Ausländer dürfen in Bulgarien bis 2020 kein Land kaufen

Die Regierung in Sofia fürchtet um den Ausverkauf des Ackerlandes. Es sei viel zu billig. Deshalb will sie das Verbot für Ausländer verlängern. Das passt der EU nicht. Sie droht mit Sanktionen.


Bulgarien will seine Landwirtschaft schützen

4:29 min, aus SRF 4 News aktuell vom 23.10.2013

Ausländer dürfen in Bulgarien bis 2020 kein Ackerland erwerben. Die EU-feindliche Partei Ataka setzte eine Verlängerung eines bestehenden Verbots durch, das eigentlich Ende dieses Jahres auslaufen sollte.

Für die Vorlage der Ataka stimmten 171 Abgeordnete. Es gab 38 Nein-Stimmen, 12 Abgeordnete enthielten sich. Dem ärmsten EU-Land drohen nun Sanktionen aus Brüssel. «Bulgarien wird schwerwiegende Probleme mit seinem europäischen Image bekommen», kritisierte Parlamentspräsident Mihail Mikow.

Angst vor Islamisierung

Ackerland in der Morgendämmerung in der Nähe von Sofia

Bildlegende: Vor dem EU-Beitritt 2007 hatte Bulgarien ein sieben-jähriges Verkaufsverbot für Äcker an Ausländer ausgehandelt. Reuters

Ataka-Chef Wolen Siderow begründete das Verbot mit den Preisen: «Bulgarisches Land ist mehr als zehnmal billiger als mitteleuropäisches». Die Nationalisten befürchten auch, dass Käufer aus der benachbarten Türkei gezielt Land erwerben und damit Bulgarien «islamisieren» könnten. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung Bulgariens sind ethnische Türken.