschossen. Sie seien nicht maskiert gewesen. Er selbst habe fliehen können. Am Ausgang habe er mindestens 20 Leichen und zahlreiche Verletzte gesehen.

Ebenfalls aus dem Konzertsaal hat ein anderer Zeuge fliehen können, der nach seiner Flucht auf den SRF-Korrespondenten Michael Gerber getroffen ist. Dem Zeugen zufolge seien gegen 22 Uhr bewaffnete Männer ins Konzertlokal eingedrungen und hätten dann eine Schiesserei begonnen. Die Männer hätten laut Kampfparolen und «Allah ist gross» geschrien, während der Zeuge auf dem Boden gelegen habe.

Tweet Paris

Der Franzose Julien Pearce – ebenfalls ein Konzertbesucher – berichtet von einem riesigen Durcheinander im Saal. Viele im Saal hätten sich auf den Boden geworfen, gleichzeitig sei Panik ausgebrochen. Alle wollten flüchten. «Die ganze Zeit habe ich gehört, wie sich die Magazine leerten und die Attentäter sie wieder nachluden.» Die Attentäter beschreibt Pearce so: Sie seien sehr jung gewesen, fast jugendlich – das habe ihn erstaunt.

Ein 35-jähriger Radio- und Fernsehmoderator, der den Anschlag aufs Bataclan ebenfalls miterlebte, sagte der Nachrichtenagentur AFP: «Ich habe deutlich gehört, wie sie zu den Geiseln gesagt haben: ‹Hollande ist Schuld, euer Präsident ist Schuld, er hat nicht in Syrien einzugreifen.» Die Attentäter hätten auch den Irak erwähnt, sagte er.

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52 Kommentare

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  • Kommentar von Cherubina Müller (Republic of Lakotha)
    Seit fünf Jahrzehnten ist Saudi Arabien unbestritten der Hauptsponsor des salafistischen Terrors ( Al Quaida, IS, Boko Haram und Shabab), die USA / EU unterstützen das wahhabitische Terrorregime in Saudi Arabien, auch seine religiös motivierten Kriegshandlungen; nur eine kleine Minderheit von 3% der Muslime zählen zu den Salafisten / Wahhabiten, welche mit den mächtigen westlichen Partnern im Rücken die ganz Welt terrorisieren können.
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  • Kommentar von Eugen Thomas Bühlmann (E.T.)
    Es ist nicht Terror, sondern Krieg. Wenn man diese Situation so betrachtet, bekommt sie eine andere Sichtweise. Hannibal sagte schon vor mehreren tausend Jahren: " Wenn du den Krieg gegen deinen Erzfeind gewinnen willst, musst den Krieg im Land des Angreifers führen!" und marschierte mit seiner Armee und den Elefanten über die Alpen und griff so Rom an. IS hat aus der Geschichte gelernt. Wir Europäer nicht.
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    1. Antwort von Claire McQueen (freedom)
      Völlig richtig. Diese Anschläge bedeuten die Ausweitung des Syrien Krieges nach Europa. Heute wurde Paris getroffen, morgen werden andere Städte angegriffen. Höchste Zeit, dass die NATO aktiv wird. Wofür finanzieren wir die NATO? Ihr Auftrag ist Europa zu verteidigen.
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      McQueen: Die NATO ist auch nicht mehr das was sie mal war. Sie gerät schnell mal an den Anschlag. Und Krieg führen ist so eine Sache. Jene die hingehen müssen, schreien nicht so laut nach einem Krieg. Jene die daheim bleiben schreien um so lauter danach. Und einfach verheizt werden ist wohl auch nicht gerade der Sinn der Sache. PS: Europa & USA sind effektiv kriegsmüde mit gutem Grund.
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  • Kommentar von Andre Egger (Hugo)
    Kann sich jemand vorstellen unter solchen Bedingungen zu leben? Das denken sich die Flüchlinge aus Syrien zum Beispiel auch und suchen erwas anderes.
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