Ausnahmezustand auf der Sinai-Halbinsel

Wieder sind auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel Soldaten getötet worden. Ägyptens Präsident hat jetzt für drei Monate den Ausnahmezustand verhängt. Das Militär kämpft auf dem Sinai seit langem gegen Islamisten.

Nach zwei Anschlägen auf das Militär mit mindestens 31 Toten hat Ägypten über einen Teil der nördlichen Sinai-Halbinsel für drei Monate den Ausnahmezustand verhängt.

Präsident Abdel-Fattah al-Sisi habe die Massnahme nach einem Treffen mit dem Nationalen Verteidigungsrat ergriffen, berichtete in der Nacht die Zeitung «Al-Ahram» online.

Ein ägyptischer Beobachtungsturm auf der Sinai-Halbinsel. (reuters)

Bildlegende: Das ägyptische Militär wehrt sich seit Jahren auf dem Sinai gegen islamistische Milizen – mit wenig Erfolg. Reuters

Tote Soldaten und Sicherheitsleute

Bei der Explosion einer Autobombe an einem Kontrollpunkt seien 28 Soldaten getötet und 30 verletzt worden. Stunden später seien drei Sicherheitsleute ums Leben gekommen, als Extremisten an einem Kontrollpunkt das Feuer eröffneten.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die beiden Terroranschläge scharf.

Erfolglose Gegenwehr

Das ägyptische Militär geht seit Jahren immer wieder auf dem Sinai gegen islamistische Milizen und Schmugglerbanden vor, die sich nach den arabischen Aufständen und dem Sturz von Langzeitmachthaber Hosni Mubarak 2011 dort breitgemacht haben. Regelmässig gibt es Attacken auf die Sicherheitskräfte. Zu mehreren Angriffen hat sich die islamistische Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis bekannt.

Erst am Mittwoch wurde an der Grenze ein Fahrzeug der israelischen Armee angegriffen, dabei wurden zwei israelische Soldaten verletzt. Nach ägyptischen Angaben soll es sich bei den Tätern um Schmuggler gehandelt haben.