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International Ausgebrannte «Norman Atlantic» in Italien angekommen

Das in Brand geratene Fährschiff hat den Hafen von Brindisi erreicht. Dort soll das Wrack nach weiteren Todesopfern untersucht werden.

Legende: Video Unglücksfähre wird abgeschleppt abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus Tagesschau vom 01.01.2015.

Die in der Adria ausgebrannte Fähre «Norman Atlantic» ist in Brindisi angekommen. Das Schiff, das am Donnerstagnachmittag von der albanischen Küste abgefahren war, wurde von Schleppern in den Hafen gezogen.

Im Hafen der süditalienischen Stadt wollen die Ermittler das ausgebrannte Schiff nach möglichen weiteren Toten und Hinweisen zur Brandursache untersuchen. Bei dem am Sonntagmorgen ausgebrochenen Brand waren mindestens elf Menschen ums Leben gekommen, zwei Seeleute eines Schleppkahns starben durch einen Unfall beim Bergungsversuch.

Die Behörden befürchten weitere Tote, da sich auch Flüchtlinge als blinde Passagiere im Schiffsrumpf befanden und viele Passagiere in ihren Kabinen schliefen, als das Feuer ausbrach. Zudem ist die genaue Zahl der Insassen wegen fehlerhafter Passagierlisten weiterhin unklar.

«Nennt mich nicht Held»

Das griechische Fährunternehmen Anek gab die Zahl der Insassen zuletzt mit 474 an. Der italienische Ermittlungschef Giuseppe Volpe spricht dagegen von mindestens 499 Insassen, da in letzter Minute noch weitere Passagiere auf die überfüllte Fähre gebracht worden seien.

Die Küstenwache aktualisierte inzwischen die Zahl der geretteten Insassen auf 477 -– 50 mehr als zuvor angegeben. Unter den Passagieren waren auch sieben Schweizer Staatsbürger und sieben in der Schweiz wohnhafte Ausländer, wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mitteilte. Fast alle seien inzwischen in die Schweiz zurückgekehrt. In einem Fall seien noch Untersuchungen in Gang, hiess es am frühen Abend weiter.

Kapitän Argilio Giacomazzi, der als letzter von Bord der «Norman Atlantic» gegangen war, kehrte heute nach mehrstündigem Verhör durch die Ermittler nach Hause zurück. Vor seinem Haus in der italienischen Hafenstadt La Spezia bat er die wartenden Reporter, ihn allein zu lassen. Er fügte hinzu: «Nennt mich nicht Held. Ich wünschte, ich hätte alle an Bord sicher nach Hause bringen können.»

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Schaub, Zunzgen
    Laut Focus-Online sind wahrscheinlich Afghanische Flùchtlinge, die sich als blinde Passagiere an Bord befanden, für den Brand verantwortlich sein. Um sich zu wärmen, sollen sie, laut Augenzeugen, ein Feuer entfacht haben.
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  • Kommentar von sven dorca, luxemburg
    Wer mogelt? Wer ist haftbar für eine überfüllte Fähre? In diesen Länder ist Korruption an der Tagesordnung. Affaire a suivre!.
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    1. Antwort von Christa wüstner, Reinach
      Wer mogelt. Diese Frage könnte juristisch evtl, noch geklärt werden. Aber dann wird niemand die Verantwortung übernehmen. Die Beteiligten werden unauffindbar bleiben. Ich glaube nicht, dass es lösbar ist. Aber genau diese Taktik wird in Zukunft noch oft angewandt werden.
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    2. Antwort von Bruno Janthiang, Banglamung
      "Wer mogelt? Wer ist haftbar für eine überfüllte Fähre?" -- Das ist ganz einfach zu erklären. Die Betreiber der Schiffe sind haftbar. Sie setzen das Personal so unter Zeitdruck dass sie keine Möglichkeit mehr haben, das verladen und deren Gut richtig zu kontrollieren. Ist aber nicht nur bei den Fähren so und nicht nur in Griechenland und Italien, auch auf den Binnen-Seen in Europa ist das so.
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    3. Antwort von sven dorca, luxemburg
      @ Bruno....zu vollster Zufriedenheit, nur warum fehlen die Lkw Scanner die in Calais-Dover oder Dünkirchen-Dover im Einsatz sind. Es ist doch gewusst, dass auf diesen Routen die meisten Asylanten zuflucht in die EU bekommen wollen. Alles kann man nicht kontrollieren,aber auf den Hauptachsen könnte man viel mehr investieren, um das Flüchtlingsproblem zu bekämpfen.
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