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Aus dem 19. Jahrhundert Abtreibungsverbot in Nordirland bleibt bestehen

Das oberste Gericht des Vereinigten Königreichs hat eine Klage gegen das nordirische Abtreibungsverbot abgewiesen.

Die nordirische Menschenrechtskommission hat gegen das Jahrhunderte alte Gesetz geklagt. Aus ihrer Sicht verstösst es gegen die europäische Menschenrechtskonvention.

Der nordirische Menschenrechtskommissar Les Allamby gibt vor dem Obersten Gerichtshof in London ein Statement.
Legende: Les Allamby, der nordirische Menschenrechtskommissar gibt heute in London vor dem Obersten Gerichtshof ein Statement. Keystone

Vier der sieben Richter finden die Klage aus formellen Gründen unzulässig. Laut den Richtern habe die Kommission nicht das Recht, ein derartiges Verfahren anzustrengen. Trotz der Zurückweisung machten die Richter deutlich, dass das strikte Abtreibungsverbot nicht mit der Menschenrechtskonvention vereinbar sei.

«Unmenschlich und erniedrigend»

Im Oktober argumentierten die Aktivisten, dass das bestehende Gesetz Frauen kriminalisiere und sie «unmenschlichen und erniedrigenden» Behandlungen aussetzt.

Menschenrechtsaktivisten stehen vor dem Obersten Gericht in London.
Legende: Nach dem Referendum im Nachbarstaat Irland, wollen auch die Nordiren das altertümliche Abtreibungsgesetz anpassen. Keystone

Eine Abtreibung in Nordirland ist nur möglich, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist oder ihre Gesundheit ernsthaft geschädigt werden könnte.

Im Nachbarstaat Irland ist das strikte Abtreibungsverbot vergangenen Monat durch ein Referendum gekippt worden. Auch in den anderen Teilen des Vereinigten Königreichs sind seit 1967 Schwangerschaftsabbrüche erlaubt.

29 Kommentare

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  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Erlaubt ist was gefällt . so funktioniert das in einer Lach- und Spassgesellschaft. Unser Gewissen gibt jedem Einzelnen von uns den moralischen Massstab. Leider wird das Gewissen heute oft überhört... Jede Frau mit einem Gewissen, die einmal abgetrieben hat, wird früher oder später davon eingeholt. Die Depressionsrate ist hoch. Allerdings ist das kein Thema bei den jungen Frauen, die für sich alle Freiheiten einfordern.
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  • Kommentar von A. Kissling (aendu77)
    Mich würde mal wunder nehmen, ob im Verlaufe der letzten paar hundert Jahre schon mehr Leute im Namen der Kirche getötet oder mehr Föten abgetrieben wurden...
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    1. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      Mit Sicherheit die im Namen der Kirche getöteten in einer erdrückenden Mehrheit. Doch wie steht es mit den Trends? Was nimmt HEUTE mehr zu? Die abgetriebenen Föten oder die Im Namen der Kirche getöteten?
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Am Meisten Embryos werden tagtäglich durch die Natur abgetrieben. Rund die Hälfte der befruchteten Eier wird nie zu einem Foetus.
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  • Kommentar von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
    Wenn man schon wie die Befürworter eine Abtreibung als ein Recht der Frauen anschaut, wieso dann nicht auch für Männer? Genauer gesagt, wieso soll ein Mann der nicht zu sagen hat, ob er das Kind nun will oder nicht, finanziell dafür geradestehen, wenn die Entscheidung darüber einzig und alleine bei der Frau liegt? Und für alle die jetzt meinen dann hätte ER sich halt zurückhalten sollen, Gleiches kann man den Frauen sagen, das wäre dann Gleichberechtigung.
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    1. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      An Herr Fuchs: Soll der Vergewaltiger bei einer Vergewaltigung mitentscheiden können ob das daraus entstandene Kind leben darf? Ich hoffe nicht! Wer kein Kind will soll verhüten, ganz einfach. Wenn man kein Kind will sollen logischerweise auch Mann und Frau verhüten.
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    2. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      @Alex: Ich plädiere nicht für eine Mitbestimmung über die Abtreibung an sich, sondern dafür, dass ein Mann nicht gezwungen werden kann für ein Kind aufzukommen das er nie wollte. Andernfalls finde ich kann man Abtreibung ruhig verbieten denn beide tragen die gleiche Verantwortung. Gerne auch mit einer Sonderreglung für Vergewaltigungen. Ich wette mit Ihnen, dass es dann sowohl viel weniger «Unfälle» wie auch Abtreibungen geben würde.
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    3. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      @Alex: Und was die Verhütung angeht, wobei auch hier Frauen wesentlich mehr und meist sicherere Optionen haben als Männer, sei Ihnen gesagt, dass es im Internet Foren gibt in denen Frauen mit Kinderwunsch aber ohne gleichgesinnten Partner ernsthaft zum Beispiel die Sabotage von Präservativen diskutieren. Es gibt sogar radikal Feministinnen die sich über die Forschung zu einer Pille für den Mann empören, weil sie diese als einen Machtverlust sehen.
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    4. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Herr Fuchs, mit Ihrer Forderung reduzieren Sie die Entscheidung um Abtreibung oder nicht auf einen Geldbetrag. Das finde ich unmenschlich und abstossend.
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    5. Antwort von Alex Volkart (Lex18)
      An Herr Fuchs: Es mag Frauen geben die, die Verhütung von Männer/Ehemänner sabotieren. Trotzdem ist es im Interesse eines Mannes falls er kein Kind will muss er verhüten. Wenn er einen Verdacht hat umso mehr. Ein sehr guter Kollege von mir erwähnte mir gegenüber seine Frau sagte ihm sie würde schon verhüten, er müsse nicht. Ich sagte ihm dies heisse eigentlich sie will Kinder. Er nahm es nicht ernst. Inzwischen haben sie 2 Kinder, die er nicht wirklich wollte. Selbst schuld.
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    6. Antwort von Daniel Fuchs (Daniel Fuchs)
      @Alex: Ja? Und? Ich habe ja auch nie gesagt, dass man nicht verhüten soll. Was ich gesagt habe ist, dass Die Frau auch nach der Empfängnis diverse Möglichkeiten (hier die Abtreibung) hat sich Ihrer Verantwortung zu entledigen und dass es nur Gerecht in Sinne der Gleichberechtigung wäre wenn der Mann auch eine derartige Möglichkeit hätte, oder eben beide nicht.
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